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Der Traum zerplatzt am Abwehrriegel

Der SFC Stern 1900 kommt im Rückspiel der Aufstiegsrelegation gegen den Chemnitzer FC nicht über ein 0:0 hinaus. Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel bleiben die Steglitzerinnen damit für mindestens ein weiteres Jahr in der Berlin-Liga.

Die Enttäuschung auf dem Sterner war riesengroß, als Schiedsrichterin Leni-Alexandra Kunze die Partie am Sonntagabend beendete. Spielerinnen, Trainerteam und Fans des SFC Stern 1900 hatten 90 Minuten lang auf den einen Treffer gehofft, der zumindest die Verlängerung bedeutet hätte. Doch gegen einen diszipliniert verteidigenden Chemnitzer FC fanden die Berlinerinnen zu selten die richtigen Lösungen. Das 0:0 reichte den Gästen nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel zum Aufstieg in die Regionalliga.

Von Beginn an übernahm Stern die Spielkontrolle. Chemnitz zog sich weit zurück, verteidigte kompakt und setzte auf Konter. Alles so, wie im Hinspiel also. Einer der Tempogegenstöße führte bereits früh zu einer ersten Möglichkeit, als ein Abschluss von Chayenne Eulitz knapp am Tor vorbeiging. Stern hatte deutlich mehr Ballbesitz, tat sich gegen die engmaschige Defensive und auffallende Zweikampfstärke der Sächsinnen jedoch schwer.

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Sofie Roll in Aktion. Zu Distanzschüssen kam sie gegen Chemnitz kaum.

Trainer Roman Rießler hatte es vor dem Rückspiel gesagt: „Wir müssen unser Leistungsmaximum erreichen, wenn wir aufsteigen wollen.“ Das gelang seinem Team nicht. Viele ungewohnte Ballverluste prägten das Sterner Spiel, auch die Offensive wirkte nicht so variabel wie sonst. Chancen ergaben sich dennoch, meistens nach Standards. Nach einem langen Freistoß von Roxana Nowak konnte Chemnitz-Torhüterin Franziska Frohs den Ball nur abklatschen, doch Luise Wille brachte den Nachschuss nicht an ihr vorbei (13.). Auch bei einem gefährlichen Freistoß von Nowak aus rund 25 Metern war Frohs zur Stelle und lenkte den Ball über die Latte (34.). Kurz darauf musste die Schlussfrau erneut eingreifen, als Alina Lindemann nach einer Ecke zum Kopfball kam.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Stern die Schlagzahl. Diana Steinmeyer setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente Luise Wille, deren Abschluss aus kurzer Distanz jedoch zu zentral geriet und von Frohs sicher aufgenommen wurde (46.). Die Gastgeberinnen drängten nun immer stärker auf den notwendigen Treffer. In der 61. Minute brachte Wille den Ball scharf in den Rückraum, wo Emina Wacker heranrauschte, den Ball jedoch nicht sauber traf und über das Tor setzte.

Alina Lindemann hat nochmal die Führung für Stern auf dem Fuß

Die Zeit lief den Sternerinnen davon. Chemnitz verteidigte weiterhin leidenschaftlich und erstickte zahlreiche Abschlüsse der Gastgeberinnen im Keim. Eine der wenigen guten Gelegenheiten bot sich Alina Lindemann in der 85. Minute. Nach einer Hereingabe von Wacker kam sie aus der Drehung zum Abschluss, setzte den Ball jedoch zu zentral auf das Tor – und Frohs in die Arme.

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Seltenes Bild: Diana Steinmeyer setzt sich gegen Juliette Leuschner durch.

Weil Stern in der Schlussphase alles nach vorne warf, ergaben sich auf der anderen Seite Räume für Konter. Die Gäste hätten die Entscheidung zweimal früher herbeiführen können. Ein Schuss von Davina Graf aus halbrechter Position strich knapp über den linken Giebel des Sterner Kastens, wenig später verfehlte auch Finja Einenkel aus aussichtsreicher Position das Tor.

Am Ende blieb es beim torlosen Unentschieden. Während die Chemnitzerinnen den Aufstieg in die Regionalliga feierten, herrschte bei Stern große Ernüchterung. Trainer Roman Rießler sprach anschließend von einem nicht unverdienten Aufstieg der Gäste. Chemnitz habe über beide Spiele hinweg sehr solide verteidigt und offensiv immer wieder unangenehme Nadelstiche gesetzt. Stern hingegen habe trotz optischer Überlegenheit nicht die Lösungen gefunden, um den Abwehrriegel entscheidend zu knacken.

Trainer Rießler über Chemnitz: „Eine ausgebuffte Truppe“

„Eine ausgebuffte Truppe, muss ich sagen. Sie verteidigen gut und haben vorne ein paar schnelle und gefährliche Leute. Wenn wir eine unserer Chancen machen, wäre es natürlich ein anderes Spiel geworden. Haben wir aber nicht und deshalb hat es nicht gereicht“, fasste der erstaunlich gefasste Trainer der Steglitzerinnen.

CFC-Coach Swen Wolf war nach Abpfiff enorm erleichtert: „Dass es 0:0 endet, hätte ich nicht gedacht. Stern ist ein sehr eingespieltes Team mit vielen tollen Spielerinnen und wir haben den Erfolg heute auch unserer Torhüterin zu verdanken, die überragend gehalten hat. Wir haben es mehrfach versäumt, den Sack früher zuzumachen und so blieb es bis zum Schluss ein Spiel auf des Messers Schneide. Ich bin glücklich, nach mehreren Anläufen und Rückschlägen hat es endlich geklappt.“