Zahraa Chahrour war beim Sieg von Türkiyemspor beim SV Lichtenberg 47 die Schlüsselfigur. Ihre starke Performance bringt ihr den Titel „Rasenperle der Woche“
Wenn ein Fan der gegnerischen Mannschaft bei deinem ersten Foul nach einer Viertelstunde reinbrüllt: „Schon wieder die 20! Die hat schon Gelb!“, dann bist du bestens in den Arbeitstag auf dem Rasenrechteck gestartet. Dann weißt du, du bist dem Konkurrenten unangenehm. Wenn sie dich vom Platz bekommen, haben sie es einfacher. Es ist eigentlich ein Ausdruck von Respekt und Anerkennung, der da von den Rängen schallt. Nicht immer, aber beim Spiel der Woche – auf rasenperlen.de – war es so.


Da hätte es der SV Lichtenberg 47 – ob Trainer, Team oder Anhänger – Türkiyemspor gerne ohne die Nummer 20, Zahraa Chahrour, auflaufen oder eben nach dem Foul weiterspielen sehen. Chahrour hielt die Fäden im Spiel der Gäste in der Hand, spielte schlaue Bälle, entpuppte sich als sehr zweikampfstark und robust, bereitete ein Tor herrlich vor und jagte das 4:0 für die Kreuzbergerinnen persönlich unter die Latte.
Rufe wie den vom Lichtenberger Spielfeldrand nehme sie nicht wahr, sagt Chahrour: „Meine Eltern sagen immer, auf dem Feld bin ich wie im Tunnel.“ Sie beschreibt sich als kämpferisch, auf und neben dem Platz. Chahrour erhielt ihre fußballerische Ausbildung ab elf Jahren beim FC Viktoria 1889 Berlin. Nach der C-Jugend wechselte sie zu Hertha 03 Zehlendorf, spielte dort in der Bundesliga der B-Juniorinnen.

Nach dem Juniorinnen-Bereich machte sie zwei Jahre Pause, fing dann wieder bei der U20 von Viki an, vor zwei Jahren klopfte dann Türkiyemspor an – nicht zu ersten Mal – und sie entschied sich, an die Katzbachstraße zu wechseln. „Hier fühle ich mich sehr wohl“, sagt die angehende Verwaltungsfachangestellte.
Überraschend kam der starke Auftritt der 20-Jährigen in Lichtenberg nicht. Sie steht bei Türkiyemspor eigentlich im Regionalliga-Kader, kommt aber aus einer Verletzung und soll bei der U23 Spielpraxis sammeln. Dass jemand diesen Auftrag so ernst nimmt wie Chahrour und sich wirklich mit Haut und Haaren für das unterklassige Team des Vereins ins Zeug legt, ist bekanntlich nicht immer der Fall. Dabei ist genauso bekannt, dass nur dann die eigenen Fähigkeiten auch voll zur Entfaltung kommen. Zahraa Charour scheint das verinnerlicht zu haben und deswegen ist sie die Rasenperle der Woche. Übrigens eine mit Ambitionen: „Mein Traum ist es, in der Bundesliga zu spielen.“
Fotos: Loredana Zafisambondaoky

