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Im Keller wird gehamstert

Wildes 4:4 in Moabit +++ FFC holt ersten Punkt, Askania ersten Dreier +++ Stern hart am Wind +++ Bero zur Einweihung mit dem Standard-Resultat +++ Friedrichshagen lässt Chance(n) liegen

Moabiter FSV – BSV GW Neukölln 4:4 (2:3): Achterbahnfahrt deluxe

Der Moabiter FSV und der BSV Grün-Weiß Neukölln trennten sich 4:4 – in einem Spiel, das von Offensivlust, wechselnden Spielphasen und einer auffälligen Standardstärke der Gäste geprägt war. „Mit dem 4:4 können wir leben“, sagte Moabit-Trainer Martin Meier. „Das Ergebnis passt zum Spielverlauf – es war so offen, wie es klingt.“

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Jule Klandt (am Ball) gelang der zwischenzeitliche Ausgleich für Moabit zum 2:2.

Moabit erwischte den Traumstart: Nach einem sauber herausgespielten Angriff über die linke Seite fiel früh das 1:0 – Goalgetter Emely Jäger war zur Stelle (2.). Doch die Führung hielt nicht lange. Neukölln drehte die Partie binnen kurzer Zeit – beide Treffer entstanden nach Ecken. Erst rutschte Teresa Wagner der Ball ins eigene Netz (7.), dann markierte Nele Becker die Führung für die Gäste (10.). Lange mussten die Fans auf das die fröhliche Fortsetzung des Scheibenschießens nicht warte. Jule Klandt gelang der Ausgleich für Moabit nach nur sechs weiteren Minuten, Laura Lück brauchte danach nur zehn Minuten, um Neukölln die Pausenführung zu sichern.

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Charlotte Moritz, Linksverteidigerin beim Moabiter FSV.

„Wenn Neukölln nicht diese Standards gehabt hätte, wäre der Verlauf möglicherweise anders gewesen. So hatten wir nach dem 1:0 direkt diese Nackenschläge“, erklärte Moabits Trainer Martin Meyer. „Trotzdem hatten sie auch Chancen aus dem Spiel heraus. Man kann ihnen nichts absprechen.“

Am Ende stand ein 4:4, das Moabit auch deshalb akzeptiert, weil die Mannschaft den Beweis lieferte, dass sie konkurrenzfähig ist. „Erst recht, wenn wir gut besetzt sind. Das war heute klar zu sehen“, sagte Meier. Besonders positiv hob er Kiara Lohmann hervor, die auf der rechten Außenbahn „ein komplett sauberes Spiel“ machte – defensiv wie offensiv. Ebenfalls überzeugend agierte Lioba Virchow in der Innenverteidigung.

Ach so, die restlichen Tore der stürmischen Partie! Jäger wickelte den Doppelpack zum erneuten Ausgleich (57.), Aylin Jüterbock traf für Neukölln (60.) und Teresa Wagner machte ihr Eigentor wett und sicherte dem Team aus Mitte noch den Punkt (70.) Mit Blick auf den Tabellenkeller aus Meyers Sicht ein ganz wichtiger: „Eine gute Reaktion auf das FFC-Ergebnis“, ordnete Meier ein. „Askania hat ja heute auch gewonnen, da ist jeder Zähler wertvoll.“

Fotos: Moabiter FSV


FSV Hansa 07 – FFC Berlin 2004 3:3 (2:1): Diehl gelingt Doppelpack per Ecke

Überraschung in der Wrangelritze. Die FSV Hansa 07 – für gewöhnlich durchaus heimstark, ließ am Samstag gegen den Tabellenletzten FFC Berlin 2004 Federn und kam über ein 3:3 (2:1) nicht hinaus.  Und zwar deshalb nicht, weil die Gastgeberinnen laut Co-Trainer Stefan Rudnick das Spielgeschehen gegen den bis dato punktlosen Aufsteiger zwar beherrschten, ihre Torchancen aber nicht nutzten.  Dazu geriet die FSV auch noch in den Rückstand, als Leonie Hartmann den Ball nach einem Gewühl im Torraum für den FFC in die Maschen stocherte (18.). „Genau das wollten wir vermeiden“, sagte Rudnick.

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Wenn es bei Hansa um Präzision aus der Entfernung geht, tritt Rosa Diehl den Ball. Foto: FSV Hansa 07

Hansa antwortete eigentlich gut, in jedem Falle aber kurios: Rosa Diehl, Frau für ruhende Bälle aus der Distanz, verwandelte zwei Ecken direkt zur Führung (23., 36.). „Ja, das kann sie gut“, sagte Rudnick, die Innenverteidigerin habe überhaupt eine starke Partie abgeliefert. Zur Pause war die Partie also gedreht, aber Hansa spielte genau nur bis zur 58. Minute frohen Mutes. Dann nämlich erzielten Lea Großer den Ausgleich für die Marzahnerinnen. Auch die erneute Führung durch Annika Witzigmann (70.) egalisierten die Gäste. Luana Panten setzte den Schlusspunkt. Die sieben verbleibenden Minuten reichten Hansa nicht mehr für den Siegtreffer.

