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„Wie so ein kleiner Pokalsieg am dritten Spieltag“

Hansa 07 verlangt im Spiel der Woche Berolina Mitte alles ab und ist lange die bessere Mannschaft – doch der Vizemeister schlägt mit maximaler Effizienz zu und entscheidet die Partie in der 90. Minute.

Die Frage aus dem Vorbericht ist beantwortet: Die FSV Hansa 07 ist näher an die Spitze der Berlin-Liga herangerückt. Gegen Berolina Mitte unterlagen die Kreuzbergerinnen zwar mit 2:3 (1:2), waren dem Vizemeister aber mindestens ebenbürtig. Bero-Trainer Frank Krug sah Hansa in der zweiten Halbzeit sogar vorne. Dass seine Mannschaft trotzdem drei Punkte mitnahm, hatte viel mit Effizienz zu tun.

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Beros Kapitänin Irina von Schorlemer steht in der Schlussminute goldrichtig und erzielt den Siegtreffer.

Dabei erwischte Hansa auf dem kleinen, schwer zu bespielenden Sandplatz an der Wrangelstraße den besseren Start. Rosa Diehl jagte einen Freistoß aus rund 18 Metern flach an der Mauer vorbei in die Ecke – 1:0 nach 18 Minuten.

Bero mit großen Problemen im Zentrum

Bero hatte vor allem im Zentrum Probleme. Krug musste dort mit Yara Scheffler, Kim Nenninger und Arzum Eren gleich mehrere wichtige Spielerinnen ersetzen. Fand Hansa eine Lösung gegen das hohe Pressing der Gäste, ging es deshalb schnell auf Beros letzte Linie zu. Mal stand die Abwehrkette zu tief, mal fehlte im Zentrum die Zuordnung. „Nicht eingespielt eben“, wertete Krug.

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Hansas Goalgetterin Lea Berndorf entwischt Femke Scholau. Sie erzielt auch das zwischenzeitliche 2:2 für die Gastgeberinnen.

Auf der anderen Seite fand Bero gute Lösungen, wenn Hansa früh anlief. Und vor dem Tor waren die Gäste eiskalt. Selma Barth sah in der 28. Minute, dass Hansas Torhüterin weit vor ihrem Kasten stand, und hob den Ball aus gut 25 Metern gefühlvoll über sie hinweg zum 1:1.

Noch schöner herausgespielt war die Führung. Bero kam zunächst über links nicht weiter, verlagerte und schickte Hedwig Elisabeth von Borany auf der rechten Seite Richtung Grundlinie. Ihr Rückpass landete an der Strafraumkante bei Maiken Ueberschär, die mit links satt zum 2:1 traf (41.).

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Maiken Ueberschär – hier gegen Lykka Maibaum (l.) – gab sich schon vor dem Spiel kämpferisch. Und sie ließ Taten folgen: Ein Tor, und eine wichtige Aktion vor dem Siegtreffer.

Krug stellte zur Pause um und verdichtete das Zentrum. Dennoch übernahm Hansa zunehmend die Partie. „Da habe ich Hansa leistungstechnisch vorne gesehen“, sagte der Bero-Coach und attestierte dem Gegner eine „Top-Leistung“.

Dass Bero die Führung lange hielt, lag auch an Mailin Wichmann. Die Torhüterin parierte zwei-, dreimal stark und überzeugte Krug zudem im Spielaufbau. Da merke man ihre Ausbildung bei Union, sagte er. Mit dem Ball am Fuß sei sie für seine Mannschaft „Gold wert“.

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Glücksfall für Bero: Neuzugang Mailin Wichmann ist die erhoffte Verstärkung. Mit Glanzparaden wie dieser hält sie den Vizemeister gegen Hansa im Spiel.

In der 80. Minute kam Hansa zum verdienten Ausgleich. Eine Ecke von links wurde verlängert, am zweiten Pfosten hielt Lea Berndorf den Fuß hin – 2:2. Auch Krug hätte mit diesem Ergebnis gut leben können. „Wäre absolut okay gewesen“, sagte er.

Doch Bero wollte nach dem Ausgleich noch einmal mehr. Gerade diese Reaktion gefiel Krug. Und tatsächlich bekam seine Mannschaft noch eine Gelegenheit.

Maiken Ueberschär holte kurz hinter der Mittellinie einen Freistoß heraus und brachte ihn selbst von links Richtung zweiten Pfosten. Hansa verteidigte zunächst, bekam den Ball aber nicht weg. Er fiel Irina von Schorlemer vor die Füße. Beros Kapitänin, inzwischen von der Außenverteidigung auf die Sechs oder gar Acht gerückt, zog aus zehn, zwölf Metern satt ab – 3:2 in der 90. Minute.

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„Ein tolles Fußballspiel!“ Beros Trainer Frank Krug fand nicht nur die Leistung seiner Elf sehr ansprechend.

Krug hielt es danach nicht mehr an der Seitenlinie. Wie nach wichtigen Siegen üblich, machte er einen kurzen Abstecher ein paar Meter aufs Feld und wieder zurück. Diesmal besonders ausgelassen. Die Erleichterung über diesen späten Sieg war ihm deutlich anzumerken. „Das war wie so ein kleiner Pokalsieg am 3. Spieltag“, sagte er.

Ein Sieg mit einer bemerkenswerten Quote. Neben den drei Treffern konnte sich Krug an kaum eine weitere klare Bero-Chance erinnern. „Die Abschlussquote lag ungefähr bei 100 Prozent“, sagte er.

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Rosa Diehl (r.) gegen Flügelspielerin Hedwig von Borany, Hansas Linksfuß trug nicht nur mit ihrem Führungstreffer dazu bei, dass sich der Blick auf ihr Team mit diesem Spiel verändern dürfte.

Hansa stand am Ende mit leeren Händen da. Der Auftritt dürfte dennoch einiges am Blick auf diese Mannschaft verändert haben. Heimvorteil auf der Wrangelritze und Beros personelle Probleme hin oder her: Wer dem Vizemeister über 90 Minuten ein solches Spiel liefert, muss sich vor den Großen dieser Liga nicht mehr verstecken.


Fotos: Jens Knohr