Das rasenperlen Spiel der Woche zwischen Berolina Mitte und Borussia Pankow ließ keine Wünsche offen – nur die Tore fehlten
Auch, wenn das viel zitierte Salz in der Suppe fehlte: Das rasenperlen Spiel der Woche hielt das, was es versprochen hatte. Tempo, packende Zweikämpfe, Strafraumszenen, Leidenschaft und Spannung bis zum Schluss. Berolina Mitte dominierte über weite Strecken die Partie gegen Borussia Pankow, verpasste es aber trotz bester Möglichkeiten, den entscheidenden Treffer zu erzielen. Pankow wiederum stemmte sich mit Leidenschaft und Einsatzbereitschaft gegen die drohende Niederlage – und rettete am Ende einen hart erkämpften Punkt. Und: Bei allem Ehrgeiz, aller Rivalität und dem Derbycharakter war die Partie stets fair.

Von Anfang an stand Bero auf dem Gas. In der 7. Minute kombinierten sich Finja Bruns und Silvia Engels sehenswert durch, Engels zog nach innen, ihr Abschluss war jedoch zu harmlos. Kurz darauf hatte Bruns selbst eine dicke Chance, als sie nach einem Abpraller in die linke Ecke zielte – Pankows Torhüterin Toni Wicke reagierte glänzend. Spätestens nach Charlotte Wagners Direktabnahme (16.) einer Ecke von Maiken Überschär und der Großchance in der 22. Minute, als Wagner Wicke umkurvte, aber der Winkel zu spitz wurde und Pankows Katharina Wenk den Schuss auf der Linie gerade noch blocken konnte, lag die Führung für Bero in der Luft.

Doch Pankow schüttelte den Druck zunehmend ab und setzte selbst Akzente. In der 28. Minute legte Sarah Schrader von links in den Rückraum auf Charlotte Lemke, deren Schuss aus der Drehung von Beros Torhüterin Charlotte Schneider bärenstark pariert wurde. Im Gegenzug hatte Arzum Eren die große Gelegenheit für Mitte, verfehlte aber knapp. Auch Marlene Schmitt (31.) prüfte die Bero-Torhüterin mit einer Bogenlampe – Zeichen dafür, dass die Partie nun offener wurde.

Nach der Pause blieb Bero zwar das präsentere Team, fand aber nicht mehr die Wucht der ersten 45 Minuten. Überschärs Ecke an den Innenpfosten (74.) und ein missglückter Klärungsversuch der Borussia, der auf die Latte des eigenen Tores segelte (80.), brachten noch einmal Gefahr. Doch ein Treffer wollte nicht fallen.

So blieb es beim torlosen Remis. Angesichts der Vielzahl an Chancen wäre ein Sieg für Bero verdient gewesen, doch Pankow verteidigte aufopferungsvoll, warf sich in jeden Zweikampf und verdiente sich mit seiner Leidenschaft ein Stück weit das Glück, das an diesem Tag nötig war. So sahen es auch beide Coaches. Frank Krug war mit der Leistung von Bero hoch zufrieden. „Angesichts der Chancen hätte ich mir natürlich einen Sieg gewünscht. Die Mannschaft hat auch wirklich alles dafür getan. In der zweiten Hälfte stand Pankow noch tiefer, deshalb war es schwierig, Chancen herauszuspielen. Jetzt haben wir die wohl die vier schwersten Gegner hinter uns und haben zehn Punkte geholt. Das hätte ich vorher nicht gedacht.“

Pankows Trainerin Josi Ruß war sich dem blauen Auge, mit dem ihre Mannschaft davongekommen war, bewusst: „Den Punkt nehmen wir gerne mit. Bero war einfach besser heute und wir haben in einigen Situationen schon auch Glück gehabt.“
Fotos: Matthias Vogel