„Es ist tatsächlich auch noch so, dass die Gegentreffer auch zu verteidigen gewesen wären“, fasste Rudnick noch zusammen. Natürlich hätten seine Spielerinnen nach dem Abpfiff die Köpfe hängen lassen. Man habe nach dem Sieg am vergangenen Wochenende (6:0 bei Viktoria Mitte) und dem Triumph im Pokal (3:2 beim Wittenauer SC Concordia) die Englische Woche mit einem weiteren Dreier krönen wollen. „Das ist uns leider nicht gelungen, dennoch können wir die Woche als erfolgreich bezeichnen“, sagte der Co-Trainer.


Türkiyemspor U23 – SFC Stern 1900 0:2 (0:1): Stern gewinnt nüchtern – Türkiyemspor verkauft sich teuer

Der SFC Stern 1900 bleibt Spitzenreiter der Berlin-Liga. Die Mannschaft von Trainer Roman Rießler gewann bei der U23 von Türkiyemspor Berlin mit 2:0 – in einer Partie, die trotz klarer Kräfteverhältnisse lange offen blieb. „Das war ein schwerer Brocken“, ordnete Rießler ein. Stern begann druckvoll und dominierte die ersten 30 Minuten. Der Tabellenführer war präsent in den Zweikämpfen, sauber im Aufbau und setzte Türkiyemspor früh unter Druck. „Da dachten wir: Die haben wir heute gut im Griff“, sagte Rießler.

Doch in der Viertelstunde vor der Pause verlor Stern den Faden. Die Zuspiele aus der Abwehr wurden unsauber, die Defensive weniger präsent. „Und wie es dann so ist – sowas überträgt sich auf die gesamte Mannschaft“, erklärte Rießler. Türkiyemspor kam dadurch besser ins Spiel, ohne jedoch zwingende Chancen herauszuspielen. Die Partie wurde offener. Zu diesem Zeitpunkt lag Stern bereits vorne. Das 0:1 resultierte aus einem abgefälschten Schuss von Maggi Lorenz, der Keeperin Sophie Kernchen auf dem falschen Fuß erwischte (14.). „Ich glaube fast, dass da sogar noch jemand von uns dran war“, meinte Rießler – unhaltbar war der Ball so oder so.

Nach der Pause fand Stern zur Stabilität der Anfangsphase zurück. Die Defensive arbeitete konzentrierter, kompromissloser, und das Spiel verlagerte sich nahezu vollständig in die Hälfte der Gastgeberinnen. Türkiyemspor hatte drei Umschaltmomente, doch am Strafraum war Schluss. Stern investierte mehr und belohnte sich mit dem 0:2: Nach dem ersten vernünftig getretenen Eckstoß der Gäste in der 90. Minute rutschte Kernchen der Ball durch die Hände, am zweiten Pfosten stand Katharina Herber goldrichtig.

Türkiyemspor-Trainerin Sinem Solmaz ordnete die Partie realistisch ein: „Das Spiel ist im Grunde genau so gelaufen, wie es zu erwarten war, wenn wir nicht alle unsere Ziele umsetzen können. Wir kassieren zwei Gegentore durch eigene Fehler – und dann gewinnt Stern verdient. Sie kamen öfter gefährlich nach vorne, auch wenn nicht durchgehend klare Situationen entstanden sind. Wir haben nicht schnell genug ins Spiel gefunden, aber insgesamt war es kein schlechtes Spiel von uns. Wir schauen weiter nach vorn und arbeiten konsequent an unseren Defiziten.“

Beiden Teams war die Pokalbelastung unter der Woche anzumerken – es fehlte die letzte Spritzigkeit im Offensivspiel. Rießler zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem Pflichtsieg. Türkiyemspor nimmt zwar einen Dämpfer im Kampf um die Spitzengruppe mit, bestätigt aber erneut die positive Entwicklung der jungen Mannschaft.


Friedrichshagener SV – FC Inter 2:3 (1:3): FSV verpasst Zählbares

Der FC Inter hat sein Auswärtsspiel beim Friedrichshagener SV mit 3:2 gewonnen – in einem Duell, das die Gastgeberinnen trotz frühem Rückschlag bis in die Schlussphase offenhielten. „Unverdient für Inter kann man nicht sagen. Sie machen ihre drei Tore, wir lassen zu viele Chancen liegen“, bilanzierte FSV-Co-Trainer Dustin Lefevres. „Aber ein Remis, vielleicht sogar ein Sieg, wäre drin gewesen.“

Die Schicht begann denkbar ungünstig für Friedrichshagen: Nach 11 Minuten führte ein Fehler im eigenen Aufbau zum 0:1. Inter presste hoch, Zuzanna Quinkenstein antizipierte gut und schob eiskalt ein. Der FSV schüttelte sich, kam besser in die Partie, doch Inter schlug erneut zu. Nach einem Einwurf in der 17. Minute war der Tabellenzweite „durch“ – so Lefevres. Am Ende war Lena Hegnal zur Stelle und markierte ihren bereits elften Saisontreffer zum 0:2. Friedrichshagen antwortete jedoch mit dem 1:2 durch die starke Sarah Weihmann in der 29. Minute doch kurz vor der Pause legte Inter nach: Julia Kaiser erhöhte auf 3:1.

