Zweite aus Westend knackt auch Pankow +++ Stern braucht Geduld in Lichtenberg +++ Big Points für Moabit +++ Viki kommt in Schwung.
Moabit hat das Glück auf seiner Seite
Die U23 von Türkiyemspor Berlin hat gegen den Moabiter FSV mit 0:1 (0:0) verloren und im Kampf um wichtige Punkte einen Rückschlag kassiert. Rieke Godenrath erzielte in der 72. Minute das einzige Tor einer weitgehend ausgeglichenen Partie.

Die Entscheidung fiel unglücklich für Türkiyemspor. Ein Moabiter Distanzschuss klatschte an den Pfosten, der Abpraller landete bei Godenrath. Ihr Abschluss rutschte durch Freund und Feind, Hände und Beine von Torhüterin Lucia Fernandez über die Linie.

„Leistungsgerecht wäre ein 0:0 gewesen“, sagte Türkiyemspor-Trainer Mert Maska. Den Sieg der Gäste bezeichnete er dennoch nicht als unverdient. Seine Mannschaft hatte selbst Möglichkeiten, ließ sie aber liegen.

Erschwerend komme derzeit die angespannte Personalsituation hinzu, erklärte Maska. Mehrere Spielerinnen seien verletzt oder erkrankt, sodass es momentan schwierig sei, einen ausreichend besetzten Kader zusammenzubekommen. Gerade auf dem großen Rasenplatz im Katzbachstadion habe sich das bemerkbar gemacht.
Moabit nimmt die drei Punkte mit. Für Türkiyemspor bleibt die Erkenntnis, dass in dieser Partie mehr drin war. Fotos: Moabiter FSV
Wittenau hält nur eine Halbzeit durch
Nach 45 Minuten war Schluss. Der Wittenauer SC Concordia trat gegen den Friedrichshagener SV bereits mit nur zehn Spielerinnen an. Nach einer weiteren Verletzung wollte Wittenau nicht mehr weiterspielen. Zu diesem Zeitpunkt führte Friedrichshagen mit 8:1 (8:1).

Alina Lindemann brachte die Gäste in der 8. Minute in Führung. Wittenau glich in der 16. Minute aus. Nur zwei Minuten später traf Lilli Zellmer zum 2:1 (18.). Danach machte sich die Unterzahl immer stärker bemerkbar. Stella Kränig erhöhte in der 25. Minute auf 3:1, Sarah Weihmann in der 27. Minute auf 4:1. Lindemann legte in der 32. und 42. Minute nach und machte ihren Dreierpack perfekt.

Kurz vor der Pause traf Gina-Maria Ziegelt zum 7:1 (45.), in der dritten Minute der Nachspielzeit stellte Celina Bakowski auf 8:1. Mehr ging für Wittenau nicht. Nach der weiteren Verletzung blieb Concordia zur zweiten Halbzeit in der Kabine. „Die Partie wird mit dem Halbzeitstand gewertet“, sagte Friedrichshagens Trainer Roman Kassarnig. Fotos: Friedrichshagener SV
Viktoria überrollt Inter
Viktoria Berlins U23 hat beim FC Internationale mit 8:1 (3:0) gewonnen und dabei eine beeindruckend dominante Vorstellung gezeigt. Inter fand gegen die Mannschaft von Darien Hoffmann kaum Zugriff.

Deborah Chmieleski eröffnete bereits in der 3. Minute. Das 2:0 durch Lea Hahn in der 13. Minute war eines der schönsten Tore des Spieltags: Nach einer kurz ausgeführten Ecke setzte sie den Ball vom Sechzehnereck ins linke obere Eck. Milla Anhuth erhöhte in der 38. Minute auf 3:0.
Nach der Pause ging es Schlag auf Schlag. Sabrina Becker traf zum 4:0 (52.), Layla El Khanji nur eine Minute später zum 5:0 (53.). Amelie Papaux erhöhte in der 64. Minute, Chmieleski legte in der 66. Minute das 7:0 nach.

Beim einzigen Gegentor half Viktoria selbst mit. Nach einem Fehler im Spielaufbau verkürzte Janine Adrian in der 69. Minute auf 1:7. „Unnötig“, befand Hoffmann, „aber gut, dass mein Team hungrig geblieben ist.“ Damit meinte er die 90. Minute, in der Chmieleski mit ihrem dritten Treffer den Schlusspunkt setzte.

„Ein sehr sauberer Auftritt meiner Mannschaft“, bilanzierte Hoffmann. Besonders hob er Lea Hahn und Linksverteidigerin Leni Steinweg hervor. Und selbst beim 8:1 war noch Luft nach oben: Viktoria ließ weitere gute Möglichkeiten liegen. Fotos: Jessica Ekinci
Hertha weiterhin makellos
Hertha BSC II gewinnt weiter. Der Aufsteiger drehte gegen Borussia Pankow einen Rückstand, setzte sich verdient mit 3:1 durch und steht nach drei Spielen weiter ohne Punktverlust da.
Pankow wollte nach Ballgewinnen vor allem die schnellen Schwestern Sarah und Sophia Schrader über die Außen in Szene setzen. Hertha verteidigte diese Umschaltmomente sehr gut weg – schenkte dann aber den Gästen die Führung. Ein Fehler im Aufbau brachte Lena Pflanz an den Ball, die aus rund 18 Metern flach und kompromisslos zum 0:1 traf (16.).

