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Stern liefert, Türkiyemspor wischt einmal gründlich durch

Keine große Überraschung am 1. Spieltag der Berlin-Liga. Nur der 15:1-Kantersieg der Kreuzberger U23 gegen Viktoria Mitte sorgt für Erstaunen

SFC Stern 1900 – BSV Grün-Weiß Neukölln 1:0 (0:0)

Es war eine Frage der Zeit, bis der Siegtreffer der Steglitzer Fußballerinnen fallen würde. Zu viel Ballbesitz und zu viele Chancen hatte das Team von Coach Roman Rießler über die gesamte Spielzeit, zu passiv und schlapp war Neukölln. Nur wurde diese Zeit eben mit jeder vergebenen Möglichkeit enger , weshalb Rießler zugab: „Da wirst du dann irgendwann schon nervös.“ In der 83. Minute sorgte Luise Wille dann für Entspannung an der Seitenlinie.

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Luise Wille (l.) krönte ihre starke Leistung mit dem Tor des Tages. Foto (Archivbild): Ralf Seedorff

Diana Steinmeyer hatte sich auf der rechten Seite auf die Socken gemacht und Wille im Zentrum bedient. Die stoppte sich die Kugel Höhe Elfmeterpunkt noch und bugsierte sie dann im Fallen in die Maschen. „Wir hatten heute Chancen für zwei Spiele. Wenn am Ende dann drei Punkte dastehen, kann man damit zwar leben. Aber daran müssen wir weiter arbeiten.“ Neben Wille machten Sofie Roll im Zentrum und Kim Ollrogge auf der Außenbahn eine starke Partie. Von Neukölln kam verblüffend wenig, als einzigen Torschuss notierte sich Rießler einen Freistoß, der von einer seinen Spielerinnen per Kopf in Richtung eigenes Tor prallte. maz


Friedrichshagener SV – FFC Berlin 2004 4:0 (0:0)

Chancenwucher auch in Friedrichshagen – zumindest während der ersten Schicht. Das sagte Co-Trainer Dustin Lefevres nach dem Traumstart seines Teams. „Da haben wir uns zu dämlich angestellt. Der FFC hat auch gut verteidigt, aber wir haben den Gegner einfach auch gerne angeschossen.“ Die Erlösung kam relativ spät, dafür wuchtig. Erst nutzte Josefine Prahl einen Abpraller am zweiten Pfosten zur Führung (63.).

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Der Friedrichshagener SV (l.) hat die ersten drei Punkte im Sack. Foto: FSV

Das 2:0 passte zur Partie. Mit dem Treffer hätte Letizia Gattner auch im Billard-Salon eine gute Figur gemacht: Weil ihr Fernschuss abgefälscht wurde, bekam die Gästekeeperin den Ball nicht richtig zu fassen. Lefevres: „Der Ball trudelte mit 1 km/h über die Linie.“ Egal aus Sicht des FSV, denn der Deckel war damit drauf. Das 3:0 setzte Youngster Hanna Drommel obendrauf (71.) und den Schlusspunkt setzte Sophia Sattler per Bogenlampe in die lange Ecke (74.), nach einer Ecke war sie mit dem Kopf zur Stelle. Laut Lefevres verkaufte der Aufsteiger aus Marzahn seine Haut teuer, mehr als ein, zwei Torchancen habe er aber nicht kreiiert. maz


FC Inter – Borussia Pankow 1:1 (0:0)

Oliver Thomaschewski ärgerte sich. Nicht, dass das 1:1 gegen die Borussia ungerecht gewesen oder nicht dem Spielverlauf entsprochen hätte. Im Gegenteil. Der Inter-Coach sah zwei Großchancen der Gäste in der ersten Hälfte und sein Team dabei jeweils im Glück. Es war der Zeitpunkt des Ausgleichs, der ihn nervte. In der 66. Minute hatte Lena Hegnal die Schönebergerinnen in Führung gebracht. Aus dem Zentrum von Alicia Block auf der linken Seite in Szene gesetzt, spurtete Hegnal auf das Pankower Tor zu und verstaute den Ball aus spitzem Winkel mit dem linken Fuß im Netz (66.).

