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einfach brandgefährlich

Fünf Torbeteiligungen gegen Türkiyemspor: Lea Berndorf von der FSV Hansa 07 ist Rasenperle der Woche

So richtig besonders empfand die Angreiferin ihren Auftritt gar nicht. „Es wäre ja traurig, wäre ich als Flügelstürmerin nicht an unseren Toren beteiligt“, sagte sie nach dem Siegerfoto mit der Mannschaft. „Na gut, heute habe ich schon einen Sahnetag erwischt“, räumte sie dann doch ein. Berndorf war einfach überall – stets brandgefährlich und meistens erfolgreich. Super sicher verwandelte sie zunächst einen Handelfmeter, zirkelte dann scharf und maßgeschneidert zwei Ecken auf die Köpfe von Timi Villegas und Nina Fintzen, die prompt einnickten. Und war dann noch vor Pause zweimal selbst zur Stelle, als Sonja Laukemper über die Flügel angerauscht kam und jeweils einen Adressaten im Zentrum suchte. Fünf Scorerpunkte in einer Halbzeit? „Sahnetag“ ist untertrieben.

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Gut lachen hatten Lea Berndorf und ihre Sturmpartnerin Sonja Laukemper im Spiel gegen Türkiyemspors U23.

Hätte Hansa die Konter in der zweiten Hälfte konzentrierter ausgespielt, es wäre noch dicker gekommen für Türkiyemspor. Auch hier war Berndorf an auffallend vielen Angriffen beteiligt. Nach zwei Siegen zum Auftakt grüßt Hansa nun tatsächlich in der Berlin-Liga vom Platz an der Sonne, hat bereits jetzt so viele Punkte wie in der vergangenen Saison nach der Vorrunde. Was ist anders? „Der Kader ist durch zwei Zugänge und einige Spielerinnen aus der Jugend breiter. Die Vorbereitung war dadurch anders. Mehr Leute im Training und bei den Testspielen“, sagt Berndorf.

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Berndorf wurde beim MSV Duisburg ausgebildet. Seit 2021 ist sie bei dem Kreuzberger Verein „unter Vertrag“ und hat in dieser Zeit vor allem Geschmack an den Derbys gegen Türkiyemspor gefunden. „Macht immer Spaß, gegen sie zu spielen“, sagte sie nach dem Abpfiff. Laut FuPa-Statistik traf sie bis vor dieser Saison fast in jedem zweiten Spiel für Hansa. Trainer Philipp Pawelzik fand die Gala seiner Angreiferin folgerichtig zwar durchaus bemerkenswert, überrascht hat sie ihn aber nicht: „Sie ist in sehr guter Form, das hat man auch schon im ersten Spiel gesehen.“

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Ob mit Hansa in dieser Spielzeit weiter eher im oberen Tabellendrittel zu rechnen ist? „Schwer zu sagen. Auf jeden Fall wollen wir zuhause unangenehm sein für jeden Gegner“, sagte die 27-Jährige. „Wir lieben diesen Platz – auch wenn wir damit alleine sind“, ergänzte sie und entschwand mit einem Grinsen.


Fotos: Matthias Vogel