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Stern 1900 rollt an

Rießler-Elf landet nächsten Kantersieg +++ Nur Remis für Himmelblau +++ Moabit im Unglück

FSV Hansa 07 – FC Inter 3:4 (1:2) – Doppelpack von Sonja Laukemper

Philipp Pawelzik ärgerte sich nach der Partie gegen das Team aus Schöneberg. „Ich will nicht so weit gehen und behaupten, wir hätten das hier gewinnen müssen. Aber einen Punkt hätten wir uns verdient gehabt“, sagte der FSV-Coach. Hansa fand gut ins Spiel und ging durch Sonja Laukemper nach 20 Minuten folgerichtig in Führung: Sie feierte erst einen Pressing-Erfolg in der Inter-Box und dann ihr erstes Saisontor.

Direkt im Gegenzug beobachtete Pawelzik dann einen Abstimmungsfehler, der zum Ausgleich führte. Langer Ball von Inter und Julia Kaiser war durch: 1:1 (22.). Damit vor der Pause noch nicht genug: „Dann verwandelt Inter eine Ecke direkt, das würde ich auch als Abstimmungsfehler werten“, grummelte Pawelzik. Kunstschützin war Julia Marinowski (39).

Die entscheidende Phase dann nach dem Pausentee. „Inter kam einfach viel besser aus der Kabine und schenkte uns zwei ein“, berichtete der Hansa-Coach. Ivonne Jatz (46.) und erneut Kaiser (59.) stellten auf 1:4. Wer jetzt dachte, die Messe sei gelesen, sah sich getäuscht. Hansa lief hoch an und zur Höchstform auf.

Sonja Laukemper heizte die ohnehin gute Stimmung in der Wrangelritze mit ihrem zweiten Treffer zusätzlich an. Kim-Lucia Ruoff hatte den Ball im Strafraum-Getümmel gut abgeschirmt und abgelegt, Laukemper markierte das 2:4 (65.). Inter brachte Lena Hegnal und wurde dadurch wieder gefährlicher. „Aber trotzdem hatten wir die Partie gut im Griff“, so Pawelzik. Als Hansa auch noch das 3:4 durch einen Kopfball von Ruoff gelang (85.) – Laukemper hatte sich mit einer Flanke von der linken Seite bei ihr für den Service zuvor revanchiert – lag der Ausgleich in der Luft. Doch Inter brachte den Vorsprung ins Ziel.

„Das Team hat große Moral gezeigt, hat wirklich alles reingeworfen. Als wir die Partie unter Kontrolle bekamen, hatten wir hinten schon vier drinnen, das war das Dumme heute“, stellte Pawelzik fest – mit leeren Händen.


Moabiter FSV – Türkiyemspor Berlin U23 1:2 (1:1) – Wenn zum Unglück Pech kommt

Moabits Coach Martin Meyer haderte mit dem Ergebnis. Nicht, dass die Gäste ihn aufgrund ihrer Dominanz über weite Strecken nicht verdient gehabt hätten. Vielmehr konnte er zwei der Schiedsrichterentscheidungen nicht nachvollziehen – nämlich exakt die, die zu den beiden Gegentreffern führten.

Angefangen hatte es gut für Moabit. In der 7. Spielminute drehte Felizitas Schlechta eine Ecke von links auf den zweiten Pfosten. Dort rauschte die Torhüterin der Kreuzbergerinnen unter dem Ball durch und Lioba Virchow hielt den Fuß hin: 1:0. Fortan hielt die Abwehr der Gastgeberinnen allen Angriffen stand. Bis zum Pausenpfiff – und der hätte laut Meyer einfach früher ertönen müssen. „Der Schiri zeigt keine Nachspielzeit an. Es läuft die 46., es läuft die 47. Spielminute. Dann macht er Anstalten, lässt aber den Angriff von Türkiyemspor weiterlaufen und genau dann fällt der Ausgleich.“

