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Viktorias U20 gewinnt erneut zweistellig

Himmelblauer Talentschuppen nistet sich in der Spitzengruppe ein +++ Borussia mit souveränem Sieg +++ Verletzung überschattet Spiel beim FSV

FC Viktoria 1889 – SV Askania Coepenick 10:0 (4:0): Viktorias U20 weiter im Torrausch

Die U20 von Viktoria 1889 hat ihre Favoritenrolle gegen den SV Askania Coepenick souverän bestätigt und einen 10:0-Erfolg eingefahren. Es war der zweite zweistellige Sieg nacheinander. Früh stellte das Farmteam des Zweitligisten die Weichen: Innerhalb der ersten zehn Minuten zog Viktoria auf 4:0 davon.

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Vikis Deborah Chmieleski (am Ball) markierte zwei der zehn Treffer. Foto: Olaf Orywall

Anschließend verlor die Partie aus Sicht der Gastgeberinnen jedoch an Schärfe. „Wir haben das Fußballspielen eingestellt“, monierte Trainer Darien Hoffmann und ordnete den Auftritt nüchtern ein. „Gegen stärkere Gegner wie Stern 1900 oder Borussia Pankow hätten wir heute verloren“, so seine Einschätzung.

In der Halbzeit forderte er daher folgerichtig mehr Fokus und Konsequenz. Seine Mannschaft reagierte und legte nach dem Seitenwechsel sechs weitere Treffer nach. Euphorie wollte beim Trainer dennoch nicht aufkommen. Dafür war die Pflichtaufgabe zu eindeutig – und der Auftritt der Köpenickerinnen zu harmlos.


Borussia Pankow – BSV GW Neukölln 5:0 (2:0): Ruß-Elf mit solider Performance

Borussia Pankow hat in der Berlin-Liga der Frauen einen verdienten 5:0-Heimsieg gegen den BSV Grün-Weiß Neukölln eingefahren. Trotz personeller Engpässe und einiger Umstellungen bestimmte das Team von Trainerin Josi Ruß die Partie über weite Strecken und ließ defensiv nichts zu.

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Foto: Borussia Pankow

Die Anfangsphase verlief trotz klarer Feldüberlegenheit zunächst zäh. Pankow tat sich im Spielaufbau schwer und kam nur selten zu klaren Abschlüssen. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit fiel der Knoten: In der 38. Minute brachte Sophia Schrader Borussia in Führung, fünf Minuten später legte sie zum 2:0 nach (43.) und sorgte spätestens damit für spürbare Erleichterung.

Nach der Pause erhöhte Pankow den Druck. Sophia Schrader stellte mit ihrem dritten Treffer in der 47. Minute früh auf 3:0. Borussia dominierte nun klar, erspielte sich zahlreiche Chancen und schnürte Neukölln tief in der eigenen Hälfte ein. Charlotte Lemke erhöhte in der 77. Minute per Kopf nach einer Ecke auf 4:0, ehe Angelina Säwe zwei Minuten später den 5:0-Endstand markierte (79.).

Neukölln blieb über die gesamte Spielzeit ohne nennenswerte Offensivaktion. Aus Sicht von Trainerin Josy Russ war es ein solides, seriös geführtes Spiel – mit dem einzigen Makel, dass angesichts der Vielzahl an Chancen ein noch deutlicheres Ergebnis möglich gewesen wäre.


Friedrichshagener SV – FSV Hansa 07 0:1 (0:0): Hansa siegt spät – Partie von Verletzung überschattet

Der FSV Hansa 07 hat das Auswärtsspiel beim Friedrichshagener SV mit 1:0 gewonnen und die Vorrunde der Berlin-Liga der Frauen auf einem überragenden sechsten Tabellenplatz abgeschlossen. Das entscheidende Tor erzielte Sonja Laukemper in der 74. Minute. Überschattet wurde die Partie jedoch von einer schweren Verletzung der Friedrichshagener Kapitänin Laura Salewski kurz vor der Pause.

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Lilli Zellmer (l.) hatte in der ersten Hälfte die Führung für den FSV auf dem Fuß. Foto: Friedrichshagener SV

Friedrichshagen hatte in der ersten Halbzeit mehrfach die Führung auf dem Fuß. Co-Trainer Dustin Lefevres verwies auf gute Möglichkeiten von Lilli Zellmer und Sarah Marten sowie weitere Chancen. Hansa 07 agierte defensiv kompakt und suchte nach seinen Angaben sein Heil vor allem in langen Bällen nach vorne. Der sportliche Verlauf geriet für Lefevres jedoch spätestens kurz vor der Pause in den Hintergrund. Eine Hansa-Stürmerin unterbrach laut dem Co-Trainer den Spielaufbau ruppig und brachte Salewski im eigenen Strafraum zu Fall. Die Kapitänin verletzte sich dabei schwer, ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus. Eine genaue Diagnose stand zunächst aus. Lefevres sprach davon, dass seine Mannschaft ab diesem Zeitpunkt unter Schock gestanden habe – ebenso wie das Trainerteam.