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Zwei Tore von Sarah Weihmann reichten dem FSV nicht für ein Remis.

Nach dem Wechsel gelang den Gastgeberinnen nur noch ein Treffer, der allerdings von hoher spielerischer Qualität war. Der Angriff lief zunächst über links, wurde dann auf die rechte Seite verlagert, wo Emma Braun bis fast zur Grundlinie durchging. Ihre präzise Rücklage fand an der Strafraumkante erneut Weihmann, die in die lange Ecke zum 2:3 verkürzte (58.).

In der Folge war Friedrichshagen laut Lefevres um Spielkultur bemüht, Inter habe vorwiegend mit langen Bällen agiert. Letztendlich fehlte es Friedrichshagen an der Durchschlagskraft, „wir haben zu viele Chancen liegengelassen“, klagte der Co-Trainer. Und so blieb es beim knappen Auswärtssieg der Gäste – und bei einem Gefühl, das Lefevres treffend zusammenfasste: „Enttäuschend ist es trotzdem ein bisschen, weil mehr drin war. Aber wir haben unsere Fehler klar erkannt und wissen einmal mehr, woran wir arbeiten müssen.“


Berolina Mitte – SV Lichtenberg 47 7:0 (4:0): Bero gewinnt erneut 7:0

Berolina Mitte setzt seine Serie deutlicher Siege fort. Nach dem jüngsten 7:0 gegen den FFC Berlin 2004 und dem 6:0 im Pokal beim SV Empor endete auch das Spiel gegen den SV Lichtenberg 47 mit 7:0. Trainer Frank Krug nahm das Ergebnis mit einem Scherz: Wenn dies nun das Standardresultat werde, „wäre ja nicht das Unangenehmste“.

Zu Beginn tat sich Bero allerdings etwas schwer. Das lag zum einen daran, dass Lichtenberg hoch anlief. Krug sagte, man habe damit gerechnet, dass dies nicht allzu lange anhalten könne – es koste schließlich Kraft. Außerdem musste sich sein Team an den neu verlegten Kunstrasen gewöhnen, der an diesem Tag eingeweiht wurde. Nach etwa 20 Minuten lief es besser.

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Foto: Berolina Mitte

Die überragende Silvia Engels eröffnete den Torreigen mit einem Doppelpack in der 24. und 26. Minute. Danach traf Arzum Eren, und erneut Engels stellte den 4:0-Pausenstand her. Zwischendurch, so Krug, gestaltete sich das Treiben seines Teams etwas zäh, weil die Halbräume nicht besetzt waren. Der Trainer ließ im 4-2-3-1 spielen und erklärte: Stehe der Gegner tief und bleibe man selbst nur in der vordersten Reihe, würden die Halbräume nicht besetzt. Dann komme man „nur mit Steckpässen nicht ans Ziel“. Mathilde Zeuzem als Neun und Zehra Badem ließen sich daraufhin stärker in die Zwischenräume fallen. Ab diesem Zeitpunkt lief es bei Bero wie geschnitten Brot.

In der zweiten Hälfte traf Finja Bruns zweimal, Emma Lamprecht erzielte den Treffer dazwischen zum 6:0. Krug nutzte das gute Ergebnis anschließend, um „ordentlich durchzuwechseln“. Mit dem erneuten Kantersieg bleibt Bero Spitzenreiter Stern dicht auf den Fersen.


SV Askania Coepenick – Viktoria Mitte 2:0 (2:0): Es ist vollbracht!

Der SV Askania Köpenick hat den ersten Sieg der Saison eingefahren – es waren zugleich die ersten drei Punkte für den Aufsteiger. Und doch musste die Mannschaft am Ende trotz klarer Überlegenheit noch einmal zittern. Askania erwischte einen perfekten Start: Stella Kohlhoff traf bereits in der 1. Minute zum 1:0. In der 21. Minute stellte Nelly Kockejai mit ihrem Treffer bereits den Endstand von 2:0 her.

Was zwischen diesen beiden Toren und dem Schlusspfiff geschah, kostete Trainer Gregor Seemann einige Nerven. Zwei Elfmeter verschoss seine Mannschaft, dazu kamen Pfostentreffer und weitere gute aber versiebte Gelegenheiten. In der Schlussphase musste Torhüterin Lea Kurz dann tatsächlich noch einmal eingreifen. Mit einer starken Parade verhinderte sie den möglichen Anschlusstreffer und sorgte dafür, dass das Spiel nicht noch einmal kippte.

Seemann formulierte es so: Man habe an diesem Tag „quasi das ungeschriebene Gesetz des Fußballs überschrieben, dass wenn man vorne die Chancen nicht nutzt, sich das rächt“. Die weitere Erkenntnis: Es liege noch „ein hartes Stück Arbeit“ vor der Mannschaft – und vor allem über die vielen ausgelassenen Chancen „wird noch zu reden sein“.