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Foto: Matthias Vogel

Zahraa Chahrour hatte Maß genommen, und wie: Aus 25 Metern schlug die Kugel im Giebel des FSV-Kastens ein. „Hat sie toll gemacht, keine Frage“, sagte Meyer. „Hätte ja aber eigentlich gar nicht stattfinden dürfen.“

In der zweiten Hälfte erhöhte Türkiyemspor den Druck zusehends. „Wir haben trotzdem gut dagegen gehalten und auch in der Offensive unsere Momente“, so der Moabiter Coach. Dann das zweite Schiri-Ding! Laut Meyer bekam die Angreiferin der Gäste in klarer Abseitsstellung den Ball, bevor sie von außen nach innen zog und Aylin Krüger im Zentrum das 1:2 auflegte (73.). „Klarer geht’s kaum. Unsere ganze Hintermannschaft hatte schon abgeschlossen“, grummelte er. „Nach dem Spiel hat sich der Schiedsrichter dann dafür entschuldigt. Okay, hilft einem dann aber auch nicht mehr“, so Meyer.

Zum Unglück kam dann auch noch Pech dazu, nämlich als Moabit in der 85. Minute einen 4-gegen-2-Konter fuhr und Linda Goyk nicht einschob, sondern den Ball über den Schlappen und damit neben das Tor rutschen ließ. „Insgesamt ein Nackenschlag“, fasste Meyer den gebrauchten Tag zusammen. Für Moabit bleibt es dabei: Der Aufsteiger mischt gut mit, das Punktekonto ist leer.


SV Askania Coepenick – SFC Stern 1900 0:8 (0:6) – Tapfer gewehrt

Aufsteiger Askania wehrte sich gegen das Liga-Schwergewicht tapfer, geriet aber dennoch unter die Räder. Einfach weil bei den Gästen der Ball wie am Schnürchen lief und die Steglitzerinnen offenbar auch an ihrer Effizienz vor des Gegners Kiste gefeilt haben. Gut 20 Minuten waren gespielt, da war die Geschichte eigentlich auch schon auserzählt: Xenia Zeinert, Alina Lindemann, Diana Steinmeyer und Kathi Herber schlugen zu, Zeinert und Steinmeyer aus dem Feld, die anderen beiden per Kopf nach Standards.

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Foto: Askania

„Leider erst danach hatten wir eine Phase, wo wir Stern auch unter Druck setzen konnten, Zweikämpfe gewannen und uns dem Tor näherten“, berichtete Askania-Coach Philipp Du Bois. „Und auch die zweite Hälfte war okay, da sind ja auch nur noch zwei Gegentreffer gefallen.“ Die erzielten Lindemann erneut per Kopf (58.), erneut nach einem Standard, und Susette Claesson (74.). Noch vor der Pause hatten Zeinert und Steinmeyer jeweils ihren Doppelpack geschnürt.

Du Bois war irgendwie dennoch zufrieden. Zum einen habe es Stern auch wirklich gut gemacht, zum anderen habe sein Team bis zum Schluss versucht gegenzuhalten, sei nicht auseinandergefallen. Dafür im Speziellen und für den gesamten Auftritt im Allgemeinen habe es ein Lob von Sterns Trainer Roman Rießler gegeben. „Das tut schon gut, wenn jemand sieht, dass trotz der acht Gegentore nicht alles schlecht war.“


FC Viktoria 1889 Berlin U20 – Friedrichshagener SV 4:4 (3:1) – Himmelblau lässt Federn

„Wir waren heute die bessere Mannschaft aber leider nicht die reifere.“ Das bekam das Farmteam des Zweitligisten Viktoria Berlin nach dem Torfestival in Lichterfelde von seinem Trainer Darien Hoffmann zu hören. Rasenperlen diktierte er folgende Quintessenz in den Notizblock: „Wir haben heute völlig unnötig zwei Punkte liegenlassen, weil wir jeweils die ersten zehn Minuten der beiden Halbzeiten verschlafen.“

