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Friedrichshagen mit Befreiungsschlag

FSV nach langer Durststrecke wieder mit Dreier +++ Moabit holt die nächsten Big Points +++ Bero und Pankow wie auf Schienen

Moabiter FSV – FFC Berlin 2004 9:0 (4:0): Moabit entscheidet nächstes direktes Duell für sich

Mit einem 9:0-Erfolg gegen den Mitaufsteiger hat der Moabiter FSV die eigene Strategie bestätigt: In den direkten Duellen präsent zu sein und sie konsequent für sich zu entscheiden. Nach Siegen gegen Viktoria Mitte und Askania Coepenick folgte nun ein deutlicher Erfolg gegen den FFC Berlin 2004. Bereits zur Halbzeit war die Partie entschieden. Emily Jäger, Jule Klandt und zweimal Fine Herzog sorgten für eine 4:0-Führung, die nie ernsthaft gefährdet war. Nach dem Seitenwechsel legten die Gastgeberinnen nach: Klandt traf erneut und das gleich doppelt, hinzu kamen Treffer von Teresa Wagner, Felizitas Schlechta per Strafstoß und Luise van der Linde.

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Co-Trainer Martin Meyer ordnete das Ergebnis trotz der Höhe nüchtern ein. Der FFC sei personell an diesem Tag einfach nicht in der Lage gewesen, Moabit Paroli zu bieten. Gleichzeitig habe sein Team an diesem Tag einen außergewöhnlich starken Kader zur Verfügung gehabt. Das Resultat wertet er deshalb als „Ausreißer nach oben“, nicht als neue Normalität.

An der grundsätzlichen Marschroute ändert sich laut Meier nichts. Ziel sei es, „best of the rest“ zu werden – also drei Teams hinter sich zu lassen. In seine Rechnung einbezogen hat Meyer den möglichen Abstieg von Hohen Neuendorf aus der Regionalliga, die einen zusätzlichen Absteiger zur Folge hätte. Denn „gegen Mannschaften, die vor uns in der Tabelle stehen – Hansa 07, Neukölln und Co. – etwas zu holen, wäre für uns schon viel“, so der Co-Coach.

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Linda Goyk spielte stark in der Moabiter Offensive, konnte ihre Torflaute aber nicht beenden.

Dass Moabit bei diesem Versuch, in der Berlin-Liga Fuß zu fassen, spielerisch stabiler und strukturierter auftritt als vor zwei Jahren, schreibt Meyer auch Trainer Vishal Khanna zu. Dessen klare Vorgaben hätten Wirkung gezeigt und die Mannschaft weitergebracht. Der hohe Sieg ändere dennoch nichts an der Einschätzung, dass entscheidende Prüfsteine erst noch folgen. Bereits das kommende Duell mit Berolina Mitte werde ein völlig anderes Kaliber darstellen.

Fotos: Moabiter FSV


Türkiyemspor U23 – Borussia Pankow 0:4 (0:3): Gebrauchter Tag für die U23 von Türkiyemspor

Borussia Pankow bleibt am Spitzenduo Stern und Bero dran. Bei der U23 von Türkiyemspor Berlin hat die Ruß-Elf einen ungefährdeten 4:0-Sieg eingefahren. Türkiyemspor präsentierte sich nicht so stark wie erwartet und sucht weiterhin nach der Konstanz in dieser Spielzeit. Gute Ansätze waren in dieser Saison immer wieder erkennbar, dieser Sonntag gehörte jedoch nicht dazu.

Die Gäste legten früh die Richtung fest. In der 17. Minute stieg Charlotte Lemke nach einer Ecke am höchsten und köpfte das 1:0. Das 2:0 erzielte Sophia Schrader in der 24. Minute aus 14 Metern präzise in die lange Ecke. Für den auffälligsten Moment des Spiels sorgte Verteidigerin Sina Krüger, die in der 42. Minute mit einem Sololauf über das ganze Feld abschloss. Türkiyemspors Torhüterin Lesley Lergenmüller war zwar noch am Ball, konnte nicht verhindern, dass er ins Tor trudelte.

Das vierte Tor fiel in der 80. Minute und war aus Sicht der Hausherrinnen symptomatisch für diesen Nachmittag. Ein Missverständnis zwischen Torfrau und Abwehrspielerin öffnete Sarah Schrader die Tür. Pankows Trainerin Josi Ruß konnte die Szene selbst kaum erklären: Sie habe nur gesehen, „dass Sarah den Ball wohl mit der Hacke an beiden vorbei geschummelt und dann ins leere Tor geschossen“ habe. Rußsprach anschließend von einem verdienten Sieg und verwies auf weitere klare Chancen durch Lemke beim 0:0 und Schrader beim Stand von 3:0.