Der Aufsteiger schüttelte sich etwas und antwortete dann forsch. Nach einem hohen Ballgewinn – Pankow reklamierte in der Szene ein Foul – ging es schnell in die Tiefe. Lena Hagemann war durch und schob zum 1:1 ein (38.).
Für etwa eine Viertelstunde wurde die Partie danach wild. Pankow suchte verstärkt den Weg über hohe Bälle, Hertha verlor kurzzeitig die Kontrolle. Dann übernahm der Aufsteiger wieder und es dauerte nicht lange, ehe Isabella Trincia halbrechts an der Strafraumkante einen Steckpass bekam und den Ball zum 2:1 ins lange Eck setzte (65.).

Auch das 3:1 ging auf Trincias Konto. Mara Bähr gewann den Ball tief in der Pankower Hälfte, zog von rechts parallel zum Strafraum und steckte links hinter die Abwehrkette durch. Trincia kam mit Tempo und vollendete (76.).
Danach hätte Hertha noch deutlicher gewinnen können. Pfosten, Latte und mehrere Eins-gegen-eins-Situationen boten genügend Möglichkeiten für weitere Treffer. Auch so ist die Bilanz beeindruckend: Drei Spiele, drei Siege: Auch gegen den bislang stärksten Gegner hielt sich der Aufsteiger schadlos. Fotos: Borussia Pankow
Pissarek packt den Hammer aus
Der BSV Grün-Weiß Neukölln hat gegen den SV Askania Coepenick mit 3:2 (2:1) gewonnen. Die Mannschaft von Markus Schöne bestimmte über weite Strecken das Spiel, machte es am Ende aber noch einmal unnötig spannend.
Askania ging in der 25. Minute mit 1:0 in Führung. Ein langer und hoher Ball – laut Neuköllns Trainer Markus Schöne das bevorzugte Stilmittel von Askania an diesem Tag – setzte auf und Neuköllns Torhüterin Lisa Schrama unterlief ihn. Die Kugel trudelte ins Tor. Schöne: „So etwas passiert ihr sonst wirklich nie.“
Die Neuköllner Reaktion hatte es in sich. Romina Pissarek nahm in der 37. Minute aus rund 35 Metern Maß und jagte den Ball in den Winkel. Nur drei Minuten später war das Spiel gedreht: Nele Becker lief von links ins Zentrum ein, bekam den Ball in den Lauf gesteckt und traf zum 2:1 (40.).
Auch nach der Pause hatte Neukölln spielerisch mehr zu bieten. Das 3:1 brachten zwei Einwechselspielerinnen auf den Weg: Laura Waibel ging rechts steil und brachte den Ball ins Zentrum. Lisa Funke nahm ihn sauber mit der Brust herunter und versenkte ihn im Eck.
In der 83. Minute kam Askania noch einmal heran. Jasmin Hubach traf zum 2:3, wobei Schöne zuvor ein Foul an Schrama gesehen hatte. Der Pfiff blieb aus.Neukölln brachte den Vorsprung über die Zeit. Schöne war mit Spielanlage, Dynamik und Einstellung zufrieden. Nur die Chancenverwertung hätte ihm einen deutlich ruhigeren Nachmittag bescheren können.
Stern hat Geduld – und dann die Qualität
Der SFC Stern 1900 hat beim SV Lichtenberg 47 mit 3:0 (1:0) gewonnen. Der Berliner Meister machte von Beginn an das Spiel, brauchte gegen die kompakt verteidigenden Gastgeberinnen aber Geduld.
In der 34. Minute war der Bann gebrochen. Nach einer Ecke entstand ein Gestocher im Lichtenberger Strafraum, am Ende war Elena Gabler als Letzte am Ball – 1:0 für Stern.

Das 2:0 in der 47. Minute war dagegen fein herausgespielt. Stern kam mit Tempo über rechts, im Zentrum folgte eine schnelle Links-rechts-Links-Kombination. Luise Wille nahm mit links an, zog mit rechts ab und traf halbhoch ins linke Eck. Lichtenbergs Co-Trainer Ricci Kaduk sprach von einem „sehr schönen Tor“.
Lichtenberg bekam trotzdem noch seine große Chance. Leonie Meyer tauchte beim Stand von 0:2 frei vor Antonia Haertel auf, doch Sterns Torhüterin parierte stark. „Wenn der Treffer fällt, weiß man nicht, wie heiß die Kiste noch wird“, sagte Kaduk.

Stattdessen machte Lena Hegnal in der 61. Minute alles klar. Sie zog nach innen und schloss mit ihrem schwächeren rechten Fuß ab. Nicht voll getroffen, bekam der Ball laut Kaduk einen ungewöhnlichen Drall und drehte sich in die kurze Ecke.

Kaduk bezeichnete Stern als bislang stärksten Gegner seiner Mannschaft. Trotzdem sieht er Lichtenberg auf dem richtigen Weg: Gegen Pankow, Berolina Mitte und Stern kassierte 47 zusammen fünf Gegentore – in den entsprechenden Partien der vergangenen Saison waren es laut Kaduk 17. Zudem hatte Lichtenberg in allen drei Spielen mindestens eine große eigene Möglichkeit.

Defensiv stimmt die Entwicklung. Was noch fehlt, ist die Entlastung nach vorne. Gegen den FC Internationale soll daraus am kommenden Wochenende endlich der erste Dreier werden. Fotos: Li47
Titelbild: Borussia Pankow
