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Bero sichert sich die Vizemeisterschaft

Pokalfinalist dreht Partie gegen mutige Lichtenbergerinnen +++ Vikis U20 erleidet Schiffbruch in Pankow +++ Stern mit mäßiger Probe für die Aufstiegsspiele.

Pankow zeigt nach Pokal-Klatsche bemerkenswerte Reaktion

Nur zwei Tage nach dem heftigen 1:7 im Pokal gegen Berolina Mitte schlägt Borussia Pankow die U20 des FC Viktoria 1889 Berlin mit 4:2 (2:1). Trainerin Josi Ruß hatte nach der Pokal-Klatsche mehr Leidenschaft gefordert und ihre Mannschaft defensiver eingestellt. Statt hohem Pressing verteidigte Pankow kompakt und setzte auf Konter – mit Erfolg.

In der 21. Minute spielte Lucie Ruß einen Doppelpass mit Lena Pflanz, scheiterte zunächst an der Torhüterin, ehe Sarah Schrader heraneilte und den Abpraller vehement verwertete. Das 2:0 entstand erneut nach schnellem Umschalten: Marlene Schmitt sprintete nach einem schnell ausgeführten Freistoß dazwischen und spielte schnell in die Tiefe auf Angelina Säwe, die den Ball noch einmal mitnahm und dann einschob (34.).

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Für Pankow ist der Sieg wie Balsam auf die geschundene Pokal-Seele. Foto: Borussia Pankow

Kurz vor der Pause verkürzte Deborah Chmieleski auf 1:2. „Den hat sie direkt mit der Hand ins Tor mitgenommen, das hat der Schiedsrichter übersehen“, so Josi Ruß . Ihr „Bammel“ davor, ihr Team könnte nun einknicken und die bis dahin stark geführte Partie noch aus der Hand geben, war unnötig. Denn direkt nach Wiederbeginn stellte Lena Pflanz nach einem Fehler im Spielaufbau per Lupfer auf 3:1 (47.).

Spannend wurde es noch einmal in der Schlussphase. Nach einem zu kurzen Rückpass und Pressschlaverursachte Anna Zick einen Strafstoß. Linda Wicke parierte zwar, doch Layla El Khanji traf im Nachschuss zum 2:3. In der hitzigen Nachspielzeit sah die Torschützin die Ampelkarte, bereits zuvor war Vikis Trainer Darien Hoffmann wegen Meckerns des Feldes verwiesen worden.

Den Schlusspunkt setzte Caro Roeseler, die nach einem Ballgewinn an der Mittellinie auf und davon zog und zum 4:2 einschob. „Ein sehr wichtiger Sieg für die Mädels – aber auch für mich. Weil ich nach dem Aus im Halbfinale gesehen habe, dass die Mannschaft eben doch noch Leidenschaft hat.“

Hoffmann sprach anschließend von einem „nicht guten Spiel“ seiner Mannschaft. Bitter für Viktoria: Hoffmann und El Kanchi fehlen damit im Pokal-Finale der zweiten Mannschaften am kommenden Sonntag gegen Hertha BSC II.


Bero dreht frühen Rückstand und ist Vizemeister

Im vorgezogenen 25. Spieltag der Berlin-Liga der Frauen hat Berolina Mitte beim SV Lichtenberg 47 mit 4:1 (2:1) gewonnen und sich damit vorzeitig die Vizemeisterschaft gesichert. Weil gleichzeitig die U20 von FC Viktoria 1889 Berlin U20 bei Borussia Pankow verlor, ist Rang zwei nicht mehr zu nehmen.

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Emma Lamprecht zwirbelte für Bero eine Ecke direkt in den Giebel.

Dabei starteten die Gastgeberinnen mutig. Leonie Meyer brachte Lichtenberg nach einem Standard und Strafraumgetümmel in der 10. Minute verdient in Führung. Laut Trainer Martin Biermann hatte sein Team danach sogar noch weitere gute Möglichkeiten, um den Vorsprung auszubauen.

