Spiel der Woche: Magdeburg reist mit der besten Offensive der Regionalliga nach Potsdam. Doch Aufsteiger Babelsberg hat längst Gefallen an der Rolle des unbequemen Gegners gefunden.
29 Tore in sechs Spielen, 16 Punkte auf dem Konto und die Tabellenführung in der Regionalliga Nordost: Der 1. FC Magdeburg macht bislang wenig Anstalten, seine Aufstiegsambitionen zu verbergen. Am Sonntag (15 Uhr) gastiert die Mannschaft von Trainer Nico Koch beim FSV Babelsberg 74. Dort wartet ein Aufsteiger, der sich von großen Namen und beeindruckenden Zahlen inzwischen kaum noch einschüchtern lässt.

Dass die Babelsbergerinnen in der Regionalliga angekommen sind, zeigte sich zuletzt auch beim 1. FFV Erfurt. Zwar musste sich die Mannschaft von Trainer Marvin Bellin mit 1:2 geschlagen geben, war dem etablierten Ligakonkurrenten aber über weite Strecken ebenbürtig. „Es ist ein bisschen ärgerlich, mit null Punkten aus Erfurt nach Hause zu fahren“, sagt Bellin. Mindestens ein Unentschieden hätte er für verdient gehalten.
Die Erkenntnis aus den vergangenen Wochen wiegt für ihn allerdings schwerer als die jüngste Niederlage: Babelsberg kann mithalten. Und das soll auch der Spitzenreiter zu spüren bekommen.
Babelsberg vertraut auf die eigenen Stärken
Bellin weiß um die Offensivqualitäten der Magdeburgerinnen, die zuletzt beim 9:1 gegen Blau-Weiß Hohen Neuendorf ihre Treffsicherheit eindrucksvoll demonstrierten. Doch auch der Tabellenführer war in dieser Saison nicht immer souverän. Gegen Eintracht Leipzig-Süd und den Chemnitzer FC tat sich der FCM schwerer als erwartet. Gegner also, gegen die Babelsberg selbst bereits bewiesen hat, dass etwas zu holen ist.

Entsprechend wenig hält Bellin davon, seine Mannschaft ausschließlich am Gegner auszurichten. „Der Fokus liegt vollkommen auf unserem Spiel“, betont der Trainer. Dazu gehören die zuletzt gefährlichen Standards ebenso wie eine geschlossene Defensivarbeit und schnelle Gegenstöße. Vor allem aber will Babelsberg zu Hause nicht bloß Schadensbegrenzung betreiben. „Das Ziel ist ganz klar, auch Punkte bei uns, bei 74 in Potsdam zu behalten.“
Magdeburg rechnet mit Geduldsprobe
Auf Magdeburger Seite erwartet man trotz der klaren Favoritenrolle alles andere als einen Spaziergang. „Wir erwarten einen Gegner, der uns wenig Raum und Zeit lassen möchte. Daher bereiten wir uns, wie jede Woche, gut vor“, sagt Nico Koch. Der FCM-Trainer rechnet mit tiefstehenden Gastgeberinnen, will aber unabhängig davon an der eigenen Spielidee festhalten. „Wir werden unserer Linie treu bleiben. Die Zielräume werden natürlich anders sein als gegen höher stehende Gegnerinnen.“

Koch spricht von einer schwierigen und unangenehmen Aufgabe, der sein Team mit großem Respekt begegnen werde. „Wir werden bis an unser Maximum gehen“, kündigt der Magdeburger Trainer an. Personell muss der Spitzenreiter auf Helene Baumann sowie die Langzeitverletzten verzichten. Drei weitere Spielerinnen sind fraglich.
Aktive Mannschaften liegen dem Aufsteiger
Ob Babelsberg tatsächlich so defensiv auftreten wird, wie Koch vermutet, bleibt abzuwarten. Bellin sieht in Magdeburgs offensiver Ausrichtung durchaus eine Chance für seine Mannschaft. „Wir freuen uns immer, wenn wir Mannschaften haben, die auch einen aktiven Fußball spielen wollen“, sagt der 74-Coach. Damit komme sein Team besser zurecht als mit Gegnern, die sich hinten einigeln.
Für Magdeburg geht es darum, seine starke Ausgangsposition im Aufstiegsrennen zu behaupten. Babelsberg dagegen kann zeigen, dass die jüngsten Auftritte gegen die Spitzenmannschaften keine Ausreißer waren. An Selbstvertrauen jedenfalls mangelt es dem Neuling nicht.
Anstoß: Sonntag, 25. Oktober, 15 Uhr, Sportplatz Rudolf-Breitscheid-Straße 173 in Potsdam.
Fotos: Matthias Vogel
