Stern versprüht beim Einzug in die nächste Runde wenig Glanz +++ Jede Menge Kantersiege +++ Askania schlägt sich wacker gegen Hertha BSC
SV Lichtenberg 47 – SFC Stern 1900 0:3 (0:2) Sterns Coach nur mit Ergebnis zufrieden
Die Frauen des SFC Stern 1900 haben das Berlin-Liga-Duell im Polytan-Pokal bei Lichtenberg 47 souverän mit 3:0 (2:0) gewonnen und stehen in der nächsten Runde.
Das Berlin-Liga Duell begann optimal für die Gäste: In der 6. Minute setzte sich Diana Steinmeyer auf der rechten Seite durch, legte quer und Xenia Zeinert vollendete zum 1:0. Nur wenig später erhöhte erneut Zeinert (20.), nachdem Steinmeyer frei vor dem Tor an der Keeperin gescheitert war. Nach der Pause fiel die Entscheidung über die linke Seite: Alina Sommer zog bis zur Grundlinie und bediente Steinmeyer, die am langen Pfosten zum 3:0 (54.) einschob.

Trotz des klaren Ergebnisses zeigte sich Trainer Roman Rießler nicht restlos zufrieden: „Wir haben gut angefangen, danach aber den Faden verloren. Plötzlich wurden halbhohe Bälle gespielt, die Außen nicht mehr gesucht und viele Aktionen blieben technisch unsauber. Hochverdient, aber glanzlos – so würde ich das Spiel überschreiben.“
Auch Lichtenbergs Coach Martin Biermann sah nach dem Abpfiff Licht und Schatten – und lobte sein Team: „Unser Plan war, das Zentrum zuzumachen und Stern so vom Aufbau abzuhalten. Das ist uns über weite Strecken gut gelungen, die Mannschaft hat sich reingespielt und stark verteidigt. Kurz vor der Pause hatten wir die Chance zum 1:2, auch nach der Halbzeit noch eine gute Gelegenheit. Grundsätzlich konnten wir Stern ärgern, und dass sie nicht zufrieden waren, nehmen wir positiv mit.“
Am Ende setzte sich Stern verdient durch, ohne zu glänzen – und buchte schlussendlich souverän das Ticket für die nächste Pokalrunde. Bezüglich der Fanbase hatte allerdings Lichtenberg die Nase vorne. Eine Handvoll „Ultras“ machte ordentlich Stimmung am Spielfeldrand (Titelbild: SV Lichtenberg 47) und setzte laut Trainer Biermann den einen oder anderen Impuls bei seiner Mannschaft frei.
SV Stern Britz – Borussia Pankow 1:11 (0:8): Nichts zu holen für den Bezirksligisten Britz
Borussia Pankow hat im Polytan-Pokal am Dienstag einen Kantersieg eingefahren: Beim Bezirksligisten SV Stern Britz gewann die Elf von Trainerin Josi Ruß mit 11:1. Schon zur Pause war beim Stand von 8:0 alles entschieden. „Britz war nicht einmal in unserer Hälfte, wir hätten eigentlich noch höher führen müssen“, sagte Ruß.
Sie nutzte die Partie, um nach dem kräftezehrenden Ligaspiel bei Berolina Mitte Stammkräfte zu schonen und Spielerinnen einzusetzen, die zuletzt weniger Spielzeit hatten. Sogar Abwehrspielerin Franzi Klaus durfte vorne stürmen. Nach einigen Umstellungen lief der Spielfluss in Hälfte zwei etwas schleppender, dazu kam der Ehrentreffer für Britz per Elfmeter. Ruß sprach von einem insgesamt ordentlichen Auftritt. Das 11:1 war für Pankow nie gefährdet – die klare Überlegenheit des Berlin-Ligisten reichte auch in B-Besetzung zum souveränen Einzug ins Achtelfinale des Berliner Pokals.
Den Torreigen eröffnete Youngster Sophia Schrader, für die restlichen zehn Treffer zeichneten acht verschiedene Torschützinnen verantwortlich.
Friedrichshagener SV – Berolina Mitte 0:7 (0:3): Klare Angelegenheit
Im Duell der Berlin-Liga-Konkurrenten setzten die Frauen von Berolina Mitte am Mittwochabend ein dickes Ausrufezeichen: 7:0 hieß es am Ende im Polytan-Pokal gegen den Friedrichshagener SV. Der Favorit legte los wie die Feuerwehr: Schon in der 5. Minute setzte Selma Krug den ersten Nadelstich. Nach einem langen Ball lief Krug ein und verwandelte – alleine vor dem Tor – eiskalt. Nur drei Minuten später legte sie nach: Ein Einwurf im Strafraum, sie orientierte sich clever schon vor der Ballannahme, drehte sich blitzschnell und schob präzise in die lange Ecke – „Harry Kane-mäßig irgendwie, freute sich Bero-Trainer und Papa Frank Krug. Kurz darauf erhöhte Silvia Engels (9.) auf 3:0.
„Wir haben die ersten zehn Minuten komplett verpennt. Danach war’s etwas stabiler, aber so hoch hätte es nicht ausgehen müssen“, ärgerte sich FSV-Co-Trainer Dustin Lefevre. Er betonte aber auch, dass Bero die Sache sehr gut gemacht habe – wäre sein Team in der Anfangsphase wacher gewesen, hätte man die Niederlage niedriger halten können.