Doch Bero fand besser ins Spiel. Finja Bruns glich in der 30. Minute aus, nur zwei Minuten später drehte Kapitänin Irina von Schorlemer die Partie. Beide Treffer entstanden über die Außenbahnen, wo Berolina laut Biermann deutliche Tempovorteile hatte.

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Derzeit in Topform: Stürmerin Finja Bruns steuerte nach ihren vier Streichen im Pokal erneut einen Treffer für Bero bei.

Im zweiten Durchgang sorgte Emma Lambrecht mit einem direkt verwandelten Eckstoß in der 70. Minute für die Vorentscheidung. Den Schlusspunkt setzte Maiken Ueberschär in der 89. Minute nach einem langen Ball von Beros Torhüterin Emma Haverkamp, der über die Lichtenberger Defensive sprang.

Trotz der Niederlage zeigte sich Biermann zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Motivation und Einstellung seien „eines der besten Spiele der Saison“ gewesen. Der Sieg für Berolina Mitte gehe allerdings „vollkommen in Ordnung“. Fotos: Jens Knohr


Meister gewinnt, überzeugt aber nicht

Der Meister SFC Stern 1900 hat sein Heimspiel gegen die U23 von Türkiyemspor Berlin mit 4:1 (2:1) gewonnen. Zufrieden war Trainer Roman Rießler mit dem Auftritt seiner Mannschaft allerdings überhaupt nicht. Rießler kritisierte vor allem die vielen Fehlpässe und die insgesamt zerfahrene Partie. Zwar lobte er Türkiyemspor ausdrücklich, wollte das aber nicht als Entschuldigung gelten lassen.

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Diana Steinmeyer (l.) kam als eine der wenigen Sternerinnen an ihre Normalform hin. Beleg: Ein Tor, zwei Vorlagen.

Margareta Lorenz brachte Stern nach Vorarbeit von Diana Steinmeyer in Führung. Steinmeyer erhöhte in der 39. Minute nach starker Einzelaktion sehenswert auf 2:0 – eigentlich in einer Phase, in der Türkiyemspor zunehmend Zugriff auf die Partie bekommen hatte und ein Tor der Gäste in der Luft lag. Kurz nach der Pause war es dann auch soweit: Nach einem Fehlpass am eigenen Strafraum traf Sarah Wippig per Sonntagsschuss in den Winkel.

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Türkiyemspor-Stürmerin Sarah Wippig (r.) zieht ab, Toni Haertel im Sterner Kasten lenkt den Ball über die Latte.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel wild. Türkiyemspor hätte mehrfach ausgleichen können. Hannah Baldauf verzog aus der Drehung knapp, später profitierte Nika von Brühl von einem Missverständnis in der Stern-Defensive, scheiterte aber an Schlussfrau Antonia Haertel. Kurz darauf lenkte Haertel einen weiteren Versuch von Sarah Wippig am Ende eines Konters gerade noch zur Ecke. Die dickste Chance für Stern vergab Lorenz nach toller Vorarbeit von Steinmeyer und Querpass völlig freistehend – ihr Versuch war zu zentral, Türkiyem-Torhüterin Lucia Fernandez hatte keine Probleme.

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Aldijana Ibrisevic kam, sah und traf zum 4:1-Endstand.

In der 78. Minute fiel dann die Vorentscheidung: Nach Vorarbeit von Sophie Roll und Elena Gabler staubte Hannah Schmitz zum 3:1 ab. Den Schlusspunkt setzte die eingewechselte Aldijana Ibrisevic, die glänzend freigespielt wurde und die Kugel an Fernandez vorbei zum 4:1 einschob.

