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Vikis U20 holt wichtigen Auswärtssieg

Team des Trainers Darien Hoffmann bezwingt Inter 4:2 +++ Pankow, Bero und Stern voll auf Kurs

SFC Stern 1900 – Friedrichshagener SV 9:0 (5:0): Stern 1900 im Torrausch – aber mit Luft nach oben

Der SFC Stern 1900 hat gegen den Friedrichshagener SV ein Ausrufezeichen gesetzt und mit 9:0 gewonnen. Die Tore für das Team von Trainer Roman Rießler erzielten Diana Steinmeyer, Xenia Zeinert (3), Sofia Roll, Jenny Kandetzki (per Elfmeter), Luise Wille (Heber), Alina Lindemann und Maggi Lorenz. Ein Ergebnis, das den Status der Steglitzerinnen als derzeit stärkste Kraft der Berlin-Liga eindrucksvoll unterstreicht.

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Stern mit ihrer Kapitänin Alina Lindemann (r.) ist kaum zu bremsen in der Liga.

Trotz der Offensivgala blieb Rießler analytisch: Mit dem Spiel sei er „über weite Strecken sehr zufrieden“ gewesen, aber nicht durchgehend. Besonders in den Anfangsphasen beider Halbzeiten habe sein Team zu fahrig agiert. „Da haben wir keine klaren Lösungen gefunden, waren zu unruhig im Aufbau“, sagte der Trainer. Vor allem nach Wiederanpfiff, als Friedrichshagen etwas höher und aggressiver anlief, habe Stern kurzzeitig die Ordnung verloren, bevor das Spiel dann wieder deutlich kontrolliert wurde.

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Starke Partie im Zentrum: Sofie Roll (am Ball).

Insgesamt aber überwog der Stolz. Mit nur drei Gegentoren steht Stern weiter an der Tabellenspitze – und der 9:0-Erfolg ist umso bemerkenswerter, als der Gegner keineswegs als Schießbude gilt. „Friedrichshagen hatte vor dem Spiel ein Torverhältnis von 16:11“, so Rießler. „Da muss man erst einmal neun Tore machen.“ Für den Coach die Aktion des Tages: „Jenni Kandetzkis Assist zum 1:0 von Diana Steinmeyer. Mit einem Flachpass über 30 Meter nimmt sie die komplette Hintermannschaft aus dem Spiel.“

Fotos: Ralf Seedorff


FC Inter – FC Viktoria 1889 U20 2:4 (1:2): Viki zu flink, Inter zu platt

Die U20 des FC Viktoria 1889 hat beim FC Inter einen unerwartet klaren 4:2-Auswärtssieg gefeiert und damit ihre Ambitionen auf die Tabellenspitze untermauert. Für Inter-Trainer Oliver Thomaschewski war das Ergebnis erklärbar, aber ernüchternd: „Viki ist eine gute Mannschaft, spielt technisch sauber von hinten heraus. Aber wir waren einfach nicht frisch genug – weder körperlich noch im Kopf.“

Nach dem kräfteraubenden Pokalspiel über 120 Minuten am Mittwoch wirkte Inter sichtbar müde. Das machte sich früh bemerkbar – und Viktoria nutzte es aus. Das 0:1 fiel aus einer Szene, die Thomaschewski als „sehr unglücklich“ bezeichnete: Der Ball war klar im Spielfeld geblieben, doch die anwesende Linienrichterin – von Viktoria gestellt – hob kurz die Fahne, woraufhin die Schiedsrichterin auf Einwurf entschied. Während viele Inter-Spielerinnen noch irritiert standen und selbst die Gegnerinnen zunächst signalisierten, der Ball sei nicht im Aus gewesen, führten die Gäste den Einwurf plötzlich aus – allerdings nicht fair zurück, sondern diagonal auf die andere Seite. Sekunden später zappelte der Ball im Netz, Deborah Chmieleski hatte wieder einmal zugeschlagen (11.). „Das fand ich unsportlich“, so Thomaschewski, „aber wir müssen in so einer Situation trotzdem wacher verteidigen.“

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Erst danach kam Inter besser ins Spiel. Lena Hegnal glich aus, nachdem sie einen hohen Ball am Strafraum erlief, noch im Fallen abschloss und dabei sogar einen Schlag ans Knie abbekam – ein Tor aus purem Willen (28.). Das 1:2 resultierte aus einem Eckball, den Inter zunächst klären konnte. Doch der Nachschuss aus der zweiten Reihe prallte unglücklich an eine eigene Spielerin und der Ball landete im Inter-Kasten (36.). Nach der Pause glich Hegnal nach einem feinen Steckpass von Alicia Block erneut aus. Sie umkurvte die Torhüterin, legte sich den Ball weit vor und traf aus spitzem Winkel zum 2:2 (54.).

