fsv3

Friedrichshagen zu stark für den Moabiter: 4:0

Schnelle Römer-Elf bezwingt auch den dritten Aufsteiger sicher

Der Friedrichshagener SV hat das „Spiel der Woche“ gegen den Moabiter FSV klar mit 4:0 (2:0) gewonnen – ein Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse an diesem Tag ziemlich gut widerspiegelt.

fsv fsv
Lilli Zellmer (l.) im Duell um den Ball mit Moabits Felizitas Schlechta.

Schon der Auftakt sprach Bände. Die Gäste bekamen die schnellen Flügel der Köpenickerinnen in der Anfangsphase überhaupt nicht in den Griff. Nach nur drei Minuten zog Letizia Gattner rechts aus spitzem Winkel ab. Moabits Torhüterin Pia Brozek parierte grandios, allerdings schliefen die Bodyguards von Lilli Zellmer, die den Abpraller mühelos zum 1:0 einschieben konnte (4.).

fsv6
Für die Highlights im Moabiter Angriffsspiel zeichnete Theresa Wagner (am Ball) verantwortlich.

Sarah Weihmann erhöhte nach gut einer halben Stunde auf 2:0 – und das ziemlich cool. Nach einem Steckpass steuerte sie alleine auf Brozek durch, verlud die Schlussfrau mit einem Übersteiger und vollendete. Moabit fing sich ein wenig, Friedrichshagen hatte das Spiel aber fest im Griff und hätte durch mehrere Großchancen zur Pause sogar höher führen können. Moabit kam zwar besser ins Spiel, doch den Distanzschüssen von Theresa Wagner, Felicitas Schlechta (Freistoß) und einem Versuch von Linda Goyk fehlte der Dampf.

fsv2
Sarah Weihmann markierte das 2:0 und hatte weitere Großchancen.

Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Friedrichshagen drückte. Brozek rettete stark gegen einen listigen Freistoß. Kurz darauf aber zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt – Handspiel. Marlies van Elferen verwandelte souverän zum 3:0 (51.). Und als Moabit in der 65. Minute die Riesenchance zum Anschluss liegen ließ – Goyk wurde von Wagner bilderbuchmäßig auf der rechten Seite blitzblank gespielt, verzog aber –, kippte das Spiel endgültig in Richtung Friedrichshagen.

fsv92
Pia Brozek bewahrte Moabit mit tollen Paraden vor einer noch deftigeren Niederlage.

Statt Spannung gab es nun auch Spektakel: Gattner jagte in der 71. Minute nach einem Patzer der Moabiterinnen im Spielaufbau einen Ball von halbrechts direkt oben in die lange Ecke – das 4:0, ein echtes Traumtor. Friedrichshagen hatte in der Folge noch weitere Möglichkeiten, unter anderem durch Weihmann, die kurz vor Schluss ihren Treffer aus der ersten Hälfte hätte kopieren können, diesmal aber gegen Brozek den Kürzeren zog.

fsv4
Moabits Jenny Hänseroth auf dem Weg nach vorne.

Moabit stemmte sich bis zum Ende wacker gegen ein Debakel, arbeitete sich körperlich rein und erschien noch zweimal über Wagner und Goyk gefährlich vor dem gegnerischen Kasten. Doch die klareren Szenen und die Abgeklärtheit lagen an diesem Tag eindeutig bei Friedrichshagen und der Druck – vor allem über die Außen – war für den Aufsteiger zu groß.

fsv7
Letizia Gattner belohnte sich für eine bärenstarke Leistung mit einem absoluten Traumtor.

Die Zufriedenheit im Lager der FSV-Coaches war deshalb keine Überraschung: „Das lief gut heute und so, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagte Co-Trainer Dustin Lefevres. Das es insgesamt ein schönes Spiel wurde, sei auch ein Verdienst der Gäste gewesen. „Das ist schon der stärkste Aufsteiger. Die wollen wenigstens Fußball spielen und probieren etwas.“ Drei Spieler, dreimal war ein Aufsteiger der Gegner, dreimal machte Friedrichshagen den Unterschied zwischen Berlin-Liga-Erfahrung und Neuling sehr deutlich. Die Köpenickerinnen grüßen tatsächlich von der Spitze des Tableaus. „Das darf man natürlich jetzt nicht überbewerten. Ich würde sagen: Wir haben bislang unsere Hausaufgaben recht ordentlich gemacht“, sagte Lefevres.   

fsv5
Sicher vom Punkt: Marlies van Elferen.

Moabits Co-Trainer Martin Meyer sagte nach dem Abpfiff: „Unterm Strich waren wir hier heute chancenlos. Vor allem hat es uns an der Zweikampfhärte gefehlt. Man muss aber auch dazu sagen, dass uns in Jule Klandt, Lioba Virchow, Emily Jäger und Fine Herzog gleich vier wichtige Spielerinnen aus der Offensivfraktion gefehlt haben. So hatten wir kaum Entlastung.“ Zufrieden sei man mit der zweiten Halbzeit. „Da haben wir besseren Fußball und große Moral gezeigt“, so Meyer.  „Und ich denke, Friedrichshagen gehört nicht zu den Gegnern, gegen die wir unsere Punkte holen müssen.“


Fotos: Matthias Vogel