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Hegnal-Festspiele zum Auftakt: Stern startet mit 5:1

Der Berliner Meister braucht gegen Viktoria 89 U23 ein paar Minuten, übernimmt dann aber das Kommando. Lena Hegnal trifft bei ihrem Liga-Debüt für Stern gleich fünfmal.

Es dauerte keine vier Minuten, da war Roman Rießler schon auf Betriebstemperatur. Lautstark monierte der Trainer des SFC Stern 1900 das Zweikampfverhalten seiner Mannschaft. Und das nicht ohne Grund. Viktoria 89 U23 legte los wie die Feuerwehr und erwischte den Berliner Meister zum Start in die neue Berlin-Liga-Saison ziemlich kalt.

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Emma Karl (l.) gegen Sterns Kapitänin Maggi Lorenz. Vikis Neuzugang markierte später den Ehrentreffer für ihr neues Team.

Ein Eckball von Himmelblau landete früh auf der Latte, wenig später ließ Deborah Chmieleski an der Strafraumkante gleich zwei Sternerinnen stehen. Nur Antonia Haertel verhinderte den Rückstand, gerade noch riss sie die Fäuste hoch und parierte die Fackel der 17-jährigen Angreiferin. Auch Lea-Sophie Hahn kam über links durch, schoss aus spitzem Winkel aber am Tor vorbei. Die Anfangsphase gehörte eindeutig den Gästen.

Plötzlich ändert sich das Bild

Dann änderte sich das Bild. Stern schob höher, wurde aggressiver und setzte Viktoria zunehmend unter Druck. Nach einem hohen Ballgewinn fehlte Sofie Roll zunächst noch der letzte Schritt zum Tor. Wenig später saß der nächste Angriff – und mit ihm begann ein Nachmittag, den Lena Hegnal und ganz Stern so schnell wohl nicht vergessen wird.

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Lena Hegnal (Mitte) eröffnet ihren eigenen Torreigen – zur Erleichterung ihrer Teamkolleginnen.

Luise Wille schickte die Neuzugängerin in die Tiefe. Hegnal lief allein auf Jolina Zamorano zu, die Torhüterin kam noch etwas an den Ball, konnte das 1:0 aber nicht mehr verhindern. Hegnals erstes Pflichtspieltor für Stern.

Ein Kopfballtor wie aus dem Bilderbuch

Was in der 22. Minute folgte, war das schönste Tor des Tages. Stern spielte sich von hinten heraus, verlagerte den Angriff schließlich auf die rechte Seite und Diana Steinmeyer schlug die Flanke in den Strafraum. Hegnal stieg hoch und wuchtete ihren Kopfball unter die Latte. Ein Treffer, bei dem selbst Rießler später ins Schwärmen geriet.

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Die ersten vier Spiele steht Torjägerin Deborah Chmieleski Viktorias U23 noch zur Verfügung, dann geht sie ins Ausland. Gegen Stern hatte sie den Führungstreffer auf dem Fuß.

Stern hatte die Partie inzwischen komplett gedreht. Das hohe Pressing bereitete Viktoria Probleme, bei einem Pressschlag zwischen Sofie Roll und Zamorano fehlte nicht viel zum 3:0. Erst nach 33 Minuten meldeten sich die Gäste durch Hahn wieder vor dem Sterner Tor, ihr Abschluss ging darüber.

Maggi Lorenz lässt einen Riesen für Stern liegen

Nach der Pause versuchte Viktoria noch einmal, mehr Druck zu entwickeln. Die erste Großchance hatte aber Stern. Kapitänin Margareta Lorenz tauchte in der 49. Minute frei vor Zamorano auf, ließ die Gelegenheit jedoch liegen. Vier Minuten später erledigte Hegnal das. Ein Steckpass brachte sie erneut frei vor das Tor, diesmal schob sie überlegt flach zum 3:0 ein. Und wer dachte, damit sei ihr Arbeitstag langsam erledigt, lag ziemlich daneben.