Krug sah den Schlüssel für die schnelle Führung klar im eigenen Druck. Er schonte die leicht angeschlagene Mittelstürmerin Finja Bruns und brachte stattdessen Tochter Selma – die mit ihren beiden Treffern das Vertrauen eindrucksvoll zurückzahlte. Der Coach war mit dem Auftritt seines Teams hoch zufrieden, besonders gefiel ihm das mutige Auftreten der Innenverteidigerinnen Kim Nenninger und Emma Lamprecht, die immer wieder anschoben und ansonsten souverän den Spielaufbau führten.
Nach der Pause schraubten Maiken Ueberschär (49.), Schari Dittrich (52.), ein Eigentor des FSV (77.) und Carla Ruf (88.) das Ergebnis auf den 7:0-Endstand. Friedrichshagen fand kaum Zugriff, wirkte in den Zweikämpfen zu brav, zu wenig präsent. Erst im zweiten Durchgang bekam das Team etwas mehr Ordnung ins Spiel – ohne Bero ernsthaft stoppen zu können.
Für den FSV bleibt die Erkenntnis: Bis zum Liga-Duell mit Mitte muss einiges justiert werden. Bero dagegen unterstreicht eindrucksvoll, warum sie der große Maßstab der Liga sind.
SV Askania Coepenick – Hertha BSC 0:12 (0:6): Ordentlich Lehrgeld bezahtl
Der SV Askania Coepenick hatte in der ersten Runde des Polytan-Cups das dickste Brett zu bohren: Mit Hertha BSC war am Mittwochabend ein ambitionierter Regionalligist zu Gast – und setzte sich standesgemäß mit 12:0 durch. Schon zur Pause lag Askania mit 0:6 zurück.

