Matthes-Elf bleibt gegen kompakte Erfurterinnen cool, der Knock-out für die Gäste kommt per spätem Doppelschlag +++ Türkiyemspor unterlaufen zu viele Fehler bei RB Leipzig II: 0:6.
U23 1. FC Union Berlin – 1. FFV Erfurt 3:0 (0:0)
Es war eine Frage der Zeit, bis die U23 des 1. FC Union Berlin auf die Siegerstraße einbog – auch wenn es, wie Trainerin Anja Matthes sagte, „ein bisschen Nerven gekostet“ hat. Beim 3:0-Erfolg gegen den 1. FFV Erfurt tat sich der Favorit lange schwer mit der Aufgabe.

Union war auf eine defensiv ausgerichtete und disziplinierte Erfurter Mannschaft vorbereitet. „Das ist das typische Erfurter Spiel“, sagte Matthes, „tief stehen, gut stehen und auf Fehler von uns warten“. Ein solcher unterlief Union dann sogar. Nach einem Ballverlust wäre Lea Schrenk beinahe zur Nutznießerin geworden, traf jedoch nur den Pfosten. Auf der anderen Seite erspielte sich Union Chancen, scheiterte aber entweder an der exzellent parierenden Torhüterin Anne Büchner oder an der fehlenden Zielstrebigkeit im Abschluss.
Unterschied zum Hinspiel: Union behält einen kühlen Kopf
Im Unterschied zum Hinspiel, das 0:3 verloren ging, ließ sich Union diesmal jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Die Köpenickerinnen blieben ruhig und belohnten sich spät. In der 74. Minute brachte Fatma Sakar, wie Katja Orschmann aus dem Bundesliga-Kader abgestellt, um Spielpraxis zu sammeln, den Ball scharf von rechts nach innen. Ob als Torschuss oder Flanke gedacht, blieb offen. Hannah Kratz war das auch einerlei, als der Ball an den Innenpfosten knallte und ihr vor die Füße sprang: Sie staubte ab.

In der 76. Minute war dann auch schon Elisabeth Steiner durch und legte von der linken Seite quer an die Torraumkante, Clara Okoro brauchte bloß noch den Fuß hinzuhalten. Damit war die Messe so gut wie gelesen. In der Nachspielzeit setzte Steiner noch einen drauf. Okoro revanchierte sich für das Zuspiel zum 2:0 und legte nach einem herrlichen Ball aus dem Zentrum in ihren Lauf quer. „Ein wirklich, wirklich schöner Ball“, sagte Matthes über die Vorbereitung zum 3:0.
Ein Stück weit wechselte das Köpenicker Trainerteam den Sieg auch ein: Kratz und Steiner kamen erst im Laufe der zweiten Hälfte und gaben prompt den Dosenöffner. Union bleibt mit dem Sieg auf Kurs und Spitzenreiter Hertha BSC im Nacken. Fotos (3): Jens Knohr
RB Leipzig II – Türkiyemspor Berlin 6:0 (4:0)
Türkiyemspor-Trainer Amadou Konde war nach dem Abpfiff schonungslos ehrlich. „Wir haben leider nicht gut ins Spiel gefunden“, sagte er. Zu viele individuelle Fehler, keine klaren Aktionen, zu viele kurze Pässe – „wir haben uns das Leben selber schwer gemacht“. Fü die Quittung sorgten die Leipzigerinnen Alexandra Scheffler und Natalie Grenz, die jeweils zwei Tore zur 4:0-Pausenführung der Gastgeberinnen beisteuerten.

Beim Stand von 0:1 aus Sicht der Berlinerinnen hätte die Partie einen anderen Verlauf nehmen können. Ronja Lange setzte Anna-Sophie Fechner mit einem langen Ball von der linken Seite über die Leipziger Kette hinweg stark in Szene. Fechner lief allein im Eins-gegen-eins auf die Torhüterin zu, doch im letzten Moment war noch eine Leipziger Spielerin dazwischen.

In der zweiten Halbzeit setzte Leipzig nach. Ein verwandelter Elfmeter von Leonie Preußler bedeutete das 5:0 (82.), nach einer Ecke machte Melina Bahs per Kopf das halbe Dutzend voll. Konde wollte die Niederlage jedoch nicht allein an der Stärke des Gegners festmachen. „Ein 2:0 oder 3:0 wäre in Ordnung gewesen“, sagte er – mehr sei für Türkiyemspor an diesem Tag aber auch nicht drin gewesen.

Der Blick gehe nun bereits nach vorn: Am kommenden Wochenende wartet mit Turbine Potsdam II die nächste Aufgabe, „dort rechnen wir fest mit einem Dreier“, so Konde. Der wäre auch immens wichtig, soll der Abstiegssog für Türkiyemspor nicht an Kraft gewinnen. Fotos: Loredana Zafisambondaoky

