regionalliga nordost frauen: 1. ffv erfurt vs. f.c. hansa rostock; erfurt; 06.09.2026

Erfurt lässt erste Federn

Heinze-Elf muss sich mit Remis gegen Hansa begnügen +++ Magdeburg mit Mühe gegen Chemnitz +++ Jena kommt in Schwung +++ Turbine stark, aber ohne Durchschlagskraft.

Erfurt lässt zu viel liegen

Der 1. FFV Erfurt ist gegen den F. C. Hansa Rostock nicht über ein 1:1 (1:1) hinausgekommen. Dabei erwischten die Gastgeberinnen den besseren Start: Lea Schrenk brachte Erfurt bereits in der 12. Minute in Führung. Danach boten sich weitere Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. „Da waren fünf gute Chancen dabei, bei denen wir teilweise einfach querlegen müssen“, ärgerte sich Trainer Gino Heinze über die fehlende Konsequenz.

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Sabrina Eliseev vom F.C. Hansa Rostock im Duell mit Erfurts Jasmin Sautter. Foto: Sebastian Dühring

Das rächte sich unmittelbar vor der Pause. Während eine Erfurter Spielerin am Boden lag, rechneten die Gastgeberinnen offenbar damit, dass Rostock den Ball ins Aus spielen würde. Hansa spielte weiter, der Angriff lief über die linke Seite, ehe Ella Brunsendorf in der 45. Minute zum 1:1 traf.

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Ella Brunsendorf (liegend) erzielt das 1:1 für Hansa Rostock gegen Erfurts Schlussfrau Anne Büchner. Foto: Sebastian Dühring

Nach dem Wechsel blieb Erfurt überlegen, während Hansa vor allem auf Umschaltmomente setzte. Mit zunehmender Dauer wurde die Partie hektischer, der zweite Erfurter Treffer fiel nicht mehr. Heinze verwies auch auf die derzeit angespannte Personalsituation mit mehreren angeschlagenen Spielerinnen. Maja Bauerschmidt etwa stehe beispielsweise aktuell gar nicht zur Verfügung. „Irgendwann kommt der Punkt, an dem du das nicht mehr auffangen kannst.“


Hauchzarter Sieg für Eintracht Leipzig

Der SV Eintracht Leipzig-Süd hat sich mit einem Dreier gegen den 1. FFC Turbine Potsdam II auf den vierten Platz der Regionalliga Nordost geschoben. Allerdings räumte Trainer Stephan Franke ein, dabei etwas Dusel gehabt zu haben. Denn die Gäste präsentierten sich fit und dynamisch, pressten hoch und zwangen die Eintracht zu Fehlern. Alleine Kapital vermochte die Elf von Trainer Thomas Kandler daraus nicht zu schlagen. Erneut möchte man sagen, denn auch zuhause gegen Erfurt krankte es vor einer Woche an echter Torgefahr.

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Und so kam es wieder, wie es fasst kommen muss, vor allem, wenn man eine Lena Güldenpfennig in den Reihen hat. Leipzigs Stürmerin knallte Mitte der ersten Halbzeit den von Maleen Jankowski quergespitzelten Ball kompromisslos in die Maschen des Potsdamer Gehäuses (23.). Ursächlich war vor allem Jankowskis hoher Ballgewinn an der Strafraumkante.

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Potsdam hatte laut Franke auch in der Folge mehr vom Spiel. Leipziger Chancen blieben zunächst aus, weil die Nachwuchsturbinen höchstens Platz auf den Flügeln ließen, das Zentrum aber dicht machten. Es brauchte dann schon eine Energieleistung von Emely Reißmann, um die drei Punkte für Leipzig in trockene Tücher zu bringen.

30 Meter vor dem Tor spielte sie Hanna Hohmann zehn Meter weiter vorne an, hinterlief schulbuchmäßig und bekam den Ball von Hohmann ebenso schulbuchmäßig in den Strafraum gesteckt. Aus halbrechter Position zog sie ab und markierte das 2:0 (59.).