Trotz des klaren Ergebnisses zog Trainer Philipp Du Bois nach Abpfiff ein positives Fazit. „Wir wollten kompakt stehen, im Block verteidigen und das Spiel der Hertha unterbinden oder zerstören. Das ist uns phasenweise ganz gut gelungen“, sagte er. Immer wieder habe aber die individuelle Klasse der Gäste entschieden: „Wenn du eine Aktion abfängst und dann kommt doch ein Drehschuss oder ein perfekt gesetzter Fernschuss nach einem Solo – das kannst du nicht verhindern.“
Eigenes Offensivspiel kam bei Coepenick nicht zustande, „eine, zwei Pressingsituationen, mehr war nicht drin“, so Du Bois. „Dafür fehlt uns dann die spielerische Klasse. Aufbauarbeit musste er dennoch nicht leisten: „Die Mannschaft hatte am Ende ein kollektives Lächeln, weil sie gegen den Favoriten kleine Teilerfolge verbuchen konnte.“ Von außen gab es sogar Lob für die Defensive – ein kleiner Auftrieb. Du Bois sieht das Spiel als wertvolle Erfahrung für den frisch aufgestiegenen Berlin-Ligisten: „Daraus können wir nur lernen.“
Berliner TSC – FSV Hansa 07 0:13 (0:6): Vom Traumtor schlechthin und einem Comeback
Das Pokalduell zwischen Bezirksligist TSC Berlin und den Berlin-Ligistinnen von Hansa 07 endete mit einem Klassenunterschied – 0:13 aus Sicht der Gastgeberinnen. Dabei hatte der Außenseiter sogar den ersten kleinen Moment: In den Anfangsminuten zwang eine Ecke die Hansa-Abwehr zu Aufmerksamkeit, völlig ungefährlich war das nicht. Danach aber spielte nur noch der Favorit.
Schon nach 20 Minuten war die Partie praktisch entschieden: Kim-Lucia Ruoff und Lea Schönborn schnürten jeweils einen Doppelpack und stellten früh die Weichen. Zur Pause stand es 0:6. Nach dem Seitenwechsel blieb Hansa dominant. Das optische Highlight setzte Lykka Maibaum mit einem traumhaften Treffer aus rund 30 Metern, der im Winkel einschlug.

Trainer Philipp Pawelzik sah ein „super Spiel“ seiner Mannschaft. Mit einem Augenzwinkern meinte er, das Ergebnis hätte sogar noch höher ausfallen können – „wenn wir nicht so oft ins Abseits gelaufen wären. Vielleicht bauen wir eine Einheit Regelkunde ins Training ein.“ Den TSC lobte er dafür, „dass sie gekämpft haben und super nett waren“. Freude herrschte zudem über das Comeback von Annika Witzigmann, die nach langer Verletzung für zehn Minuten auflaufen konnte.
Hansa 07 zieht damit hochverdient in die nächste Runde des Polytan-Pokals ein – ein Wettbewerb, der für Pawelzik wie die Berlin-Liga auch nur Durchgangsstation sein soll.
FV Blau-Weiss Spandau – Moabiter FSV 0:14 (0:7): Torfestival in Spandau
Im Polytan-Pokal der 1. Frauen hat der Moabiter FSV ein wahres Schützenfest gefeiert. Beim Bezirksligisten FV Blau-Weiß Spandau setzte sich der Berlin-Ligist mit 14:0 durch. Eingeklammert wurde die Torflut durch die Treffer von Fine Herzog, die in der 2. Minute zur frühen Führung und in der 86. Minute fast zum Abschluss des Spiels traf. Dazwischen netzte Moabit zwölf weitere Male ein. Herzog steuerte insgesamt drei Tore bei, die zum Teil wieder komplettierte Offensivfraktion um Herzog, Emely Jäger (vier Treffer) und Teresa Wagner (drei Tore) glänzte besonders.

Co-Trainer Martin Meyer zeigte sich nach dem Kantersieg stolz: „Die Mannschaft hat die Aufgabe sehr erwachsen gelöst und sich diszipliniert an die Vorgaben gehalten. Wir haben die Treffer variabel herausgespielt, ob aus dem Spiel oder nach Standardsituationen – genauso hatte ich es mir vorgestellt. Wir haben gesehen, dass wir Tore schießen können – das tut uns gut.“ Besonders freute ihn, dass sein Team trotz des hohen Spielstandes jederzeit respektvoll mit dem Gegner umging.
Für den Verein war es ein besonderer Abend: Es ist der erste Sieg, seit Vishal Khanna den Cheftrainerposten übernommen hat und Martin Meyer ins zweite Glied gerückt ist. Meyer freute sich ausdrücklich für Khanna über dessen Premierenerfolg an der Seitenlinie.