Allzu lange währte die Freude darüber nicht. Lauryn Bossert (65.) und abermals Chmieleski machten den Sieg für die Viktoria perfekt. „In meinen Augen auch absolut verdient“, sagte Viki-Coach Darien Hoffmann nach der Partie. „Meine Spielerinnen haben das heute aus taktischer Sicht überragend gelöst.“

„Wir wollten mutig eröffnen, das letzte Gegentor fällt genau daraus – das ist hinnehmbar“, sagte Thomaschewski. „Aber die anderen Treffer waren vermeidbar. Da fehlte uns einfach die Frische, um richtig zu reagieren.“ Die Enttäuschung war spürbar. Inter hatte sich vorgenommen, in den oberen Tabellenregionen festzusetzen, verliert nun aber so ein bisschen den Anschluss an die Top 3. Thomaschewski bleibt trotzdem realistisch: „Viki war einfach fitter. Das hat man in jedem Zweikampf gesehen. Und wir waren sicher nicht die Letzten, die gegen diese Mannschaft verlieren.“

Fotos: Laura Timme


BSV GW Neukölln – SV Askania Coepenick 2:0 (2:0): Grün-Weiß Neukölln erledigt die Pflicht – und schont die Kräfte

Mit einem 2:0-Heimsieg gegen Askania Coepenick hat Grün-Weiß Neukölln drei wichtige Punkte eingefahren – und das trotz anhaltender Personalsorgen. Trainer Helge Kapheim sprach anschließend von einem „ordnungsgemäßen Auftritt“ seines Teams, das derzeit mit einer Rumpf-Elf durch die Liga geht.

Die Partie war früh entschieden: Nach einer kurz abgewehrten Ecke fasste sich Romina Schmalbein an der Strafraumkante ein Herz und traf präzise zur Führung (19.). Nur zwei Minuten später senkte sich eine der vielen Flanken von Nele Becker hinter der Köpenicker Torhüterin in die lange Ecke – 2:0. Askania hatte lediglich eine nennenswerte Gelegenheit, die Kapheim nüchtern einordnete: „Das war das einzige Mal, dass sie aufs Tor geschossen haben.“ Ansonsten kontrollierten die Neuköllnerinnen das Geschehen, ließen Ball und Gegner laufen – und brachten das Ergebnis ohne größere Mühen über die Zeit.

Angesichts der dünnen Personaldecke zeigte sich der Coach dennoch zufrieden: „Das war völlig in Ordnung, auch wenn es höher hätte ausgehen können.“ Ein Sieg, der Kräfte gespart hat. Angesichts der unangenehmen Aufgabe für Neukölln diese Woche im Pokal bei 1. Eintracht Spandau, kam der zur rechten Zeit.

Borussia Pankow – Moabiter FSV 6:2 (3:1): Borussia Pankow mit klarem Sieg – aber ohne Glanz

Das klare Ergebnis kaschiert eine durchwachsene Leistung der Borussia. Die Gäste gingen früh durch Lioba Virchow in Führung, die nach einem Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum mit dem Kopf zur Stelle war. Virchows Gefährlichkeit nach Standards hätte sich eigentlich bis nach Buch herumsprechen können. Pankow brauchte über eine halbe Stunde, um ins Spiel zu finden: Kathi Wenk verwandelte in der 37. Minute dann einen Elfmeter zum Ausgleich, nachdem sie selbst gefoult worden war. Nur eine Minute später traf Angelina Säwe aus rund 25 Metern sehenswert zum 2:1, ehe Sarah Schrader kurz vor der Pause auf Vorlage ihrer Schwester Sophia auf 3:1 stellte (44.).

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Nach dem Seitenwechsel erhöhte Georgina Weinholz in der 54. Minute auf 4:1 – per Direktabnahme nach einer Ecke von Caroline Roeseler. Nur eine Minute später verkürzte Jule Klandt für Moabit auf 4:2. Doch Sophia Schrader machte mit zwei Treffern (65. und 87. Minute) alles klar. Besonders ihr zweites Tor zum 6:2 war der Höhepunkt der Partie: Nach Vorarbeit von Sina Krüger nagelte Schrader den Ball unhaltbar in den Winkel.

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Trainerin Josi Ruß: „Ich war mit der Leistung meiner Mannschaft nicht zufrieden – das habe ich ihr auch gesagt.“ Ihr Team habe gegen einen keineswegs überragenden Gegner zu viele Nachlässigkeiten gezeigt. Moabit hätte schon beim Stand von 1:0 erhöhen können, spielte den Angriff aber nicht sauber zu Ende.

