… ist das aktuelle Tabellenbild der Berlin-Liga. Zumindest aus der Sicht der U20 von Viki nicht, die am Sonntag das Spitzenteam aus Pankow erwartet und auf den Weg nach oben giert
Wir schreiben den 9. Spieltag in der Berlin-Liga der Frauen und die Tabelle hat sich etwas zurecht geruckelt. Legt man das aktuelle Tableau auf das Endklassement der vorangegangenen Spielzeit, fehlt nicht allzu viel zur Kongruenz. Auch spiegelt der Status quo die Prognose vieler Trainer vor der Saison wider. Mit einigen Ausnahmen. Und zu denen zählt das Farm-Team des FC Viktoria 1889 Berlin.

Derzeit steht Platz sechs zu den Akten, aber das hat mit den vor der Saison formulierten Ansprüchen der Himmelblauen noch nicht viel zu tun. „Oben anklopfen“, wollte Trainer Coach Darien Hoffmann mit seiner Begabten-Band – jetzt fehlen auf den Platz an der Sonne fünf Zähler. Das bedeutet allerdings weniger, dass Viki nicht auf Kurs wäre. Die Niederlage gegen Bero zum Saisonstart war knapp (1:2), aber vom Spielverlauf verdient. Schon ein bisschen anders sah es gegen Stern aus: Viel fehlte nicht zu einem Remis. Am vergangenen Spieltag zeigte Viki nun, dass es auch Schwergewicht kann. 4:2 hieß es am Ende gegen Inter auf fremdem Geläuf.
Soll heißen: Die Entwicklung zeigt nach oben – und ein Sieg jetzt im rasenperlen Spiel der Woche gegen die Borussia wäre nicht nur ein Booster für das Selbstverständnis am Ostpreußendamm, sondern würde auch die Statik des Titelrennens massiv verändern.
In Pankow indes hat man ordentlich Respekt, gibt sich aber auch selbstbewusst: „Das ist schon eine Mammutaufgabe, Viki stellt mit das spielstärkste Team der Liga. Die Dynamik spricht sicher für sie, die Erfahrung eher für uns. Wir haben uns ein paar Spiele von ihnen angeschaut und glauben, dass wir gut vorbereitet sind. Ich erwarte eine Partie auf Augenhöhe, die in beide Richtungen kippen kann“, sagte Pankows Trainerin Josi Ruß.

In der Vorbereitung hatte die Borussia eine derbe 1:5-Packung gegen Himmelblau kassiert. Das hat für beide Coaches keine Aussagekraft mehr. Ruß: „Da haben uns wichtige Spielerinnen gefehlt.“ Hoffmann: „Wir wissen, dass da keinerlei Mehrwert für uns hat.“
Hoffmann erwartet eine „sehr kämpferische, sehr starke Truppe, sehr aggressiv in den Zweikämpfen“, die einfachen Fußball spiele und das sehr erfolgreich. „Sie haben bislang kein Spiel verloren, sind Zweiter, wir Sechster. Die Favoritenrolle auf dem Papier gehört Pankow. Aber wir haben uns Lösungen gegen ihr Spiel zurechtgelegt und werden sehen, ob die greifen. Und wir sind hoch motiviert, wollen den Rückenwind, den uns der Sieg bei Inter gibt, nutzen.“
Beide Coaches können personell aus dem Vollen schöpfen und sind sich einig: Es wird ein gutes Spiel, dass die Anhänger auf dem Platz an der Lippstädter Straße serviert bekommen. Eines, das „extrem wichtig für die Tabelle“ ist, die sich mit diesem Spiel wieder etwas weiter zurechtruckeln wird.
Fotos: Matthias Vogel