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Potsdam erhöhte erneut die Schlagzahl, die Franke-Elf hatte kaum noch Entlastung und in der 83. Minute senkte sich ein durch Laura Schuberts Schienbein zur Bogenlampe mutierter Schuss von Nicky Rohloff zum 2:1 ins Netz. Kristina Hauczinger im Eintracht-Kasten war machtlos. Folgen hatte der Treffer nicht, Leipzig rettete den Vorsprung über die Zeit.

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Franke sprach auch deshalb von einem „etwas glücklichen Sieg“, weil vor dem Anschlusstreffer ein Schuss der Gäste an die Latte geklatscht war. „Aber wir haben uns dieses Glück eben auch ein stückweit erarbeitet und erkämpft“, so Franke. Fotos: @oooarielleooo


Leipzig braucht keine Glanzleistung

RB Leipzig II hat sich beim FSV Babelsberg 74 mit 4:0 (1:0) durchgesetzt – deutlicher, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ. Die Gäste hatten viel Ballbesitz und in der ersten halben Stunde auch die besseren Chancen. Schon in der 4. Minute traf Evita Judith Kogel aus dem Strafraum zum 0:1.

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Babelsberg brauchte zehn, 15 Minuten, um sich zu sortieren, stand danach aber ordentlich. „Gegen den Ball hat das sehr gut funktioniert“, fand Trainer Marvin Bellin. Nach vorne blieb es zunächst bei einzelnen Nadelstichen.

Interessanter wurde es nach der Pause. Babelsberg schob höher, störte Leipzig früher und kam zu zwei, drei guten Möglichkeiten. Der Ausgleich lag zumindest kurzzeitig drin. „Wenn wir ins 1:1 kommen, wäre sicherlich noch ein anderer Spielverlauf möglich gewesen“, sagte Bellin. Auch Leipzigs Trainer Benjamin Eta sah diese Phase – und war mit dem Auftritt seiner Mannschaft insgesamt nicht sonderlich glücklich: „Wir sind momentan einfach noch nicht so im Flow.“

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Dass Leipzig trotzdem deutlich gewann, lag an der individuellen Qualität. Kogel jagte in der 70. Minute einen Freistoß aus 18 Metern ins lange Eck. Vier Minuten später landete ein weiterer Freistoß zunächst bei Babelsbergs Torhüterin, den Abpraller schob Jasmina Dietrich zum 0:3 ein. In der 90. Minute flankte Natalie Grenz scharf zwischen Tor und Abwehr, Marie Grützner musste aus kurzer Distanz nur noch den Fuß hinhalten.

Chancen auf weitere Treffer waren auf beiden Seiten da. Leipzig traf noch die Latte, Babelsbergs Torhüterin verhinderte mehrfach Schlimmeres, auf der anderen Seite war auch Leipzigs Keeperin gefordert. Bellins Fazit passte deshalb ganz gut: Leipzig sei seiner Favoritenrolle gerecht geworden, das 0:4 aber „vielleicht einen Tick zu hoch“. Fotos: Rene Teichmann


Chemnitz bringt Magdeburg ins Schwitzen

Viel hätte vor dem Spiel wohl kaum jemand darauf gesetzt, dass der Chemnitzer FC den 1. FC Magdeburg bis zum Schluss zittern lässt. Genau das tat der Aufsteiger aber. Am Ende verlor Chemnitz zwar mit 1:2 (1:2), der Ausgleich war vor allem in der zweiten Halbzeit durchaus drin.

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Der Plan von Trainer Swen Wolf ging zunächst bestens auf. Chemnitz stand tief und lauerte auf seine Momente. Einen davon nutzte der CFC schon in der 4. Minute. Maxine Lenz machte den Ball an der Mittellinie fest und legte ab, setzte nach und als der Steilpass auf die Flügel misslang, setzte sie nach und spritzte schließlich in einen Rückpass der Magdeburger Hintermannschaft. Von der Grundlinie legte sie die Kugel auf den zweiten Pfosten, Juliette Leuschner war rechts mitgelaufen und schob zum 0:1 ein.

Die frühe Führung hinterließ beim Favoriten durchaus Spuren. „Das hat schon ein bisschen Wirkung gezeigt“, sagte Wolf. Magdeburg hatte mehr Ballbesitz, wirklich viel kam dabei zunächst aber nicht herum. Zweimal musste Franziska Frohs im Chemnitzer Tor zupacken.

