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Delay Sports greift jetzt auch im Frauenfußball an

Nach beeindrucken Aufstiegserfolgen im Männer- und dessen Nachwuchsbereich arbeitet der Berliner Verein am Aufbau einer Frauenmannschaft. Der Weg soll so schnell wie möglich bis in die Regionalliga führen.

Die sportliche Entwicklung von Delay Sports geht weiter. Nachdem die Männer jüngst den Aufstieg in die Landesliga geschafft haben und sich auch die Nachwuchsabteilung sportlich auf einem vielversprechenden Weg befindet, arbeitet der Verein nun am nächsten Projekt: dem Einstieg in den Frauenfußball.

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Wollen den Berliner Frauenfußball aufmischen: Andreas Schild, Sportlicher Leiter bei Delay Sports und Trainerin Samira Ibraimi.

Zur Saison 2026/27 soll erstmals ein Team an den Start gehen. Als Trainerin hatte sich Samira Ibraimi auf das Gesuch das Vereins hin beworben und sich gegen zahlreiche Konkurrent:innen durchgesetzt. Die 27-Jährige war zuvor in der Nachwuchsarbeit der Mädchen von Viktoria Berlin tätig und leitet beruflich Sportgruppen für Menschen mit geistiger Behinderung. Noch befindet sich das Projekt zwar in der Aufbauphase, die Ziele sind jedoch bereits klar formuliert.

„Bei Delay sind es eigentlich keine Spaßveranstaltungen“

„Bei Delay sind es eigentlich keine Spaßveranstaltungen“, sagt Schild. Der Weg soll also so schnell wie möglich bis in die Regionalliga führen. Drei Aufstiege würden genügen, um die vierthöchste Spielklasse zu erreichen. „Am besten steigen wir dreimal hintereinander auf.“ Gleichzeitig betont der Funktionär, dass nachhaltige Entwicklung wichtiger sei als ein starrer Zeitplan.

Die Idee für eine Frauenmannschaft entstand dabei aus dem Verein selbst heraus. Schild erinnert sich, dass Vereinschef Elias Nerlich den Wunsch bereits vor längerer Zeit formuliert habe. „Ich glaube, irgendwann hat Eli gesagt, dass wir eine Frauenmannschaft brauchen“, erzählt er. Nerlich, einer der bekanntesten deutschen Streamer und Content Creator, treibt gemeinsam mit seinem Team seit Jahren den sportlichen Ausbau von Delay Sports voran. Nach dem Aufstieg der Männer und dem kontinuierlichen Wachstum im Nachwuchsbereich folgt nun der nächste Schritt.

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Samira Ibraimi bezeichnet ihre Aufgabe sowohl als reizvoll als auch als komplex.

Von einem fertigen Team ist das Projekt allerdings noch entfernt. Zwar haben nach Angaben des Vereins bereits mehr als 100 Spielerinnen Interesse bekundet, doch wer am Ende tatsächlich Teil der Premierensaison wird, steht noch nicht fest. „Wenn die Spielerinnen, die Interesse signalisiert haben, tatsächlich kommen, dann sage ich: Regionalliga“, erklärt Schild. Gleichzeitig sei ihm bewusst, dass nicht jede höherklassige Spielerin bereit sei, den Weg in einer neu gegründeten Mannschaft von unten zu beginnen.

Genau darin sehen die Verantwortlichen aber auch eine Chance. Geld erhalten die Spielerinnen nicht. Stattdessen setzt Delay Sports auf die öffentliche Aufmerksamkeit, die Reichweite der Marke und die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. „Gerade als Frau ist es oft schwieriger, gesehen zu werden“, sagt Ibraimi. Die Trainerin ist überzeugt, dass Delay Sports Spielerinnen eine zusätzliche Bühne bieten kann. Sichtbarkeit und Entwicklungsmöglichkeiten sollen deshalb wichtige Argumente für einen Wechsel sein.

Bewerbungen aus ganz Deutschland und dem Ausland

Auch Schild verweist auf diesen Aspekt. Spielerinnen würden bei Delay Sports nicht wegen finanzieller Anreize spielen, sondern wegen der Möglichkeiten rund um das Projekt. Reichweite, Social-Media-Präsenz und öffentliche Wahrnehmung seien Faktoren, die andere Vereine in dieser Form oft nicht bieten könnten. Die Verantwortlichen keine unrealistischen Erwartungen wecken. Immer wieder hätten sich Spielerinnen und Trainerinnen gemeldet, die nicht in Berlin leben. Für Schild ist klar, dass ein Engagement bei Delay Sports nur dann sinnvoll ist, wenn die persönlichen Rahmenbedingungen stimmen. „Man braucht hier einen Job, eine Wohnung und seinen Lebensmittelpunkt in Berlin“, sagt er. Allein wegen eines Platzes bei Delay Sports nach Berlin zu ziehen, sei keine realistische Perspektive. Der Verein könne weder Wohnungen noch Arbeitsplätze vermitteln.

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Trainerin Samira Ibraimi (Mitte) – noch mit der Kaderplanung beschäftigt – wünscht sich mehr Sichtbarkeit für den Frauenfußball.

Neben der Kaderplanung beschäftigt den Verein derzeit eine weitere Herausforderung: die Infrastruktur. Spiele seien vergleichsweise leicht zu organisieren, erklärt Schild. Schwieriger gestalte sich die Suche nach geeigneten Trainingsmöglichkeiten. Wie viele Berliner Vereine kämpft auch Delay Sports mit begrenzten Platzkapazitäten. Der Verein arbeitet nach eigenen Angaben an verschiedenen Lösungen, konkrete Entscheidungen seien bislang jedoch noch nicht gefallen.

Sowohl Schild als auch Ibraimi betonen zudem, dass die neue Mannschaft nicht ausschließlich aus erfahrenen Spielerinnen bestehen soll. Vielmehr wollen die Verantwortlichen gezielt junge Talente fördern und entwickeln. „Es muss ein Geben und Nehmen sein“, sagt Ibraimi. Erfahrene Spielerinnen könnten Verantwortung übernehmen, gleichzeitig sollen junge Talente Spielpraxis sammeln und gemeinsam mit dem Projekt wachsen.

Erfolgsdruck? Wird es geben. Zumindest im ersten Jahr

Auch Schild verfolgt diesen Ansatz. Sein Wunsch ist es, Spielerinnen frühzeitig einzubinden und langfristig zu entwickeln. Sollte Delay Sports in einigen Jahren tatsächlich in der Regionalliga ankommen, sollen dort möglichst viele Akteurinnen auflaufen, die diesen Weg selbst mitgegangen sind. Welches Spielsystem am Ende gewählt wird, hängt vom endgültigen Kader ab. Die grundsätzliche Ausrichtung ist jedoch bereits definiert. „In der Bezirksliga erwarte ich offensiven Fußball mit vielen Toren“, sagt Schild.

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Die Sichtung potenzieller Spielerinnen läuft derweil weiter. Nach ersten Trainingseinheiten findet die nächste Sichtung am Donnerstag, 11. Juni, um 19.30 Uhr auf der Sportanlage des 1. FC Wilmersdorf im Volkspark Wilmersdorf statt. Interessierte Spielerinnen können sich weiterhin bei Delay Sports melden.

Bis zum Saisonstart bleibt also noch einiges zu tun. Eines ist jedoch bereits erkennbar: Delay Sports will auf der Karte des Berliner Frauenfußballs nicht nur auftauchen, sondern groß werden.


Fotos: Delay Sports