Ruß-Elf lässt dem SV Lichtenberg 47 keine Chance. Moabiter FSV jubelt im Kellerduell
FSV Hansa 07 – FC Viktoria 1889 0:5 (0:1): Viktoria einfach zu stark
Die Frauen des FSV Hansa 07 mussten sich am Wochenende deutlich geschlagen geben. Gegen die U20 des FC Viktoria 1889 setzte es ein 0:5 – ein Ergebnis, das Hansas Trainer Philipp Pawelzik als „vollkommen in Ordnung“ einstufte.
„Viktoria war einfach besser“, bilanzierte der Coach nüchtern. Die jungen Gäste aus Lichterfelde überzeugten durch einen klaren Plan, technische Stärke und hohe Präzision im Spielaufbau. Hansa dagegen fand nur schwer in die Partie. „Wir waren zu Beginn sehr nervös, es kam keine Ruhe rein“, so Pawelzik. Folgerichtig ging Viktoria nach einem langen Ball auf die linke Seite und einem platzierten Abschluss ins lange Eck in Führung. Gabby Kelly-Niemack war nach innen gezogen und hatte die Kugel versenkt (17.).
Nach dem Seitenwechsel fasste Hansa etwas Mut, wollte den Lucky Punch zum Ausgleich setzen. Doch die Hoffnung blieb unerfüllt. Viktoria konterte eiskalt und baute die Führung mit zwei schnellen Angriffen und einer sehenswerten Kombination weiter aus. Deborah Chmieleski veredelte die Tempogegenstöße (58., 71.), das 0:4 am Ende der schickten Ballstaffette besorgte Nora Krehnke (81.). Das 0:5 fiel nach einem Angriff über rechts: Hansas Torhüterin konnte zunächst parieren, war beim zweiten Versuch der Gäste durch Joana Tibus aber machtlos (88.).
Ein, zwei Chancen zum Ehrentreffer für Hansa waren dennoch da – nach einer Ecke und einer Direktabnahme von Sonja Laukemper. „Vielleicht ist das Ergebnis ein Tor zu hoch ausgefallen“, meinte Pawelzik. Enttäuscht klang er trotzdem nicht: „Wir haben an diesem Tag einfach gegen ein klar besseres Team verloren.“
Borussia Pankow – SV Lichtenberg 47 5:0 (2:0): Schwestern-Power bei der Borussia
Borussia Pankow bleibt in der Berlin-Liga weiter auf Kurs. Mit einem souveränen 5:0-Heimerfolg über den SV Lichtenberg 47 stürmte das Team an die Tabellenspitze der Berlin-Liga. Schon nach 20 Minuten war die Partie praktisch entschieden – zu dominant traten die Gastgeberinnen auf.

Der Auftakt gehörte den Schwestern Schrader: In der 9. Minute setzte sich Sarah über die rechte Seite durch, legte mustergültig quer auf Sophia, die aus acht Metern eiskalt zur Führung einschoss. Zwölf Minuten später folgte das Highlight des Spiels – Angelina Säwe zirkelte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld präzise in den langen Winkel zum 2:0. Weil sie in der vergangenen Saison noch für Li 47 die Kickschuhe schnürte, war sie mit der Situation etwas überfordert, gejubelt hat sie jedenfalls nicht.
Nach dem Seitenwechsel blieb Pankow tonangebend. In der 49. Minute erhöhte Charlotte Lemke nach Vorarbeit von Sophia Schrader auf 3:0. Eine knappe Viertelstunde später traf Lemke erneut – diesmal schlenzte sie den Ball in der 66. Minute elegant über die Torhüterin hinweg zum 4:0. Nur zwei Minuten danach stellte Sophia Schrader mit einem Abstauber den 5:0-Endstand her.

Pankows Trainerin Josi Ruß zeigte sich anschließend rundum zufrieden: „Das Ergebnis hätte eigentlich noch höher hätte ausfallen müssen. Wir wussten ja nicht, was uns erwartet, weil Lichtenberg in der Tabelle stark dastand.“ Über weite Strecken habe sich das Spiel ausschließlich in der Hälfte der Gäste abgespielt – mit Ausnahme der letzten Viertelstunde, als Lichtenberg etwas aufkam. „Da war durch die vielen Wechsel etwas Wirrwarr bei uns“, erklärte Ruß. In dieser Phase vergaben die Gäste ihre größte Chance, als Lichtenbergs Nummer Elisa Gronau frei vor der Torhüterin auftauchte, den Ball aber am Tor vorbeischob. Fotos (3): Borussia Pankow
SV Askania Coepenick – Moabiter FSV 1:2 (1:1): Lioba Virchow macht den ersten FSV-Dreier perfekt
Im Kellerduell der Berlin-Liga Frauen hat der Moabiter FSV seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Beim SV Askania Köpenick setzten sich die Gäste aus Mitte knapp mit 2:1 durch – dank eines späten Treffers von Lioba Virchow, die nach einem Standard den Fuß entscheidend hinhielt. Dabei begann das Spiel aus Köpenicker Sicht vielversprechend. Melanie Busch brachte Askania mit einem Traumtor in Führung: Aus rund 20 Metern erkannte sie, dass die Moabiter Torhüterin zu weit vor dem Kasten stand, und hob den Ball gefühlvoll über sie hinweg ins Netz (8.).

