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Die Traumtor-Schützin

FSV-Angreiferin Letizia Gattner nervt Gegner Moabit bis ins Mark: Das macht sie zur Rasenperle der Woche

Friedrichshagen gegen Moabit, 4:0 – und eine Spielerin stach dabei besonders heraus: Letizia Gattner. Schon nach vier Minuten war sie da. Über rechts zog die 20-Jährige ab, Moabits Torhüterin Pia Protzek konnte nur abklatschen, und in der Mitte staubte Lilli Zellmer ab. 1:0 – und Gattner gleich mit dem ersten Scorerpunkt auf dem Konto.

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Von da an war sie nicht mehr zu bremsen. Immer wieder suchte Gattner die Tiefe, ging in die Sprints, stresste die Moabiter Defensive und riss Löcher in selbige. Ihre unermüdlichen Läufe machten die rechte Außenbahn zum Dauerbrenner, regelmäßige Torgefahr inklusive. Dazu übernahm sie Verantwortung bei den Standards: alle Ecken kamen von ihr, eine davon führte in Halbzeit zwei sogar zum Handelfmeter.

Das Traumtor

Die Sahnehaube auf ihrer Leistung hob sie sich für die 72. Minute auf. Moabit mit einem Fehler im Spielaufbau, der Ball landet direkt vor Gattners Füßen. Sie guckt kurz – und haut das Ding halbhoch in die lange Ecke, fast in den Giebel. Ein Traumtor, technisch sauber und blitzschnell entschieden. Eine Aktion, die sinnbildlich für ihren ganzen Auftritt stand: hellwach, mutig, entschlossen.

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Gattner ist erst seit diesem Sommer in Köpenick. Ausgebildet wurde sie beim FFC Berlin 2004, wo sie von der D-Jugend an bis in den Frauenbereich spielte. Nach den Umbrüchen dort zog sie weiter, suchte die Herausforderung eine Liga höher. Dass auch der FFC später noch aufstieg, war für sie nebensächlich. „Ich hab’s nicht bereut. Es macht einfach total Spaß, ist was ganz anderes – und ich fühl mich hier pudelwohl.“

„Ball“ von Anfang an

Und noch ein Funfact zum Schluss: Ihr erstes Wort als Kind war tatsächlich „Ball“. Wer Gattner am Sonntag gesehen hat, der weiß – das passt einfach perfekt.


Fotos: Friedrichshagener SV