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Polytan-Pokal: Neukölln komplettiert Achtelfinale

BSV Grün-Weiß Neukölln gewinnt bei Hertha 03 Zehlendorf mit 4:2 – Coach Kapheim spricht von einem „bescheidenen Spiel“

Grün-Weiß Neukölln hat die verlegte Partie im Polytan-Pokal der ersten Frauen beim Bezirksligisten Hertha Zehlendorf II mit 4:2 gewonnen. Der Berlinligist tat sich dabei schwerer, als es das Ergebnis vermuten lässt. Der Start verlief nach Maß. In der 5. Minute entwischte Nele Becker über die linke Seite und schob sicher zum 1:0 ein. Danach wurde es zäh.

Zehlendorf stand tief, machte die Räume eng und erschwerte Neuköllner Spielfluss. Dazu gönnte Neuköllns Trainer Helge Kapheim zwei Stammspielerinnen eine Pause, darunter Abwehrchefin Romina Schmalbein. Dafür warf er zwei junge Spielerinnen ins kalte Wasser. „Da habe ich ein bisschen mit dem Feuer gespielt“, kommentierte er den Sand im Getriebe seiner Elf.

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Nadine König (M.) und Emely Schlendermann sind mit Neukölln eine Runde weiter, auch dank Schlendermanns Kopfballtor zum 2:0. Archivbild: Matthias Vogel

Erst kurz vor der Pause sorgte Emely Schlendermann nach einer Ecke per Kopf für das 2:0 (43.). Doch noch vor dem Halbzeitpfiff kam Zehlendorf zurück: Nach einem Konter traf Clara Schaminet zum 1:2 – eine Spielerin, die Neuköllns Trainer Helge Kapheim später als „extrem schnell und immer gefährlich“ bezeichnete.

Nach dem Seitenwechsel legte Neukölln nach. Nach einer Ecke kam der Ball zunächst aus der Box, der erste Schussversuch aus der Distanz wurde geblockt, Leona Schulz traf im zweiten Anlauf präzise zum 3:1 (54.). Vier Minuten später erhöhte erneut Becker nach einem Konter auf 4:1 (58.). Direkt im Gegenzug setzte wieder Schaminet für Zehlendorf den Schlusspunkt (59.).

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Begeistert war GW-Coach Helge Kapheim nicht gerade vom Spiel seiner Elf. Archivbild: Matthias Vogel

Beim Stand von 3:1 war es kurz brenzlig für den Berlin-Ligisten geworden: Mit einem Foul unterband Grün-Weiß einen weiteren Zehlendorfer Konter. „Die Gastgeberinnen forderten Rot für die Notbremse, die Schiedsrichterin beließ es bei Gelb. „Ich hätte da Rot gezeigt“, gab Kapheim später offen zu. Eine Entscheidung, die der Partie unter Umständen noch eine andere Wendung hätte geben können.

Neukölln vergab im weiteren Verlauf mehrere Chancen und traf durch Aylin-Kimberley Jüterbock und Laura Lück zweimal Aluminium. „Ein bescheidenes Spiel“, lautete Kapheims Fazit. „Aber Zehlendorf hat das richtig gut gemacht. Eine junge Mannschaft, die uns gefordert hat.“ Unterm Strich: holpriger, aber verdienter Sieg für Neukölln. Und: Achtelfinale.