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Nach der Pause zeigten sich die Gastgeberinnen zunächst gefasst. „Wir hatten noch mal Bock“, sagte Lefevres. Friedrichshagen traf sogar, der Treffer wurde jedoch wegen eines Schiebens aberkannt. Auf der Gegenseite zählte wenig später das Tor für Hansa – aus Sicht Lefevres trotz eines vergleichbaren Kontakts. Laukemper bugsierte nach einer Ecke von rechts am rechten Torraumeck den zweiten Ball in die lange Ecke.

In der Folge machte Hansa 07 defensiv „den Laden dicht“. Friedrichshagen verlor nach eigenen Angaben zunehmend die Lust am Spiel. Besonders verärgert zeigte sich Lefevres darüber, dass sich weder während der Unterbrechung noch nach Abpfiff jemand von Hansa 07 nach dem Zustand von Zalewski erkundigt oder entschuldigt habe. Zudem monierte er ein insgesamt überhartes Auftreten der Gäste. Der sportliche Wert der Partie sei für das Trainertrio irgendwann zweitrangig gewesen – die Sorge um die Gesundheit der Spielerinnen habe im Vordergrund gestanden.

Hansas Stürmerin Lea Berndorf war mit der Darstellung der Szene, in der sich Salewski verletze, überhaupt nicht einverstanden: „Das stimmt so nicht. Die Verletzung entstand bei dem Versuch, eine Torchance von uns zu unterbinden und hat uns natürlich auch schockiert. Unsere Spielerin, die an der Szene beteiligt war, ist hin und hat sich erkundigt, wie es der verletzten Spielerin geht. Und nach Abpfiff wurde unsererseits gute Besserung gewünscht.“


SV Lichtenberg 47 – Moabiter FSV 6:1 (2:1): Li47 überrascht Moabit mit starker Vorstellung

Der SV Lichtenberg 47 hat in der Berlin-Liga der Frauen ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt und den Moabiter FSV mit 6:1 geschlagen. Maßgeblichen Anteil am überraschend klaren Erfolg hatte Leonie Meyer, die das Spiel mit Toren, Präsenz und taktischer Disziplin prägte.

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Foto: Lichtenberg 47

Lichtenberg erwischte den besseren Start und setzte Moabit früh unter Druck. Leonie Meyer erhöhte früh auf 2:0, nachdem Kira Babiy die Gastgeberinnen noch früher in Führung gebrachte hatte (2.). Moabit kehrte langsam aber sicher in die Partie zurück und nach einem verwandelten Handelfmeter von Felizitas Schlechta zum 2:1 (32.) war die Partie wieder offen. Moabit schnupperte in dieser Phase sogar am Ausgleich. Auch nach der Pause lag das 2:2 in der Luft, als Jule Klandt eine große Möglichkeit liegen ließ. „Den macht sie normalerweise mit links und 40 Fieber“, kommentierte FSV-Coach Martin Meyer diese vielleicht spielentscheidende Szene.

Trainer Martin Biermann hatte bereits zur Halbzeit reagiert und Leonie Meyer von der vordersten Linie auf die Sechserposition zurück beordert. Diese Umstellung griff. Lichtenberg gewann wieder mehr Kontrolle, stabilisierte das Zentrum und setzte offensiv die entscheidenden Nadelstiche. Meyer selbst bugsierte eine Ecke zum 3:1 in die Maschen (51.) und verwandelte später auch den Foulelfmeter zum 5:1 (74.). Der Widerstand der Gäste war damit gebrochen. Die eingewechselte Elisa Gronau machte das halbe Dutzend voll (84.). Das 4:1 hatte Chiara Wendt in der 70. Minute markiert.

Biermann zeigte sich hochzufrieden: Es seien nicht nur die Tore gewesen, sondern die Art, wie Meyer das Spiel gelesen habe. Insgesamt habe seine Mannschaft sehr stabil agiert – mit und gegen den Ball. Der gut besetzte Kader im Vergleich zur Vorwoche habe ebenfalls seinen Anteil. „So lässt es sich gut in die Winterpause gehen“, bilanzierte der Lichtenberger Trainer. Neben Meyer hob er ausdrücklich Torhüterin Anneke Becker hervor, die in brenzligen Situationen – wie schon zuletzt gegen Inter – zuverlässig parierte.

Moabits Trainer Martin Meyer sprach ebenfalls von einem verdienten Sieg für Lichtenberg, zeigte sich aber enttäuscht vom eigenen Auftritt. Man habe sich mehr vorgenommen, Lichtenberg jedoch eine sehr stabile und strukturierte Leistung gezeigt.

Fotos(2): Moabiter FSV


SFC Stern 1900 – FFC Berlin 2004: Wurde auf Wunsch des FFC Berlin 2004 auf diesen Donnerstag, 18.12., 19.45 Uhr verlegt


Titelbild: Jessika Ekinci