In Kreuzberg herrschte dagegen Ernüchterung. Türkiyemspor-Trainerin Sinem Solmaz ordnete das Ergebnis ohne Ausflüchte ein:
„Ja, das Spiel war nicht unseres. In der ersten Halbzeit waren wir nicht richtig da. Pankow hat ihre schnellen Spielerinnen gut eingesetzt und unsere Fehler bei ihren Halbchancen konsequent genutzt. In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich besser, aber vorne hat uns die nötige Bissigkeit gefehlt. War nicht unser Tag.“


Friedrichshagener SV – BSV GW Neukölln 3:1 (3:0): Der FSV löst den Knoten

Der Friedrichshagener SV hat seine Durststrecke beendet und mit einem 3:1 gegen den BSV Grün-Weiß Neukölln wichtige Punkte eingefahren. Co-Trainer Dustin Lefevres sprach anschließend von einem „Superspiel“ seiner Mannschaft, die in nahezu allen Spielphasen wacher und entschlossener agierte als zuletzt.

Die Partie war früh entschieden. In der 20. Minute eröffnete Letizia Gattner mit einem sehenswerten Distanzschuss den Torreigen. Nur fünf Minuten später erhöhte Sarah Weihmann nach einer ansehnlichen Kombination auf 2:0, indem sie an Torhüterin Lisa Schrama vorbeiging und ins leere Tor einschob. In der 27. Minute fiel bereits das 3:0: Weihmann setzte sich erneut durch, ihr Schuss wurde abgefälscht, und Lilli Zellmer staubte ab. Nach einer guten halben Stunde war der Drops damit gelutscht.

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Marlies van Elferen (l.) im Zweikampf mit Neuköllns Nele Becker.

Neukölln war allerdings nicht chancenlos. Nach Einschätzung von Lefevres tauchten die Gäste mehrfach gefährlich auf, doch es fehlte an der nötigen Durchschlagskraft. Was dennoch auf das Tor kam, entschärfte Ronja Kessel souverän. Lefevres hob die Leistung seiner Torhüterin hervor, sie habe „mitgespielt wie ein zusätzlicher Feldspieler“ und mehrere Situationen „in Manuel-Neuer-Manier“ gelöst. Der entscheidende Unterschied lag für ihn im Gesamtauftritt: Friedrichshagen sei „deutlich konzentrierter“ aufgetreten als in den Wochen zuvor, was sich auf Stabilität und Zielstrebigkeit ausgewirkt habe.

In der 76. Minute verkürzte Neukölln per Elfmeter durch Laura Lück. Die aufkommende Unruhe auf beiden Seiten brachte Friedrichshagen jedoch nicht mehr aus der Balance. Der FSV verteidigte konsequent und brachte den verdienten Sieg ohne weitere Schäden über die Zeit.

Foto: Friedrichshagener SV


Viktoria 1889 U20 – Viktoria Mitte 5:0 (2:0): Pferd „Viki“ springt nicht höher, als es muss

Die U20 des FC Viktoria 1889 hat Viktoria Mitte mit 5:0 geschlagen und behält damit die Spitzengruppe der Berlin-Liga in Sichtweite. Trainer Darien Hoffmann hatte seiner Mannschaft vor der Partie einen Sieg abverlangt – diese Vorgabe wurde erfüllt, auch wenn er nicht in allen Bereichen zufrieden war. „Es ist ein Lernprozess, auch gegen – und das ist nicht despektierlich gemeint – schwächere Gegner genauso hoch konzentriert zu Werke zu gehen wie gegen ein Top-Team. Das habe ich ihnen am Ende mitgegeben. Ich bin aber auch nicht sauer. Man kennt das, in so einem Spiel fehlen dann zehn Prozent. Am Ende war uns wichtig, die drei Punkte mitzunehmen und das ist uns gelungen“, sagte er.

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Voll auf Kurs: Gabby Kelly-Niemack mit der U20 des FC Viktoria 1889.

Das 1:0 erzielte Deborah Chmieleski nach feinem Steckpass von Layla El Khanji (17.). Joana Tibus erhöhte sieben Minuten später, begünstigt durch einen Torwartfehler. Nach der Pause schloss Denise Eder in der 62. Minute einen Konter erfolgreich ab. Das 4:0 ging auf das Konto von Milla Anhuth, die mit einem herrlichen Heber aus der Distanz traf (79.). Den Schlusspunkt setzte Vicdan Yavas in der 89. Minute mit einem Linksschuss aus rund 20 Metern nach einem Einwurf. Der Ball senkte sich oben links ins Tor – aus Hoffmanns Sicht das Highlight des Tages.

