Krug-Elf demontiert im Bezirksderby die rot-weiße Viktoria +++ Borussia ohne Gegentor bei Askania +++ Neukölln geling Last-Minute-Ausgleich
SV Askania Coepenick – Borussia Pankow 0:4 (0:3): Die Standards sind es
Der SV Askania Köpenick hat unter dem neuen Trainer-Duo Gregor Seemann und Marco Cappa zwar keine Punkte geholt, aber beim 0:4 gegen Borussia Pankow dennoch einen Schritt nach vorn gemacht. Nach dem Wechsel auf der Bank vor einer Woche – Philipp Du Bois war zurückgetreten – war es für die beiden vor allem darum gegangen, der Mannschaft wieder Struktur zu geben – und das war stellenweise deutlich zu erkennen. Köpenick spielte mutig mit, zeigte phasenweise gute Ansätze im Aufbau und brachte auch einige sehenswerte Angriffe zustande.
Entscheidend waren am Ende die Standards: Franziska Klausch brachte Pankow nach einer halben Stunde per Freistoß der Marke „Herrlich“ in Führung und traf wenig später per Elfmeter erneut (41.). Der Freistoß der Abwehrchefin aus halblinker Position rauschte mit gefühlten 100 km/h in den rechten Giebel des Askania-Gehäuses. Nur drei Minuten nach dem Strafstoß erhöhte Charlotte Lemke nach einer Ecke auf 3:0. Den Schlusspunkt setzte Sarah Schrader in der 72. Minute mit dem einzigen Treffer aus dem Spiel heraus.
Für Seemann und Cappa steht in den kommenden Wochen die Verbesserung der Defensivarbeit bei ruhenden Bällen im Fokus. Die Richtung stimmt, betonte Seemann nach dem Spiel – und das Potenzial für den Klassenerhalt sei auf jeden Fall vorhanden.
Friedrichshagener SV – Türkiyemspor U23 0:0: Zwei Punkte liegengelassen – aber wer?
Der Friedrichshagener SV hat im Heimspiel gegen Türkiyemspor U23 ein 0:0-Unentschieden erreicht – oder den Sieg verpasst? Co-Trainer Dustin Lefevres sprach nach der Partie von einem Ergebnis, das „durchaus in Ordnung geht“, weil auch die Gäste „zwei, drei gute Chancen“ hatten, ein Tor zu erzielen. Und er ergänzte: „Heute hätte man sich jeden Ausgang der Partie vorstellen können.“
Ganz ohne Ärger blieb das Remis dennoch nicht. Lefèvre monierte, dass seine Mannschaft im letzten Drittel „oft die falsche Entscheidung getroffen“ habe. Dort, wo man hätte schießen können, sei nicht geschossen worden – und dort, wo ein Querpass besser gewesen wäre, habe man den Abschluss gesucht. So verpufften auch zwei sehr gute Möglichkeiten von Letizia Gattner und Lilli Zellmer, die sinnbildlich für das zu umständliche Angriffsspiel standen.
Unter dem Strich nimmt Friedrichshagen den Punkt gerne mit, zum einen, weil er nach den letzten beiden erfolglosen Spielen gut tut und hinsichtlich der kommenden Wochen vermutlich noch gut tun wird. Nacheinander hat das Team vier Schwergewichte vor der Brust: Bero, Stern, Inter Trotzdem bleibt das Gefühl, dass an diesem Tag mehr möglich gewesen wäre.
FSV Hansa 07 – BSV GW Neukölln 2:2 (1:1): Später Schock in Kreuzberg
Für den FSV Hansa 07 fühlte sich dieses 2:2 eher wie eine Niederlage an. Die Kreuzbergerinnen hatten am Samstag über weite Strecken alles im Griff, führten zweimal – und mussten in der letzten Minute der Nachspielzeit doch noch den Ausgleich hinnehmen.
Schon der Auftakt gehörte Hansa: In der 34. Minute klärte Neuköllns Defensive nur halbherzig in die Mitte, der Ball sprang Lea Berndorf vor die Füße. Weil das Tor in diesem Moment verwaist war, schob sie den Ball aus rund 16 Metern überlegt ins leere Gehäuse. Ein kurioses, aber technisch sauberes Tor, das Hansa früh in Führung brachte.
Neukölln tat sich spielerisch schwer, blieb aber mit langen Bällen, Distanzschüssen und Standards gefährlich – ein Stilmittel, das sich kurz vor der Pause bezahlt machte. Emily Schlendermann nutzte eine Ecke zum 1:1 (44.). Hansa sah dabei allerdings ein Foul an der eigenen Torhüterin, doch der Schiedsrichter ließ weiterspielen und gab den Treffer.
Nach dem Seitenwechsel knüpfte Hansa an die starke erste Halbzeit an. Nach einem präzisen Steckpass lief Kim-Lucia Ruoff auf halblinker Position frei durch und schob den Ball überlegt ein – 2:1, die verdiente Führung für die Gastgeberinnen (75.). Trotz der „harten Gangart“ der Neuköllnerinnen habe Hansa in den Spielfluss gefunden, berichtete Co-Trainer Stefan Rudnick.
Doch das Happy End blieb aus. In der sechsten Minute der Nachspielzeit war es erneut Schlendermann, die nach einer Ecke per Kopf zum 2:2 traf (90.+6). Wieder sah Hansa ein Foul im Luftduell, wieder blieb der Pfiff aus. „Ein frustrierendes Unentschieden“, sagte Rudnick kurz nach Abpfiff und brachte damit die Stimmung in Kreuzberg auf den Punkt.
Moabiter FSV – FC Inter 1:3 (1:1): Moabiter verkauft seine Haut teuer
Der Moabiter FSV hat am Sonntag zwar mit 1:3 gegen den FC Inter verloren, lieferte aber seine bislang beste Saisonleistung ab. Das fand zumindest Co-Trainer Martin Meyer, der seine Mannschaft für den mutigen Auftritt ausdrücklich lobte. „Wir haben Qualität gezeigt“, sagte er – auch wenn es am Ende wieder nicht zu Punkten reichte.
Moabit begann selbstbewusst, verteidigte kompakt und setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche nach vorn. In der 18. Minute belohnte sich das Team dafür: Jule Klandt schickte Teresa Wagner mit einem perfekt getimten Steckpass auf die Reise, Wagner blieb cool und schob souverän zur 1:0-Führung ein.
Doch wieder einmal meinte es der Fußballgott nicht gut mit dem FSV. Mit der letzten Aktion vor der Pause kam Inter zum Ausgleich. Suzanna Quinkenstein zog überraschend vom rechten Flügel nach innen und schloss mit links ab – ihr verdeckter Schuss titschte kurz vor Moabits Keeperin Catalina Scheer auf . 1:1 (44.).