Der Ausgleich fiel nach einer Unachtsamkeit in der Defensive. Über die Außen kam Moabit zur Flanke, im Zentrum markierte Hanna Thole den Treffer zum 1:1 (38.). „Das hätten wir besser verteidigen müssen“, meinte Trainer Gregor Seemann. In der Schlussphase dann die entscheidende Szene: Ein Freistoß aus dem Halbfeld – aus Sicht Seemanns eine fragwürdige Entscheidung – segelte hoch in den Strafraum. Lioba Virchow, Dauerbrennerin beim FSV, reagierte am schnellsten und traf zum 2:1-Endstand (88.).

.„Wir hatten sogar noch den Ausgleich auf dem Fuß“, sagte Seemann, „aber wir haben diesen Riesen nicht genutzt.“ Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Innenverteidigerin Alina Poepel schwerer. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist“, so der Coach, der den Spieltag als „umso bitterer“ bezeichnete. Aufgrund der größeren Initiative und auch der besseren Spielgestaltung hätte sein Team wenigstens ein Unentschieden, wenn nicht gar einen Sieg verdient gehabt.
Berolina Mitte – Friedrichshagener SV 4:0 (2:0): Eren, Zeuzem und Badem sorgen für klare Verhältnisse
Berolina Mitte hat seine Pflichtaufgabe in der Berlin-Liga souverän erfüllt. Gegen den Friedrichshagener SV gewann die Mannschaft von Trainer Frank Krug deutlich mit 4:0 und gab eine hoch konzentrierte Vorstellung.
Bereits in der 2. Minute brachte Arzum Eren ihr Team in Führung. Nach einer Ecke von Maiken Ueberschär an den zweiten Pfosten klärte Friedrichshagen zu kurz, Eren stand richtig und traf aus kurzer Distanz zum 1:0. In der 29. Minute erhöhte Mathilde Zeuzem nach einem Angriff über die rechte Seite. Sie nahm den Ball im Strafraum an, drehte sich auf und wuchtete ihn mit dem linken Fuß präzise in die lange Ecke – ein sehenswerter Treffer mit ihrem schwächeren Fuß.

Nach der Pause blieb Berolina tonangebend. Zehra Badem köpfte in der 53. Minute zum 3:0 ein und setzte in der 87. Minute nach einer gelungenen Kombination durchs Zentrum den Schlusspunkt. Friedrichshagen kam kaum zu nennenswerten Chancen.
Trainer Frank Krug sprach von einem sehr eindeutigen Spielverlauf und einem hochverdienten Ergebnis. Besonders zufrieden war er mit dem konsequenten Anlaufen seiner Mannschaft. Das Pressing habe sehr effektiv funktioniert, viele Ballgewinne seien bereits im letzten Drittel gelungen. Zudem habe man die langen Bälle auf die schnellen Außen von Friedrichshagen gut verteidigt. Insgesamt zeigte sich Krug sehr zufrieden – der Sieg hätte nach seiner Einschätzung sogar noch höher ausfallen können.
FFC Berlin 2004 – Türkiyemspor U23 0:2 (0:0): Köhler-Team stemmt sich lange gegen die Niederlage
Der FFC Berlin 2004 hat im Heimspiel gegen die U23 von Türkiyemspor Berlin eine 0:2-Niederlage hinnehmen müssen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit entschieden die Gäste die Partie erst im zweiten Durchgang – verdient, aber aus Sicht der Gastgeberinnen auch vermeidbar.
FFC-Trainerin Janine Köhler musste erneut improvisieren: Zum siebten Mal in dieser Saison stand eine neue Startelf auf dem Platz, mit nur einer Einwechselspielerin – einer Langzeitverletzten, die nach Schlüsselbeinbruch ihr Comeback gab. Trotz der angespannten Personallage hielt der FFC gut dagegen. Türkiyemspor hatte mehr Spielanteile und lief früh an, doch die Gastgeberinnen verteidigten kompakt und hielten das 0:0 zur Pause. Zwei Kontermöglichkeiten vor der Halbzeit blieben ungenutzt.
In der 62. Minute fiel das 0:1 nach einem Fehler im Spielaufbau. Ein unsauber ausgeführter Freistoß brachte den Ball ins Zentrum, wo Türkiyemspor schnell umschaltete und eiskalt in Person von Ciara Sadk zuschlug. Kurz darauf hatte der FFC selbst die Chance zur Führung – und später, in der 86. Minute, noch einmal zum Ausgleich, doch beide Möglichkeiten blieben ungenutzt.
Kurz vor Schluss besiegelte ein kurioses Kopfballtor nach einer Ecke den Endstand: Der Ball sprang mehrfach zwischen den Köpfen der Türkiyem-Spielerinnen hin und her, ehe er im Netz lag – 0:2, Samreen Nishat war als letzte dran.
Trotz der Niederlage zog Köhler ein positives Fazit: Ihre junge Mannschaft – im Schnitt 18 Jahre alt – habe defensiv überzeugt und sich im Vergleich zu den Spielen gegen Inter und Pankow gesteigert. Besonders lobte sie Torhüterin Lisa Hennersdorf, die mit mehreren starken Paraden glänzte. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Köhler. „Irgendwann wird sich das in Punkte ummünzen.“