Fotos: Borussia Pankow


FFC Berlin 2004 – Berolina Mitte 0:7 (0:1): FFC wehrt sich tapfer, doch Bero ist eine Nummer zu groß

Der FFC Berlin 2004 hat gegen Titelkandidat Berolina Mitte erwartungsgemäß verloren – am Ende hieß es 0:7. Dennoch konnte Trainerin Janine Köhler ihrem Team einiges abgewinnen: „Ich bin super zufrieden mit der ersten Halbzeit. Das war wunderbar.“ Ihr Matchplan war klar: kompakt stehen, Ketten eng halten, den zentralen Weg zum Tor dicht machen und Bero auf die Außen lenken. Das funktionierte zunächst ausgezeichnet – bis ein Abstimmungsfehler im Mittelfeld das 0:1 in der 32. Minute ermöglichte – Selma Krug traf ins Schwarze. „Ein Steckpass ging durch ein offenes Fenster, das war sauber gespielt und auch in Ordnung“, so Köhler.

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Arzum Eren (l.) war von der jungen Marzahner FFC-Riege nicht auszuschalten. Bero-Trainer Frank Krug hob ihre Leistung hervor.

Zur Pause lag der Außenseiter nur knapp zurück, kam konzentriert aus der Kabine – und erlebte dann zehn bittere Minuten: Zwischen der 46. und 56. Minute traf Berolina viermal. Arzum Eren, Carla Ruf, Mathilde Zeuzem und Silvia Engels waren zur Tat geschritten. „Da war ein kleiner Bruch, den ich nicht verstanden habe. Vielleicht dachten die Mädels, es läuft einfach so weiter“, sagte Köhler. Zwei weitere Treffer durch Zeuzem und Emma Lamprecht – einer davon laut ihrer Wahrnehmung aus Abseitsposition, einer nach Handspiel – entschieden die Partie endgültig.

Trotz der Höhe blieb der Eindruck positiv. „Meine Mannschaft war fair, kämpferisch und mental stabil. Die Resilienz stellt sich langsam ein“, betonte Köhler. Ihr Blick bleibt nach vorn gerichtet: „Wir werden in dieser Saison sicher noch ein paar Pünktchen sammeln.“ Ein Sonderlob ging an Beros Coach Frank Krug: „Ein Trainer, der auch gegen vermeintlich schwächere Teams respektvoll bleibt – das ist nicht selbstverständlich.“

Fotos: FFC Berlin 2004


Viktoria Mitte – FSV Hansa 07 0:6 (0:3): Hansa kalt wie Hundeschnauze

Rot-Weiß Viktoria Mitte hat gegen den FSV Hansa 07 eine deutliche 0:6-Niederlage hinnehmen müssen – ein Ergebnis, das höher ausfiel, als es der Spielverlauf vermuten ließ. „Beide Teams kamen eigentlich gut rein“, sagte Viktoria-Trainer Nils Tobela, „aber Hansa war einfach in allen Phasen ein Stück wacher, schneller, energischer.“

Dabei boten die Gastgeberinnen in der ersten Halbzeit zwei große Chancen: Einmal stand Isabel Pfannkuche frei vor dem Tor (2.), traf aber nicht, später verpasste Viktoria erneut den Torjubel, als der Ball von Alba Lokaj mit der Pike knapp am Tor vorbeiging (43.) Hansa nutzte seine Möglichkeiten dagegen konsequent und führte zur Pause durch Treffer von Sonja Laukemper (3.), Sophia Ostner (26.) und Lea Berndorf (29.) bereits deutlich.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Viktoria Mitte Moral, hatte zehn bis 15 starke Minuten und drängte Hansa phasenweise in die eigene Hälfte. Doch mit zunehmender Spieldauer schwanden die Kräfte – „da hat man einfach gesehen, dass uns ein bisschen die Kondition fehlt“, so Tobela. In der Schlussphase nutzte Hansa die Räume eiskalt: Drei Tore in den letzten beiden Minuten schraubten das Ergebnis in die Höhe, zweimal Berndorf und Rosa Diehl machten das halbe Dutzend für die Kreuzbergerinnen perfekt.

„Das 0:6 ist zu hoch, bis zur 89. Minute steht’s 0:3“, bilanzierte Tobela, „aber verdient war der Sieg von Hansa allemal. Sie waren über 90 Minuten das wachere und stärkere Team.“


Titelbild: Laura Timme