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Dann half Magdeburg ein Strafstoß zurück ins Spiel. Theresa Große verwandelte in der 24. Minute zum 1:1. Wolf konnte mit der Entscheidung wenig anfangen: „Nie und nimmer war das ein Elfmeter.“ Kurz vor der Pause half Chemnitz dann allerdings selbst mit. Ein verunglückter Rückpass brachte Carlia Johnson frei vor Frohs, die Magdeburgerin schob zum 2:1 ein.

Magdeburg in der letzten halben Stunde in Unterzahl

Nach der Pause blieb Chemnitz seinem Plan treu. Der CFC musste als Aufsteiger nicht das Spiel machen, Magdeburg dagegen den knappen Vorsprung verteidigen. Als die Gastgeberinnen auch noch eine Rote Karte kassierten, stellte Wolf auf Dreierkette um – und plötzlich war das 2:2 ganz nah. Chayenne Eulitz lief allein auf das Tor zu, schloss nach Wolfs Geschmack aber zu früh ab. Der Ball strich hauchdünn über die Latte. Auch nach mehreren Ecken boten sich noch Möglichkeiten.

Ganz ohne Glück ging es allerdings nicht. Magdeburg hatte zwei brandgefährliche Konter, spielte sie aber nicht sauber zu Ende – Frohs konnte zweimal parieren.

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So überwog bei Wolf hinterher trotz der starken Vorstellung der Ärger. Seine Mannschaft hatte nach dem schwachen Auftritt der Vorwoche genau die Reaktion gezeigt, die er sehen wollte, und einen Titelaspiranten bis zum Ende gefordert. Nur der Ertrag fehlte wieder. Fotos: Chemnitzer FC


Hohen Neuendorf hat gegen Jena nichts zu bestellen

Für Blau-Weiß Hohen Neuendorf gab es gegen den FC Carl Zeiss Jena II nichts zu holen. Die Gastgeberinnen unterlagen mit 0:3 (0:2), wobei Trainer Christian Liedtke die Niederlage auch in dieser Höhe als verdient einordnete. Dominiert habe Jena seine Mannschaft zwar nicht, „aber sie waren an diesem Tag einfach besser“.

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Lange hielt Hohen Neuendorf das 0:0, ehe zwei ähnliche Situationen die Partie innerhalb weniger Minuten in Richtung Jena kippen ließen. Beim 0:1 in der 35. Minute spielte sich Jena über links durch, Hohen Neuendorf stand nicht sauber und bekam im Strafraum keinen Zugriff mehr. Julia Arnold nutzte das aus. Nur zwei Minuten später öffnete die Defensive erneut zu früh den Raum, Neele Gast bestrafte den nächsten Stellungsfehler mit dem 0:2.

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Offensiv kam von den Gastgeberinnen vor der Pause wenig. „Das war nicht die goldene Halbzeit“, sagte Liedtke. Nach dem Wechsel wurde Hohen Neuendorf zwar aktiver, fing sich aber schon in der 53. Minute den nächsten Treffer. Nach einem Einwurf kombinierte sich Jena über die rechte Seite durch, spielte den Ball bis an den zweiten Pfosten, wo Gast mit ihrem zweiten Tor auf 0:3 stellte.

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Danach verteidigte Hohen Neuendorf stabiler, vorne fehlten allerdings weiterhin die Ideen. Liedtke verwies auch auf die vielen Veränderungen in seiner Mannschaft. Sechs Neuzugänge standen in der Startelf, dazu fehlten mit Luisa Buchwalder und Chantal Pistorius zwei wichtige Kräfte im Defensivverbund. Die Abstimmung passte entsprechend noch nicht überall.

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Ausreden wollte Liedtke daraus aber nicht ableiten. Jena sei „mindestens um diese drei Tore besser“ gewesen. Für seine neu formierte Mannschaft gehe es nun darum, aus den Fehlern zu lernen – möglichst schon im nächsten Heimspiel gegen Türkiyemspor. Fotos: Christian Schneider


Titelbild: Sebastian Dühring