Im Spiel der Woche zwischen dem SV Askania Coepenick und dem BSV GW Neukölln geht es um nicht weniger als das Prestige – das Kellerduell soll unbedingt gewonnen werden.
Wenn am Sonntag um 15 Uhr der SV Askania Köpenick den BSV Grün-Weiß Neukölln empfängt, treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich ihre Saison anders vorgestellt hatten – und gerade deshalb genug Motivation für einen intensiven Saisonendspurt mitbringen.

Zwar steht im Tabellenkeller der Berlin-Liga der Frauen bereits vieles fest. Doch weder Askania noch Neukölln wollen die Spielzeit einfach austrudeln lassen. Für beide geht es darum, die Saison mit einem möglichst guten Ergebnis abzuschließen, Plätze gutzumachen und den direkten Konkurrenten hinter sich zu lassen.

Bei Grün-Weiß Neukölln begleitet Trainer Helge Kapheim die Vorbereitung einmal mehr mit personellen Sorgen. „Elf Leute werden wir haben und hoffentlich auch zwei auf der Bank“, sagt er. Von optimalen Voraussetzungen könne keine Rede sein. Verletzungen, schwankende Trainingsbeteiligung und immer neue Ausfälle hätten die Saison geprägt. Wieder sollen deshalb junge Spielerinnen Verantwortung übernehmen. „Wir versuchen gerade, aus Mädchen Frauen zu machen“, formuliert Kapheim mit Blick auf seine jungen Spielerinnen, die an solchen Begegnungen wachsen sollen.



Trotz aller Probleme benennt der Neuköllner Trainer den eigenen Anspruch klar. Askania soll hinter Grün-Weiß bleiben. „Wir sind eigentlich nicht in die Saison gestartet, um im unteren Drittel zu spielen“, sagt er. Entscheidend werde sein, welche Spielerinnen tatsächlich zur Verfügung stehen – und in welcher Verfassung. „Ich bin mehr Aufsteller als Trainer“, sagt er halb ironisch. „Ich stelle die auf, die da sind.“
Neuköllns Coach Helge Kapheim: „Es wird zäh!“
Dass die Aufgabe in Köpenick unangenehm werden kann, weiß Kapheim aus eigener Erfahrung. Im Pokal ging es dort in der vergangenen Saison bis in die Verlängerung. Kleine Plätze, enge Spiele, wenige Chancen – genau so erwartet er auch diesmal die Partie. „Es wird zäh“, prognostiziert der Trainer.

Auch beim SV Askania Coepenick ist die Personaldecke zuletzt nicht größer geworden. Verletzungen und angeschlagene Spielerinnen erschweren die Planung erheblich. Trainer Marco Cappa verfolgt dennoch ein klares Ziel: Die Saison soll mit einem positiven Gefühl beendet werden.
Die Marke von 20 Punkten haben die Köpenickerinnen dabei weiterhin im Blick. Dafür braucht es in den letzten drei Spielen noch zwei Siege. Entsprechend fokussiert geht Askania in das Duell mit Neukölln. Cappa warnt vor dem Gegner trotz dessen schwieriger Rückrunde: „Solche Mannschaften darf man nicht unterschätzen“, betont er.

So treffen am Sonntag zwei Teams aufeinander, die ähnliche Probleme begleiten: kleine Kader, Verletzungssorgen und schwierige Wochen in der Rückrunde. Gerade deshalb dürfte vieles über Einsatz, Tagesform und Mentalität entschieden werden – auch die Frage, wer in dieser Saison am Ende die Nase vorn hat.
Fotos: Matthias Vogel