Auch für die Gastgeber fand er lobende Worte: Spandau habe sich über 90 Minuten mit großem Einsatz gewehrt und sich extrem gastfreundlich gezeigt. Der Moabiter FSV möchte trotz des hohen Ergebnisses auf dem Boden bleiben. „Das wird uns jetzt in der Berlin-Liga nicht den großen Rückenwind geben. Wir werden weiter zusehen müssen, uns gegen die Schwergewichte der Liga schadlos zu halten und gegen die direkten Konkurrenten zu punkten“, sagte Meyer.
SV Buchholz – FC Inter 0:6 (0:2): Lockerer Spaziergang
Der FC Inter hat seine Pflichtaufgabe im Polytan-Pokal souverän gemeistert. Beim Landesligisten SV Buchholz setzte sich der Berlin-Ligist am Mittwochabend ungefährdet mit 6:0 durch.
Von Beginn an kontrollierte Inter Ball und Gegner. Erst hielt die Buchholzer Torhüterin ihr Team mit starken Paraden im Spiel, dann schlug die Offensivreihe des Favoriten zu: Alicia Block eröffnete den Torreigen, Julia Herr legte noch vor der Pause nach – 2:0 der beruhigende Zwischenstand.

Nach dem Seitenwechsel war die Partie endgültig entschieden. Janine Adrian erhöhte, Block traf ein zweites Mal, ehe Julia Kaiser und Linda Hegnal den Sieg standesgemäß abrundeten. Trainer Oliver Thomaschewski sprach von einem „entspannten Kick zum Mittwochabend mit viel Ballbesitz“, ärgerte sich einzig über die vielen Abseitsstellungen: „Da wären sonst sicher noch ein, zwei Tore mehr drin gewesen.“

Am Ende überwog aber die Zufriedenheit: „Wichtig war auch, dass sich bei uns niemand verletzt hat“, so Thomaschewski. Buchholz musste im zweiten Durchgang dagegen gleich zwei angeschlagene Spielerinnen ersetzen – ein Wermutstropfen für den Underdog. Für Inter geht es nun mit Rückenwind weiter: Schon am Donnerstag steht das Nachholspiel gegen Köpenick auf dem Programm, ehe am Sonntag der Ligaalltag ruft.
DFC Kreuzberg – FFC Berlin 2004 5:2 (3:2): Pokal-Aus für den FFC – „gegen 13“
Der FFC Berlin 2004 ist im Polytan-Pokal bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Beim Landesligisten DFC Kreuzberg setzte es eine herbe 2:5-Niederlage. Für den Aufsteiger in die Berlin-Liga war es ein Abend, der viele Fragen offenließ – und Trainerin Janine Köhler nach dem Schlusspfiff merklich frustrierte.

Dabei hatte ihre Mannschaft durchaus gute Ansätze gezeigt. Das erste Tor entstand nach einem sehenswerten Spielzug über die rechte Seite: Mit Tempo ging es ins letzte Drittel, der Pass ins Zentrum kam punktgenau, und Vanessa Meister vollendete eiskalt. Später verwandelte Annabelle Filippovich einen berechtigten Foulelfmeter sicher zum zweiten Treffer des FFC.
Mehr sollte den Gästen allerdings nicht gelingen. Zahlreiche Angriffe wurden wegen angeblicher Abseitsstellungen gestoppt, was bei Köhler für Unverständnis sorgte: „Wir haben am Ende nicht nur gegen Kreuzberg gespielt, sondern auch gegen den Schiedsrichter. Abseits-Tore werden nicht abgepfiffen, faire Zweikämpfe als Foul gewertet – das ist schwer zu akzeptieren.“
Janine Köhler: „Für 17-Jährige ist so viel Unfairness nicht nachvollziehbar!“
Besonders für ihre junge Truppe sei die Situation schwer gewesen: „Mein Team ist im Schnitt sehr jung. Für viele 17-Jährige ist es einfach nicht nachvollziehbar, wenn so viel Unfairness herrscht.“ Am Ende fehlte dem FFC die Cleverness, sich gegen das Spiel des Gegners, den lautstarken Kreuzberger Fanblock und die Entscheidungen des Referees gleichermaßen zu behaupten.
So stand nach 90 Minuten ein klares 2:5 – und das frühe Aus im Pokal. Köhler gratulierte dem DFC Kreuzberg zwar sportlich fair zum Weiterkommen, machte aber auch deutlich: „Das war ein Spiel, das wir noch verdauen müssen.“

