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Gekommen, um zu bleiben: Chemnitz will sich in der Regionalliga etablieren

Nach der bitter verpassten Meisterschaft zeigte der CFC in den Aufstiegsspielen seine große Stärke. Nun soll eine verstärkte Mannschaft den nächsten Schritt gehen.

Die Meisterschaft in der letzten Minute des letzten Spieltages gegen den Bischofswerdaer FV verspielt, die Enttäuschung riesig – und kurz darauf in den Aufstiegsspielen die richtige Antwort gegeben. Der Chemnitzer FC startet nach einer emotionalen Saison in der Regionalliga Nordost. Dort will der Aufsteiger mutig auftreten, sich schnell zurechtfinden und vor allem eines: bleiben.

Kurz & Knapp

Trainerteam: Swen Wolf (Cheftrainer), Madeleine Günl (Co-Trainerin)
Kader: 22 Spielerinnen
Spielstätte: Neubauernweg, Chemnitz
Saisonziel: Klassenerhalt und nachhaltige Etablierung in der Regionalliga Nordost

Teamcheck

Entscheidend war, was nach dem verpassten Meistertitel passierte. Denn die Chemnitzerinnen mussten wenige Tage später wieder liefern. Bischofswerda hatte nicht für die Regionalliga gemeldet. In den Aufstiegsspielen wartete mit dem SFC Stern 1900 der amtierende Berliner Meister. Das Hinspiel am Neubauernweg gewann der CFC mit 2:1 und verschaffte sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Steglitz.

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Der Chemnitzer FC in der vergangenen Saison.

Dort wurde es zwar alles andere als schön. Doch die Gäste rührten Chemnitzer Beton an, hart wie Granit, und verteidigten den hauchdünnen Vorsprung aus dem Hinspiel mit aller Konsequenz. Das 0:0 reichte – der Aufstieg war geschafft. Die Art und Weise beeindruckte sogar den Gegner. Stern-Trainer Roman Rießler bescheinigte den Chemnitzerinnen nach dem Spiel, „überragend verteidigt“ zu haben. Wenn seine Mannschaft dagegen keine Lösung finde, sei der Aufstieg des CFC auch verdient.

Der Aufstieg: Lohn für vier Jahre harte Arbeit

Für Swen Wolf war das 0:0 ohnehin weit mehr als nur ein erfolgreich überstandenes Rückspiel. Seit vier Jahren habe man auf diesen Aufstieg hingearbeitet, betonte der Chemnitzer Trainer anschließend. Dass seine Mannschaft wenige Tage nach der verpassten Meisterschaft in diesen beiden entscheidenden Partien wieder da war, erklärt, warum der Verein im Rückblick besonders Teamgeist, Kampfwillen und Mentalität hervorhebt.

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Wolf wusste allerdings auch, dass diese Leistung kein Maßstab für die kommende Saison sein konnte. Das Rückspiel hatte gezeigt, wie weit es spielerisch noch gehen musste. Für die Regionalliga brauchte der CFC zusätzliche Qualität.

Vier neue Spielerinnen von RB Leipzig

Die ist im Sommer hinzugekommen. Gleich vier Spielerinnen wechseln von RB Leipzig nach Chemnitz: Elaine Gleixner, Julie Ella Groß sowie Leni und Lana Preuß. Dazu kommt Aelandra Wingender von der SSVG Velbert. Maxine Lenz und Melina Richter rücken aus der eigenen U17 auf. Lorelai Ferkau hat den Verein in Richtung BSG Chemie Leipzig verlassen.

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Mit dem verstärkten Kader möchte sich der CFC nun möglichst schnell an das höhere Niveau gewöhnen. Verstecken will sich der Aufsteiger dabei nicht. Chemnitz möchte mutig auftreten, seine Spielidee weiterentwickeln und sich Woche für Woche mit den besten Mannschaften der Region messen. Der Klassenerhalt ist das unmittelbare Ziel, die nachhaltige Etablierung der größere Plan dahinter.

Perlentaucher

Mutig, intensiv und aktiv – so stellen sich Swen Wolf und Madeleine Günl den Chemnitzer FC in der Regionalliga vor. Hohe Laufbereitschaft und gemeinsames Pressing sollen das Spiel prägen. Gegen den Ball möchte Chemnitz aggressiv arbeiten, nach Ballgewinnen schnell und zielstrebig umschalten. Zuschauerinnen und Zuschauer sollen genau daran erkennen können, dass dort der CFC spielt.

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Enormer Rückhalt in den Aufstiegsspielen gegen den SFC Stern 1900: Franziska Frohs.

Das Trainerteam sieht dafür gute Voraussetzungen. Wolf und Günl beschreiben ihre Spielerinnen als lernwillig, ehrgeizig und offen für neue Inhalte. Gerade die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, passe zu ihrer täglichen Arbeit. Das 0:0 in Steglitz war damit ein Mittel zum Zweck. In der Regionalliga soll daraus mehr werden. Die defensive Widerstandsfähigkeit darf bleiben, gleichzeitig möchte Chemnitz seinen Fußball weiterentwickeln und selbst aktiver werden.

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Zum Beispiel so. Foto: Ralf Seedorff

Am Ende der Saison soll deshalb nicht allein der Tabellenplatz darüber entscheiden, wie gelungen das erste Jahr war. Der CFC möchte sportlich einen Schritt nach vorne gemacht haben – und bei der Konkurrenz einen Eindruck hinterlassen: Gegen Chemnitz soll nichts leicht zu holen sein.

Darauf kommt es an

Wer ist die Spielerin, auf die sich die Regionalliga beim Chemnitzer FC besonders freuen darf? Der Verein möchte darauf ganz bewusst keinen Namen nennen. Das Kollektiv soll die Stärke dieses Aufsteigers sein. Die Mannschaft, die sich nach dem Frust über die verpasste Meisterschaft noch einmal aufgerichtet und den Aufstieg erkämpft hat, bildet die Basis. Gleichzeitig ist im Sommer zusätzliche Qualität hinzugekommen.

Gerade die vier Zugänge von RB Leipzig dürften dabei interessant werden – und ob und wie die beiden Eigengewächse Fuß fassen. Der CFC setzt also nicht auf die eine herausgehobene Akteurin, sondern auf eine Mannschaft, die auf Regionalliga-Niveau wachsen soll.

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Vier Jahre hat Chemnitz auf diesen Aufstieg hingearbeitet. Nun beginnt der schwierigere Teil: aus einem erfolgreichen Aufsteiger einen Regionalligisten zu machen, der gekommen ist, um zu bleiben.


Fotos: Chemnitzer FC