Nach dem Wechsel blieb Inter die dominantere Mannschaft, aber Moabit hielt stark dagegen. Immer wieder gelang es, sich über Konter zu befreien und in die gegnerische Hälfte zu kommen – auch wenn die klaren Abschlüsse fehlten. Meyer sprach von einer Partie, in der sein Team „nicht chancenlos, aber eben auch nicht zwingend genug“ gewesen sei.
Das 1:2 fiel nach einem Angriff über die rechte Seite: Inter zog den Ball halbhoch auf den kurzen Pfosten. Gleich beide Moabiter Innenverteidigerinnen rückten der Adressatin auf die Pelle, die dann clever ablegte – auf die nun völlig blank stehende Alicia Block. Der Rest war Formsache (62.). Nach angaben von Meyer hätte Linda Goyk Inter noch einmal in Verlegenheit bringen können. Ihr Schuss nach einem weiteren Gegenstoß aus aussichtsreicher Position zielte zwar zwar präzise auf die lange Ecke. „Aber irgendwie brachte Inters Torhüterin noch die Hand dran“, so Meyer.
Als Moabit zum Schluss auf Viererkette umstellte, öffnete sich eine Nahtstelle – und Inter drang eiskalt ein. Ein Pass, ein verlorenes Laufduell, und Lena Hegnal markierte den Endstand (85.). Trotz der Niederlage überwog bei Martin Meyer die Zufriedenheit: „Inter war natürlich spielbestimmend und hat sich den Sieg erarbeitet, aber wir haben ihnen das nicht leicht gemacht. Das war heute unsere beste Saisonleistung.“
Berolina Mitte – Viktoria Mitte 6:0 (3:0): Bero ist Chef in Mitte
Berolina Mitte hatte im Bezirksduell gegen Viktoria Mitte die Hosen an. Mit einem souveränen 6:0-Heimsieg auf dem Kunstrasen an der Behmstraße ließ die Mannschaft von Trainer Frank Krug keinerlei Zweifel an ihrer Favoritenrolle. „Das war ein Spiel auf ein Tor“, resümierte Krug nüchtern.

Viktoria versuchte zu Beginn mitzuhalten, lief hoch an und wollte selbst Akzente setzen. Doch dieser Plan hielt nur bis zur 11. Minute, denn bis dahin hatten Eva Borndörfer (8.) und Maiken Ueberschär den forschen Gästeauftritt mit zwei Treffern quittiert: 2:0. Danach zog sich die Truppe von Trainer Nils Tobela in die eigene Hälfte zurück, stellte um auf Schadensbegrenzung – und kam kaum noch über die Mittellinie.
Im Gegensatz zur Vorwoche, als Bero auf engem und rutschigem Geläuf kein Mittel gegen zwei vor dem Neuköllner Sechzehner geparkte Busse fand, ließ sich der kompakte Abwehrblock der rot-weißen Viktoria nach Angaben von Krug auf dem größeren Platz gut bespielen. Bero griff wieder zur Flügelzange, fand darüber hinaus Räume zwischen den Gästeketten und kam nach einer halben Stunde zum 3:0 durch Silvia Engels.

Nach dem Pausentee machten erneut Ueberschär (62.), Arzum Eren (73.) und Emma Lamprecht (85.) das halbe Dutzend voll. Besonders zufrieden war Krug mit Maiken Ueberschär, die zuletzt wegen ihrer Ausbildung Trainingsrückstand hatte. „Sie hat im Training wieder angezogen und das im Spiel eindrucksvoll bestätigt“, lobte der Coach.
Auch Ex-Turbine Borndörfer wusste zu überzeugen. Krug hob ihre Entwicklung hervor: „Sie war in den Zweikämpfen stark, aggressiv, gut auf den zweiten Ball – das war richtig gut. Und bislang nicht ihre Stärke.“
Titelbild: Moabiter FSV

