Neuer Trainer, zweite Elfer-Garnitur, mehrere namhafte Verstärkungen – mit dem Friedrichshagener SV ist in der neuen Spielzeit der Berlin-Liga der Frauen zu rechnen.
Bereits zur Winterpause der abgelaufenen Spielzeit hatte der Verein vom Müggelsee sein Trainergesuch gestartet – just nachdem klar war, dass Lisa Roemer am Ende der Saison zurücktreten würde. Prompt pfiffen die Spatzen den Nachfolger nach dem letzten Spieltag von den Dächern, alleine verkündet werden sollte er noch nicht. Nun aber ist grünes Licht: Roman Kassarnig, früher beim FC Inter schon an der Seitenlinie eines Berlin-Liga-Clubs und zuletzt für die Regionalliga-Reserve von Hohen Neuendorf unterwegs, schwingt ab kommenden Montag das sportliche Zepter beim FSV.

Außerdem bringen die Köpenickerinnen ein zweites Elfer-Team an den Start. Dustin Lefevre, Vorsitzender des Vereins und in der vergangenen Saison der Co-Trainer von Roemer, wird die neu formierte Truppe ins Feld führen. „Wir mussten in der letzten Saison zum Teil ja welche ausladen und damit die nicht hinten runterfallen, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden. Damit tragen wir auch unserem Wesen als Breitensportverein Rechnung“, so Lefevre.
Lefevre: „Ein ganz netter Vorteil“
Ob unter einem neuen Coach ein Team besser oder anders auftritt, weiß man vorher nie. Und dennoch kann sich die Berlin-Liga mit ziemlicher Sicherheit auf etwas gefasst machen. Denn vom Nachbarn Union verstärken drei Spielerinnen aus der U23 den Kader. „Wir haben seit jeher ein gutes Verhältnis zu Union“, sagt Lefevre. „Ein ganz netter Vorteil.“

Und so wird Sarah Weihmann künftig Seite ein Seite mit ihrer Schwester Sandra (27 Jahre) stürmen, die genau wie Lucy Wendling (21), vergangene Spielzeit noch Kapitänin bei Unions U23 und Lena Worsch (21) den Schritt aus der Regionalliga in die Berlin-Liga beschlossen hat. Dazu wechseln Sterns torgefährliche Abwehr-Ikone Alina Lindemann (32) und Ronja Lange (18) vom Regionalligisten Türkiyemspor an den Müggelsee. Sogar weitere Zugänge seien noch möglich, doch „darüber wollen wir zunächst noch Stillschweigen bewahren“, sagt Kassarnig.
Schmerzhafter Weggang: Leni Hänel wechselt zu Potsdam
Einen schmerzhaften Weggang verzeichnet der FSV: Das 16-jährige Talent Leni Hänel hat sich dem 1. FFC Turbine Potsdam angeschlossen. Doch hinsichtlich der massiven Aufrüstung dürfte auch der zu verkraften sein.

Der Friedrichshagener SV erhält also ein deutlich anderes Gesicht. Eines, dass der Konkurrenz im oberen Tabellendrittel nicht gefallen dürfte. „Dort wollen wir mitspielen“, kündigt der neue Coach des letztjährigen Tabellensiebten an – angesichts der spektakulären Neuzugänge wirkt das fast ein wenig zu bescheiden. Gefühlt rollt da nämlich etwas viel Größeres an.
Fotos: Matthias Vogel