„Wir haben heute gegen einen guten Gegner gespielt. Giftig, physisch stark und mit schnellem Umschaltspiel. Und es spricht dann auch für meine Mannschaft, dass sie dieses Spiel trotzdem zieht. Ich kann ihr auch nicht fehlenden Willen absprechen. Aber das war keine gute Vorstellung“, fasste Rießler am Ende diese Partie zusammen. Fotos: Ralf Seedorff


Neukölln verzweifelt an Moabits Torhüterin

Der BSV Grün-Weiß Neukölln dominiert den Moabiter FSV über 90 Minuten, kommt im letzten Heimspiel der Saison aber nicht über ein 0:0 hinaus. Trainer Helge Kapheim war nach Abpfiff „restlos bedient“ und sprach trotz des torlosen Unentschieden vom möglicherweise besten Saisonspiel seiner Mannschaft.

Kapheim zählte rund 30 Torschüsse und zehn Ecken für Neukölln, während Moabit laut seiner Wahrnehmung nur auf zwei Abschlüsse und zwei Eckbälle kam. Seine Mannschaft habe glänzende Pässe in die Spitze und viele herrliche Doppelpässe gespielt und sich zahlreiche Chancen herausgespielt – einzig der Treffer fehlte.

Immer wieder scheiterten die Gastgeberinnen an Moabits Torhüterin Pia Brozek. „Wir haben sie in die Weltelf geschossen“, sagte Kapheim. Brozek habe entweder stark gehalten, stand einfach nur richtig oder die Abschlüsse seien denkbar knapp am Tor vorbeigegangen. Fast wäre die Partie für Neukölln sogar noch völlig bitter ausgegangen. Nach einer Ecke kam Moabit in der 91. Minute noch zu einem Abschluss, den Laura Lück auf der Linie klärte.

Kapheim sprach anschließend von einer „gefühlten Niederlage“. Gerade im letzten Heimspiel der Saison sei das torlose Remis nach einem solchen Spielverlauf nur schwer zu akzeptieren gewesen.


Inter verspielt frühe Führung gegen Friedrichshagen

Der FC Inter Berlin trennt sich vom Friedrichshagener SV 2:2 und muss sich nach starkem Beginn am Ende mit einem Punkt zufriedengeben. Früh schien die Partie klar in Richtung Inter zu laufen. Lena Hegnal (3.) und Julia Kaiser (4.) nutzten hohe Ballgewinne nach aggressivem Pressing zur schnellen 2:0-Führung. Friedrichshagen wirkte in dieser Phase noch überhaupt nicht in der Partie angekommen.

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Doch der Friedrichshagener SV arbeitete sich zunehmend in die Begegnung hinein und entwickelte sich laut Inter-Trainer Oliver Tomaschewski zum erwartet starken Gegner. Noch vor der Pause kamen die Gäste folgerichtig zum Anschlusstreffer durch Stella Kränig (55.). Julia Ahrendt zeichnete für eine intelligente Vorbereitung verantwortlich, als sie nach langem Ball in die Inter-Hälfte und Kerze sich am schnellsten orientierte und den zweiten Ball per Kopf Kränig in den Lauf legte.

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Cindy Hagen machte eine starke Partie als Innenverteidigerin, hier ist sie vor Julia Ahrendt (l.) am Ball.

Nur sieben Minuten später unterlief Inter-Schlussfrau Marie-Theres Husken im Spielaufbau ein folgenschwerer Fehler. Ahrendt erwies sich als wachsame und eiskalte Nutznießerin: 2:2. Bitter, aber: Husken, die Lamis Tiehen vertrat, hatte bis dahin mehrfach stark pariert und ihre Sache laut Tomaschewski sehr gut gemacht.

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Inters Celine Georgi (l.) im Duell mit Angelina Klein.

Der Inter-Coach sah sein Team im ersten Durchgang insgesamt noch besser, sprach nach dem Seitenwechsel aber von einem sehr ausgeglichenen Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Tomaschewski sprach anschließend zwar von einem „ärgerlichen“ Ergebnis nach 2:0-Führung, hielt das Remis insgesamt aber für gerecht. Vor dem letzten Saisonspiel gegen SV Lichtenberg 47 fehlen Inter nun noch drei Punkte, um die gleiche Ausbeute wie in der Vorsaison zu erreichen. Fotos: Laura Timme


Titelbild: Jens Knohr