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Mit Highspeed zum Hattrick

Deborah Chmieleski ist Rasenperle der Woche – nicht nur wegen ihrer drei Tore bei Türkiyemspor

Wer es in dieser Berlin-Liga-Saison auf großem Geläuf mit der U20 des FC Viktoria 1889 Berlin zu tun bekommt, sollte tunlichst seine Schnittstellen schließen. Vor allem die zwischen dem rechten AV-IV-Pärchen. Denn auf der linken Seite der himmelblauen Nachwuchsfraktion stürmt Deborah Chmieleski und giert auf Tropfen durch offene Nähte in Form von langen Steckpässen.

Wie eklig das für den Gegner ist, davon kann die U23 von Türkiyemspor seit vergangenem Sonntag ein Klagelied singen. Dreimal in Folge entwischte die gerade erst 17 Jahre alt gewordene Flügelspielerin auf diese Weise der letzten Kreuzberger Abwehrreihe auf dem großen Rasenplatz im einstigen Katzbachstadion und netzte jeweils kompromisslos ein: Einmal rechts unten (51.), einmal mittig durch die Beine der Torhüterin (59.), einmal links oben: 0:4 für Viki (79.), lupenreiner Hattrick von Chmieleski.

„In der C-Jugend oder so ist mir das schon mal gelungen aber danach nicht mehr“, kommentierte sie ihren Dreierpack. Warum sie so gefährlich ist, erklärte ihr Trainer Darien Hoffmann nach der Partie. „Weil sie enorm schnell ist.“ Doch nicht nur wegen ihres Tempos und der drei Tore habe sie den Titel „Rasenperle der Woche“ verdient, sagte er. „Ihre Rückwärtsbewegung hat uns zuletzt nicht so gut gefallen. Wir haben mit ihr darüber gesprochen und heute hat sie das, was wir von ihr verlangen, perfekt umgesetzt.“

„Profi zu werden, war und ist mein Traum“

Chmieleski spielt Fußball, seit sie fünf Jahre alt ist. Erst bei den Jungs, dann bei den Mädchen, jetzt bei den Frauen. Aus der einstigen „Grashüpferin“ ist das geworden, worauf es dem Zweitliga-Club aus Lichterfelde ankommt: ein Eigengewächs, das den Sprung in die Erste schaffen könnte. „Profi zu werden, war und ist mein Traum“, gibt sie dann auch zu Protokoll. „Wenn die Chance kommt, würde ich schon zugreifen. Sollte es nicht klappen, ist das aber kein Weltuntergang.“

Bis es so weit ist, will sie vor allem deshalb weiter alles reinhauen, um sich mit dem gesamten Team weiterzuentwickeln, vielleicht ein Wörtchen in der Torschützenliste – derzeit hat sie fünf Buden auf dem Konto – mitzureden und einen bleibenden Eindruck bei den Gegnern der Berlin-Liga zu hinterlassen. Letzteres ist ihr gegen Türkiyemspor schonmal recht eindrucksvoll gelungen.