Zu stark für die Breite der Berlin-Liga, zur Spitze fehlt noch ein Stück – für die Thomaschewski-Elf ist der Weg das Ziel.
Der Moabiter FSV spricht gerne davon, am Ende „Best of the rest“ sein zu wollen und meint damit, drei Teams hinter sich zu lassen – Stand jetzt sind das der FFC, Viktoria Mitte und Askania. Die FSV Hansa 07 auf dem aktuellen sechsten Platz könnte so etwas wie die obere Marke des Liga-Mittelfelds darstellen, an der Spitze machen Bero, Stern, Vikis U20 und Pankow die Meisterschaft unter sich aus. Fehlt noch ein Team: der FC Inter, Platz 5 nach der Vorrunde.

Die Mannschaft von Trainer Oliver Thomaschewski zieht Kraft ihrer Ergebnisse eine eigene Linie: Zu stark für das Mittelfeld aber noch nicht so weit, dem Führungsquartett gefährlich zu werden. Hätte jemand Thomaschewski diesen Zwischenstand vor der Saison andrehen wollen, er hätte dankend abgelehnt. Da standen ihm aber auch noch Top-Torjägerin Marta Stodulska und ihre Lebensgefährtin und Mittelfeld-Ass Marie Weidt zur Verfügung, zwei Ausnahmespielerinnen in der Berlin-Liga.
Marta Stodulska und Marie Weidt kehren nicht zurück
Doch Stodulska verletzte sich vor Saisonbeginn schwer an der Schulter und fiel für die Vorrunde aus und mit ihr auch die Fahrgemeinschaft mit Weidt zum Inter-Platz. Daran ändert sich auch in der Rückrunde nichts: „Die beiden kommen nun aus beruflichen Gründen nicht zurück“, sagt Thomaschewski.



Ohne die beiden findet er Platz fünf gar nicht schlecht. Schließlich habe man nicht nur den Ausfall des Duos verkraften müssen, sondern auch einen amtlichen Umbruch. „Wir haben neun Zugänge gehabt“, erinnert der Trainer. Und alle zusammen hätten dann quasi noch einmal umschulen müssen, schließlich sei die Spielweise nebst Vorbereitung von Inter, sei es mit oder ohne Ball, durchaus auf Stodulska und Weidt zugeschnitten gewesen.
Die junge Mannschaft braucht noch Zeit
Streng genommen sei man also noch beim Einspielen, aber grundsätzlich laufe es schon sehr gut, so Thomaschewski. Zwar konnte man den vier Topteams nur einen Punkt abringen (1:1 gegen Pankow), aber der Abstand ist nicht allzu groß, die Resultate waren knapp. „Es wird mit dieser jungen Mannschaft noch zwei, drei Spielzeiten dauern, bis wir das Niveau von Bero oder Stern erreicht haben, aber wir sind auf einem guten Weg“, sagt der Coach.

Besonders die Entwicklung in der Offensive gefalle ihm gut. Im Jahr eins nach Stodulska verteile sich das Toreschießen auf mehrere Schultern. „Lena Hegnal hat zwölf Treffer und Julia Kaiser zehn, das ist ordentlich“, findet der Coach. Besonders freue ihn das Torekonto von Kaiser (Titelbild: Laura Timme), weil sie vor der Kiste um einiges effizienter geworden sei.

Einen Schwerpunkt will Thomaschewski in der Rückrunden-Vorbereitung noch setzen, sobald das Wetter es zulässt: Seine Mannschaft fängt ihm noch zu viele Gegentore. „Nicht dramatisch, das geht aber besser“, sagt er. Dazu gehörten dann nicht nur das Verhalten im Angriffs- oder Mittelfeldpressing, sondern auch das Verteidigen in der Tiefe. Unterstützung erhält Inter dabei von Marlene Schmidt, die von der U20 der Viktoria nach Schöneberg wechselt, verzichten muss es auf Gina-Maria Ziegelt, die sich dem Friedrichshagener SV angeschlossen hat.

Wie gesagt: Eigentlich gefällt Thomaschewski das Standing seiner Elf schon ganz gut. Der Erhalt des Status quo im weiteren Verlauf der Saison erklärt sich daher als Ziel von selbst. „Dazu würden wir ganz gerne Bero oder Stern ein Bein stellen. Und vielleicht noch Pankow überholen in der Tabelle. Das wird schwer genug, alles wirklich starke Mannschaften.“ Einen ersten Richtungsweiser wird es gleich am ersten Spieltags des Restprogramms geben, dann gastiert der FC Inter bei Borussia Pankow (Sonntag, 22. Februar, 13.15 Uhr).
Fotos: Matthias Vogel