Foto und Titelbild: Jessika Ekinci


SV Askania Coepenick – Berolina Mitte 0:7 (0:4): Lehrstück für Askania

Der SV Askania Coepenick hat im Berlin-Liga-Duell gegen den Tabellenzweiten Berolina Mitte eine klare Niederlage hinnehmen müssen. Das 0:7 spiegelt die Kräfteverhältnisse deutlich wider, trifft die Köpenickerinnen jedoch nicht unvorbereitet: Als Aufsteiger kämpfen sie um den Klassenerhalt und belegen derzeit den ersten Nicht-Abstiegsplatz, während Berolina Mitte mit nur einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Stern 1900 um den Aufstieg mitspielt.

Askania-Trainer Gregor Seemann ordnete die Pleite nüchtern ein. Sein Plan, „gegen diesen bärenstarken Gegner so lange wie möglich die Null zu halten“, war früh Makulatur. Nach einer Ecke glitt Torhüterin Leah Kurz der Ball durch die Hände, Silvia Engels reagierte am schnellsten – das 0:1 war die Folge (10.). „Bis dahin konnten sie nicht recht viel mit uns anfangen, aber sowas passiert uns dann eben“, sagte Seemann. Bis zur Pause zog Berolina durch Treffer von Mathilde Zeuzem (14.), Arzum Eren (21.) und Maiken Ueberschär (23.) auf 4:0 davon.

Zur zweiten Halbzeit stellte Seemann um und brachte einen kompletten Offensivblock. In den folgenden 15 bis 20 Minuten zeigte Askania jenen Abschnitt, der für den Trainer trotz des Ergebnisses wertvoll ist. Seine Mannschaft setzte Akzente, suchte den Weg nach vorn und zwang Berolina zu erhöhter Aufmerksamkeit. „Da merkt man ja so ein bisschen, wenn der Gegenüber Puls bekommt“, so Seemann mit Blick auf Beros Coach Frank Krug. Doch ein Konter, abgeschlossen von Ueberschär (61.), und gleich darauf ein Treffer von Emma Lamprecht zog dem Aufsteiger endgültig den Zahn. Mit zunehmender Spieldauer schwand die Gegenwehr und Engels krönte ihre starke Leistung mit ihrem zweiten Tor zum 0:7 (84.).

Seemann fand dann auch lobende Worte für den Gegner. Berolina verfüge „in der Breite über unheimlich schnelle Spielerinnen, abschlussstark, zweikampfstark“. Diese Mannschaft gehöre in die Regionalliga und habe auch das Zeug dazu, dort zu bestehen. Für Askania bleibt die Partie ein Lehrstück ohne nennenswerten Schaden für die Moral. Die nächste Aufgabe führt Köpenick zu Hansa 07 – ein Duell, das sich eher auf Augenhöhe abspielen dürfte und in dem die gewonnenen Erkenntnisse in die Waagschale geworfen werden sollen.


SV Lichtenberg 47 – FSV Hansa 07 1:3 (1:1): „Schwarzer Tag“ trotz Traumstart

Der SV Lichtenberg 47 hat eine herbe Enttäuschung erlebt. Trotz eines frühen Führungstreffers verlor das Team von Trainer Martin Biermann am Sonntag sein Heimspiel gegen den FSV Hansa 07 mit 1:3 (1:1). Biermann sprach später von einem „schwarzen Tag“ – und fand dafür klare Gründe.

Dabei begann die Partie aus Sicht der Gastgeberinnen nahezu ideal: Bereits nach fünf Minuten schloss Leonie Meyer einen mustergültig vorgetragenen Angriff ab. Die Offensivspielerin zog an der Strafraumkante nach links und jagte den Ball mit dem linken Fuß unhaltbar ins Netz – ein Treffer, der zunächst Sicherheit versprach. Doch Lichtenberg verlor den Faden. „Warum und wieso, weiß ich nicht“, rätselte Biermann. „Da war keine Bewegung ohne Ball und wir haben Bälle nicht festmachen und sie schon gar nicht in den eigenen Reihen halten können.“

Die Gäste nutzten die zunehmende Verunsicherung. Nach einer halben Stunde erzielte Lea Berndorf den Ausgleich – Saisontreffer Nummer acht. Aus Biermanns Sicht „eine Kopie“ des Lichtenberger Führungstores: ebenfalls ein Fernschuss, ebenfalls präzise abgeschlossen. Auch nach der Pause blieb Hansa zielstrebiger. Das 1:2 entstand in der 65. Minute durch ein unglückliches Eigentor, nachdem ein bereits geklärter Ball erneut in den Strafraum geschlagen und von Marie Sapiatz unhaltbar abgefälscht worden war. Als Sophia Ostner zwölf Minuten später erneut aus der Distanz genau zielte (76.), war die Partie entschieden.

Dass das Ergebnis nicht noch deutlicher ausfiel, lag aus Sicht des Trainers einzig an seiner Torhüterin, die mehrere Großchancen vereitelte. Viel Trost spendete das nicht. Biermanns Fazit fiel ernüchternd aus: „Hansa war schon auch gut. Aber wir haben heute nichts von dem gezeigt, was uns ausmacht.“