Vikis U20 in blendender Spiellaune +++ Balsam für geschundene Pankower Seelen +++ Personalsorgen bei Inter und Neukölln +++ Kreuzberg-Derby geht an Türkiyemspor
FC Inter – FFC Berlin 2004 9:1 (3:1): Inter festigt Platz fünf mit Kantersieg.
Der FC Inter hat seine Position im oberen Tabellenbereich der Berlin-Liga der Frauen gefestigt. Gegen den Tabellenletzten FFC Berlin 2004 gewann der Tabellenfünfte deutlich mit 9:1. Zur Pause stand es 3:1. Den Anfang machte Lucy Grote in der 12. Minute. Nach dem Seitenwechsel legte sie mit ihrem Treffer in der 47. Minute den Grundstein für eine torreiche zweite Hälfte, in der Inter insgesamt sechs weitere Treffer erzielte. Lena Hegnal markierte ihre Saisontore 14 und 15, Julie Ram und Lena Ghebreselasie und ein Eigentor trieben das Ergebnis in die Höhe.
Personalmangel: Inter beendet Partie zu zehnt
Trainer Oliver Tomaszewski zeigte sich mit der Entwicklung seiner Mannschaft zufrieden, auch wenn er noch mehr Tore für möglich hielt. „Wir haben nur zu wenig daraus gemacht“, sagte er mit Blick auf fünf bis sechs weitere Großchancen, die allerdings sehr schön herausgespielt worden seien. Weniger zufrieden war Tomaszewski mit der personellen Situation. Inter trat nur mit elf Spielerinnen an. „Drei im Urlaub, eine abwesend, zwei verletzt – dann sieht das so aus“, erklärte der Trainer. Zudem verletzte sich während der Partie auch noch Cindy Hagen, sodass Inter die Begegnung mit zehn Spielerinnen beenden musste.
Trotz der dünnen Personaldecke bleibt Inter stabil auf Platz fünf. Der Abstand zum sechsten Tabellenrang beträgt nach diesem Spieltag bereits zehn Punkte – Inter bildet damit weiterhin die klare Grenze zwischen dem oberen Tabellenbereich der Berlin-Liga und dem restlichen Feld.
FC Viktoria 1889 U20 – Moabiter FSV 14:0 (9:0): Viki macht Hausaufgaben – Lehrer gibt die Note 1 mit Stern.
Die U20 des FC Viktoria 1889 Berlin hat ihre Offensivstärke eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gegen den Moabiter FSV gewann Himmelblau deutlich mit 14:0. Bereits zur Pause stand es 9:0.

Die Gäste waren personell stark angeschlagen. Moabit reiste nur mit zwölf Spielerinnen an und musste zudem früh wechseln. Trainer Martin Meyer erklärte nach dem Spiel, dass die Verletztenmisere derzeit so groß sei, dass sogar drei Spielerinnen aus dem Bezirksliga-Kader mit dabei waren.
FSV-Coach Meyer: „Zwölf Heldinnen dabei“
Gegen ein „absolutes Top-Team dieser Liga“ habe seine Mannschaft daher auf verlorenem Posten gestanden. Dennoch stellte Meyer klar, dass seine Mannschaft das Spiel unbedingt zu Ende bringen wollte. „Heute waren zwölf Heldinnen dabei“, sagte er. Zu keinem Zeitpunkt sei es Thema gewesen, die Partie nicht zu beenden. Seine Spielerinnen hätten die eigenen Werte hochgehalten, dafür zollte er ihnen großen Respekt.

Ungeachtet der schwierigen Ausgangslage der Gäste zeigte sich Viktoria-Trainer Darien Hoffmann sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Er sprach von einer „super konzentrierten, mutigen, erwachsenen Vorstellung“ mit großer Dominanz und guten Ideen im Spiel. Es habe Spaß gemacht, dieser Partie zuzuschauen, sagte Hoffmann. Zudem könne in der Endabrechnung auch das Torverhältnis eine Rolle spielen.
Aus einer insgesamt starken Mannschaftsleistung hob Hoffmann besonders Lea Hahn hervor. Die Außenverteidigerin erzielte fünf Treffer selbst und war an drei weiteren Toren beteiligt. „Das war schon beeindruckend“, sagte Hoffmann. Mit dem deutlichen Sieg bleibt Viktoria weiter an der Tabellenspitze dran. Fotos: Jessika Ekinci
Friedrichshagener SV – SV Askania Coepenik (4:2): Spät entschieden – Friedrichshagen zittert sich zum 4:2
Der Friedrichshagener SV hat in der Berlin-Liga der Frauen sein Heimspiel gegen Askania Köpenick mit 4:2 gewonnen. Zur Pause führte der FSV mit 2:0. Co-Trainer Dustin Lefevre sprach von einem verdienten Sieg, der „aus eigener Leichtfertigkeit“ beinahe noch verspielt worden wäre.

