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Wenn der Trainer erst die Harke schwingt

Tabellenführer Internationale gastiert am Sonntag zum rasenperlen Spiel der Woche beim BSV Grün-Weiß Neukölln – und trifft auf einen Gegner, der erst noch Laub fegen muss, bevor an Fußball zu denken ist.

Wenn Helge Kapheim am Sonntagvormittag zur Haarlemer Straße aufbricht, geht es zunächst nicht um Taktik, sondern um Handarbeit. „Ich muss den Platz erstmal vom Laub befreien“, sagt der Trainer von BSV Grün-Weiß Neukölln. Der Kunstrasen, „eine Katastrophe“, sei rutschig und uneben – kurzum: ein schwieriges Pflaster. Dass die Trainingsbeteiligung in den vergangenen zwei Wochen „katastrophal“ war, passt da ins Bild. Elf Spielerinnen wird er wohl zusammenbekommen, „die Mannschaft stellt sich von allein auf“.

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Wie gegen Bero wird es für Neukölln heute auf Torhüterin Lisa Schrama ankommen, denn …

Trotz aller Widrigkeiten bleibt ein klarer Wunsch: „Klar, man würde den Tabellenführer schon gerne ärgern“, sagt Kapheim über den FC Internationale. Der Respekt vor dem Gegner ist groß – besonders vor Torjägerin Marta Stodulska und Marie Weidt, „vor denen ich unheimlich Respekt habe“. Stodulska wird am Sonntag nach ihrem Schlüsselbeinbruch wohl fehlen, bei Weidt würde Kapheim es sich wünschen.

Oliver Thomaschewski, Trainer des FC Internationale, weiß, was ihn erwartet. „Wir hatten gehofft, dass der neue Kunstrasen bei Neukölln fertig ist – leider nicht der Fall. Also stellen wir uns auf einen kurzen, hoffentlich nicht nassen Platz ein“, sagt er. „Ich war selbst schon dort – nicht optimal für den Frauenfußball in Berlin.“ Personell ist der Tabellenführer gut besetzt, auch wenn die Traumtorschützin aus der jüngsten Partie gegen Viktoria Mitte (10:0-Sieg) – Malena Glückert – im Familienurlaub weilt.

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… der Tabellenführer FC Inter ist zu Gast. Foto: Laura Timme

„Neukölln war immer schwer zu bespielen. Das Unentschieden gegen Bero war stark – egal, wie man’s gespielt hat“, sagt Thomaschewski. Sein Team will muss sich auf die engen Platzverhältnisse einstellen, vertraut auf Technik und Zusammenspiel. „Wir freuen uns auf ein spannendes Spiel – und werden sehen, wie wir das vor Ort, je nachdem wie es läuft, am besten lösen.“

So trifft am Sonntag um 12 Uhr auf dem Teppich an der Haarlemer Straße ein Tabellenführer mit Selbstbewusstsein auf einen Gegner, der mit wenig Mitteln, aber umso mehr Trotzgeist antritt – und dessen Trainer allen schon vor dem Anpfiff zeigt, was eine Harke ist.