Danach blieb Inter stabil, bis auf eine Szene, kurz vor dem Ende. Und da ging es so: Abseits Inter oder Einwurf Pankow. Inter positionierte sich auf Einwurf, Pankow führte den Freistoß wegen Abseits schnell aus. Langer Ball in die Box, die Gastgeberinnen bekommen den Ball nicht aus der Gefahrenzone und der „dritte oder vierte“ Ball (Thomaschewski) landete dann bei Sarah Schrader, die mit dem Rücken zum Tor stand und aus der Drehung die zu weit vor dem Tor stehende FC-Keeperin aus 18 Metern überhob. „Da hat der Schiedsrichter mit Schuld dran, weil wir mit dem Einwurf gerechnet hatten und dementsprechend hoch standen“, so der Inter-Coach, der aber auch sein Team in die Pflicht nahm: „Da müssen wir enger dran sein, es besser runterspielen.“ Auch wenn er jedes Spiel gewinnen wolle, gehe das Remi schon auch in Ordnung. maz


Moabiter FSV – FSV Hansa 07 0:1 (0:1)

Zwei Schlüsselszenen macht Moabits Trainer Martin Meyer für die Auftaktniederlage gegen den FSV Hansa 07 verantwortlich. Zum einen habe es einen Bruch nach einer halben Stunde gegeben, als die bis dato sehr umtriebige Charlotte Moritz ausgewechselt werden musste. „Sie hat unheimlich viel Druck gemacht“, sagte Meyer. Zum anderen war es der Gegentreffer zum berühmten „psychologisch ungünstigen Zeitpunkt“. „Das wäre so ein Spiel gewesen, in dem du in die Pause gehst und dir denkst: In der zweiten Hälfte packen wir das“, berichtete er. Sein Team habe die spielerische Kontrolle gehabt und sich auch dem Tor der Gäste regelmäßig angenähert. Der letzte Pass habe aber nicht gesessen, wirklich freie Torchancen habe es nicht gegeben.

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Dann kam die 46. Minute: Hansa fuhr einen Angriff über links, der Ball kam laut Meyer „schön flach vorne rein“, dort sprintete Heidi Schüler den Moabiter Innenverteidigerinnen weg und markierte das 0:1. Daran konnte Moabit nichts mehr ändern, auch weil Hansa fortan kompakt und gut verteidigte. „Die Spielerinnen sind natürlich geknickt. Aber wir haben gesehen, dass wir mit den Teams aus dem unteren Drittel mithalten können“, so Meyer. „Hansa ist sicher nicht nach Hause gefahren mit dem Gefühl, es uns als Aufsteiger mal so richtig gezeigt zu haben.“ maz


SV Lichtenberg 47 – SV Askania Coepenick 2:1 (0:0)

Im Lager der 47er-Frauen ist der Jubel groß. Gegen den Aufsteiger Askania holte das Team von Trainer Martin Biermann die ersten drei Punkte. Dabei war die erste Hälfte noch ausgeglichen, wie Lichtenbergs verletzte Torhüterin und Medienbeauftragte Juli Heynen sagte. Nach dem Pausenpfiff kippte das Momentum mehr und mehr in Richtung Gastgeberinnen. Nach gut einer Stunde schlug sich die Überlegenheit auch in Zählbarem nieder. Leonie Meyer bezwang im Nachfassen Gäste-Torhüterin Diana Peters (65.). „Danach gab es noch zwei Sonntagsschüsse“, berichtete Heynen.

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Jaja schon gut, wir haben verstanden: Drei Punkte für Li47. Foto: SV Lichtenberg 47

Der erste schlug bei Lichtenberg ein, Jasmin Hubach hatte Maß genommen (81.). Prima für Lichtenberg, das Celine Hellriegel dabei gut aufgepasst hat. Sie probierte es auch aus der Distanz und nach 30 Metern Flugbahn landete ihr Geschoss im Netz (89.). Prima deshalb, weil sich aus Sicht der Heimelf ein Unentschieden komisch angefühlt hätte. Das Ergebnis würde laut Heynen den Spielverlauf besser widerspiegeln. maz