Die Führung fiel früh. In der 8. Minute traf Sarah Weihmann aus großer Distanz. Lefevre sprach von rund 40 Metern. Der Ball setzte neben dem Pfosten auf, Askania-Torhüterin Lea Kurz wähnte ihn schon im Aus – doch er sprang neben dem Pfosten ins Tor. Das 2:0 entstand nach gut einer Viertelstunde aus einer schönen Kombination über die linke Seite. Leni Hänel bereitete vor, im Zentrum vollendete Christin Bertelsmann.
In der 87. Minute gelingt Askania der Ausgleich
„Und dann haben wir wohl gedacht, wir brauchen nichts mehr machen“, sagte Lefevre. Dem war nicht so. In der 64. Minute kam Karolin Kock durch und verkürzte auf 2:1. Askania zeigte Moral und glich in der 87. Minute durch Sophie Hentschel per Freistoß unter die Latte aus.

In der Schlussphase entschied Friedrichshagen die Partie dennoch. Nach einem Foul von Emma Braun verwandelte Gina-Maria Ziegelt den fälligen Elfmeter zum 3:2. Kurz darauf fiel nach einer Ecke der Ball im Getümmel vor die Füße von Sarah Marten, die zum 4:2 einschob. Beim Strafstoß hatte Askania-Trainer Gregor Seemann allerdings ein Foulspiel der Friedrichshagenerinnen gesehen. Am Ergebnis änderte das nichts – der Sieg blieb beim FSV. Fotos: Laura Thill
Borussia Pankow – Viktoria Mitte 5:1 (3:1): Schrader doppelt und dreifach – Pankow siegt souverän.
Borussia Pankow hat in der Berlin-Liga der Frauen einen ungefährdeten 5:1-Heimsieg gegen Viktoria Mitte eingefahren. Trainerin Josi Ruß sprach von einer soliden Vorstellung ihrer Mannschaft. Ganz spurlos sei die unglückliche Pokalniederlage gegen Türkiyemspor Berlin unter der Woche aber nicht geblieben. „Die Köpfe waren schon unten“, sagte sie. Für einige Spielerinnen sei das emotional hart gewesen. Dennoch habe Pankow rund 75 Prozent Ballbesitz gehabt und trotz Rotation weitere Chancen herausgespielt.

Den Torreigen eröffnete Youngster Sophia Schrader in der 20. Minute. Ihr Versuch von der rechten Seite aus rund 25 Metern, vielleicht als Flanke gedacht, senkte sich hinter der Gästekeeperin ins Tor. In der 28. Minute erhöhte ihre Schwester Sarah Schrader nach Steckpass auf 2:0. Der Anschlusstreffer von Isabel Pfannkuche (31.) brachte Viktoria kurz zurück ins Spiel, doch Pankow antwortete noch vor der Pause. Emma Lehberger traf aus etwa 20 Metern zum 3:1. Die zentrale Mittelfeldspielerin aus der eigenen Jugend erzielte mit 15 Jahren ihr erstes Tor in der Berlin-Liga.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Sina Krüger nach einem weiteren Steckpass auf 4:1 (71.), bevor Sophia Schrader mit einem abgefälschten Schuss den 5:1-Endstand markierte (73.). Rusßzeigte sich zufrieden. Der klare Sieg sei nach dem verpassten Pokalfinale auch „ein bisschen Balsam für die geschundenen Seelen“ gewesen.
Türkiyemspor U23 – FSV Hansa 07 1:0 (0:0): Wippig macht den Unterschied.
Die U23 von Türkiyemspor Berlin hat in der Berlin-Liga der Frauen FSV Hansa 07 mit 1:0 geschlagen und sich damit für die deutliche 1:7-Hinspielniederlage rehabilitiert. Im engen Rennen um die vorderen Mittelfeldplätze verwiesen die Kreuzbergerinnen einen direkten Konkurrenten in die Schranken. Trainerin Sinem Solmaz sprach am Ende von einem guten und intensiven Spiel beider Teams.

Solmaz sah in der ersten Halbzeit eine insgesamt ausgeglichene Partie. Türkiyemspor kam zwar immer wieder ins letzte Drittel, doch „da hat uns ein bisschen die Idee und Entschlossenheit gefehlt, wirklich torgefährlich zu werden“. Beide Teams ließen wenig zu. Auf jeder Seite gab es etwa zwei Chancen, einmal traf Hansa den Außenpfosten. Viel spielte sich im Zentrum ab, ohne richtig gefährlich zu werden.
Nach der Pause trat Türkiyemspor entschlossener auf. „Wir waren deutlich wilder nach vorne“, sagte Solmaz. In der 60. Minute nutzte Sarah Wippig eine der Möglichkeiten zum 1:0. Danach waren die Gastgeberinnen die aktivere Mannschaft und hätten nach Einschätzung der Trainerin „auf jeden Fall noch ein oder zwei weitere Treffer“ erzielen können. In den Schlussminuten konzentrierte sich die Solmaz-Elf stärker auf die Defensive, um kein spätes Gegentor zu kassieren – mit Erfolg, der Dreier im Kreuzberg-Derby blieb auf dem Blücher.
SV Lichtenberg 47 – BSV GW Neukölln: Lazarett quillt über – Gäste können nicht antreten
Fünf verletzte Spielerinnen im Ligaspiel gegen Pankow, drei weitere im Pokal gegen Hansa – das war für den ohnehin nicht sonderlich breiten Kader von BSV Grün-Weiß Neukölln nicht aufzufangen. „Wir haben keine Mannschaft zusammenbekommen“, erklärte Trainer Helge Kapheim auf Nachfrage. „Nervt, aber ist so.“
Titelbild: Jessika Ekinci

