Gegen Neukölln rettet sie dem FC Inter ein Unentschieden, ihr Trainer lobt sie in den höchsten Tönen: Lena Hegnal ist Rasenperle der Woche
Ein 1:1 beim BSV Grün-Weiß Neukölln – für den FC Inter ein zähes Stück Arbeit. Kaum Räume, rutschiger Boden, ein Gegner, der sich tief einigelte. Doch Lena Hegnal ließ sich davon nicht bremsen. Über 90 Minuten plus Nachspielzeit war sie die auffälligste Spielerin auf dem Platz: flink, technisch stark, torgefährlich und unermüdlich in ihren Bemühungen, dem Spiel eine positive Wende zu geben.

Vor der Pause gehörte ihr die Partie fast allein. Hegnal erspielte sich drei Hochkaräter – zwei Kopfbälle, einer zu zentral, einer knapp vorbei, sowie einen wuchtigen Drehschuss von der Strafraumkante. Kurz vor dem Halbzeitpfiff belohnte sie sich dann mit dem verdienten Ausgleich zum 1:1. Dass sie sich nach Abpfiff über ihre Auszeichnung zur „Rasenperle der Woche“ ein wenig wunderte, passte zu ihrem Wesen: ehrgeizig, emotional, aber bescheiden.



Ihr Trainer Oliver Tomaschewski beschreibt sie als überragende Fußballerin mit einem ausgeprägten Torriecher, viel Tempo und hoher Laufbereitschaft. Hegnal sei „immer bei 100 Prozent – auf und neben dem Platz“. Ihre Emotionalität sei Teil ihrer Stärke, auch wenn sie manchmal gebremst werden müsse. „Viele Gegner versuchen, sie mit Fouls zu stoppen“, sagt Tomaschewski, „doch das gelingt selten – sie bleibt flink, fokussiert und bringt immer positive Energie ins Team.“
In der vergangenen Saison erzielte Hegnal 17 Treffer in der Berlin-Liga. Nach dem siebten Spieltag dieser Saison steht sie mit 8 Toren bereits auf Platz zwei der Torschützinnenliste – und unterstreicht damit, dass sie zu den konstantesten Angreiferinnen der Liga gehört.
Fußball begleitet die 24-Jährige schon fast ihr ganzes Leben. Mit vier Jahren begann sie beim Nordberliner SC und spielte dort bis 16 ausschließlich bei den Jungs – eine Schule, die sie prägte. Danach legte sie eine Pause ein: „Ich war damals einfach nicht drin im Frauenfußball“, sagt sie rückblickend. Erst mit 22 kehrte sie zurück, „ohne Ziel, aber mit Bock“. Ihr Vater hatte einen guten Riecher – und empfahl den FC Inter.

Nach einem Jahr in der zweiten Mannschaft war klar: Diese Spielerin gehört nach oben. Seit zwei Jahren stürmt Hegnal nun in der Berlin-Liga, sorgt regelmäßig für Unruhe in den gegnerischen Abwehrreihen und ist eine der wichtigsten Offensivkräfte ihres Teams. Ihr Ziel: „Unter die ersten drei kommen – das wäre schon cool.“
Trotz aller Stärke bleibt sie selbstkritisch: Ihre Ausdauer könne besser sein, sagt sie. Doch was sie auszeichnet, sind Wille, Technik, Emotion und Entschlossenheit – Qualitäten, die sie verdient zur Rasenperle der Woche machen.
Fotos (5): Laura Timme