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Luise Wille (SFC Stern 1900, r.) wickelt sich um Charlotte Feuerherdt herum.

Nach einer Stunde bekam Stern nach einem Foul rechts neben dem Strafraum einen Freistoß zugesprochen. Der Winkel war eigentlich eher etwas für eine Hereingabe. Hegnal sah das anders und jagte den Ball ins kurze Eck. Zamorano konnte nur hinterherschauen.

Fünf Minuten später war Hegnal schon wieder unterwegs. Sofie Roll spielte aus dem Zentrum in die Spitze, Zamorano kam aus ihrem Tor, doch Hegnal spitzelte den Ball an ihr vorbei und schob ins leere Tor. 5:0. Fünfmal Lena Hegnal.

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Elena Gabler (l.) wird von Lea Hahn verfolgt.

Rießler wollte den Nachmittag trotzdem nicht uneingeschränkt feiern. „Wir haben von der zehnten bis zur siebzigsten Minute hier eine ansprechende Vorstellung abgegeben“, sagte der Stern-Trainer. Mit den letzten 20 Minuten sei er dagegen „nicht ganz einverstanden“ gewesen. Seine Mannschaft sei zu nachlässig geworden und habe nicht mehr konsequent genug darauf hingearbeitet, die Partie ohne Gegentor zu beenden. Diese Kritik richtete Rießler ausdrücklich auch an seine Wechselspielerinnen.

Viktoria nutzte die nachlassende Konsequenz zumindest noch zum Ehrentreffer. Emma Karl traf in der 75. Minute nach Vorarbeit von Ronja Grubba und Joana Tibus zum 5:1. Chmieleski hätte das Ergebnis aus Sicht der Gäste anschließend sogar noch zweimal etwas freundlicher gestalten können.

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Mitte der zweiten Hälfte: Gästetrainer Darien Hoffmann ist restlos bedient.

Gästetrainer Darien Hoffmann fand nach dem Spiel deutliche Worte für den Auftritt seiner jungen Mannschaft: „Was soll ich sagen, dass Ergebnis zeigt es ganz deutlich. Stern ist ein Topteam, wir sind es nicht. Du belohnst dich für gute erste 15 Minuten nicht, in denen du Stern förmlich überrennst und dann versagst du zwei mal defensiv eklatant, schenkst Stern zwei Tore aus dem nichts und musst dann hinterherlaufen.  Stern war fußballerisch kein Stück besser, aber sie sind deutlich cleverer und abgezockter als wir. Am Ende war der Sieg verdient.“

Sterns Coach Roman Rießler vor allem mit dem Umschaltspiel seiner Elf zufrieden

Rießler gefiel dagegen, wie abgeklärt seine Mannschaft zuvor mit der Führung umgegangen war. Gerade nach dem 2:0 habe Stern auch einmal abgewartet, „was der Gegner so anzubieten hat“, um anschließend über das Umschaltspiel gefährlich zu werden. Selbst fünf Tore waren ihm dabei eigentlich noch zu wenig: In der zweiten Hälfte hätte seine Mannschaft aus seiner Sicht zwei weitere Treffer erzielen müssen.

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Und dann war da natürlich Hegnal. Fünf Tore beim ersten Ligaspiel für Stern, dazu Treffer auf höchst unterschiedliche Weise. Hegnal und Cindy Hagen, die in der Defensive eine solide Partie spielte, seien genau die Verstärkungen, die sich Stern von den beiden gezielten Verpflichtungen versprochen habe.

So steht am Ende ein 5:1, das zwei ziemlich unterschiedliche Geschichten erzählt. Für Viktoria wurde es nach einem starken Beginn ein gebrauchter Vormittag. Für den Berliner Meister ist es ein gelungener Start in die neue Saison – und für Lena Hegnal sowieso.


Fotos: Matthias Vogel