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Foto: Friedrichshagener SV

In der ersten Schicht bedeutete dies: 0:1 nach sieben Minuten, nach Umschaltmoment für Friedrichshagen. Die Reaktion war so recht nach Hoffmanns Geschmack. Sein Team wurde zusehends dominanter, presste hoch, eroberte Bälle, trug Spielzüge vor und traf. Einer Pressingsituation entsprang das 1:1, Gabby Kelly-Niemack hatte den Ball erobert und ins Netz geschoben (24.). Layla El Khanji brachte Viktoria dann nach einer feinen Eckenvariante in Führung (37.) und Kuni Steinbock markierte noch vor dem Seitenwechsel das 3:1 (44.). Vorentscheidung? Mitnichten.

Denn die junge Hoffmann-Elf leistete sich erneut ein kollektives Nickerchen. Nach eigener Ecke fing sie sich einen Konter, den Letizia Gattner erfolgreich abschloss (51.). Nach einer Ecke für die Gäste rutschte Marie Jakob das Spielgerät dann ins eigene Tor (54.). „Unnötig“, befand Hoffmann, „Unsere Torhüterin war da.“

Der Ernüchterung folgte der Jubel: El Khanji nagelte den Ball aus 25 Metern Entfernung in die Maschen (66.). Rubrik Traumtor. „Und dann haben wir wirklich mehrere Möglichkeiten auf das 5:3, berichtete Hoffmann. Die letzte Chance des Spiels nutzte aber Lilli Zellmer für Friedrichshagen. „Unsere Außenverteidigerin spielt den Ball zurück auf die Torhüterin, die ohnehin schon unter Druck war“, so Hoffmann. Pressschlag, und die Kugel trudelte zum 4:4 ins Tor (90.).

Hoffmann erhob keine Vorwürfe. Zu groß war der Einsatz seiner Mannschaft, zu ordentlich der Fußball, den sie vortrug. „Ärgerlich ist es trotzdem, wir hätten in der Tabelle Boden gut machen können.“ Haben die Viki-Girls nicht und deshalb grüßt der Friedrichshagener SV weiter fröhlich von der Tabellenspitze.


FFC Berlin 2004 – BSV GW Neukölln 1:3 (0:0) – Aufsteiger hält lange mit

Bis zur 71. Minute musste Neukölln auf die Erlösung gegen den im Vergleich zur Vorwoche deutlich verbesserten Aufsteiger FFC Berlin 2004 warten. Den ersten Gegentreffer beschrieb FFC-Trainerin Janine Köhler so: „Ecke, Pingpong, Tor Leona Schulz!“ Überhaupt: „Neukölln haben drei Standards gereicht und deshalb ist das Ergebnis heute okay“, so Köhler.

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Foto: FFC Berlin 2004

Nach dem 0:2 durch Romina Schmalbein (76.) schlug der FFC bald zurück. „Da haben wir das Spiel sehr schön von halbrechts auf links verlagert“, erklärte Köhler die Entstehung des Treffers. Lara Golz startete mit dem Ball am Fuß durch und schlug zu (83.). Statt zweiter Luft dann zwei Minuten später die Ernüchterung. Strafstoß für Neukölln – Selin Corr fixierte den Endstand (86.).

Köhler begründete die Niederlage auch mit der großen Erfahrung der Gäste. „Die Tore sind clever gemacht, auch den Elfmeter wollten sie haben und wir sind da dann einfach zu ungestüm.“ Dennoch war die Trainerin zufrieden. Weil sie insgesamt eine Leistungssteigerung ausmachte – und weil die Partie ihrer Meinung nach durchaus auch eine andere Wendung hätte nehmen können. „In der ersten Halbzeit läuft Luana Panten alleine auf das Neuköllner Tor zu, in der zweiten dann Vanessa Meister und Lea Großer. Diese dicken Chancen haben wir leider nicht genutzt.“


Viktoria Mitte – SV Lichtenberg 47 1:2 (1:0) – Überragende Kabinenpredigt?

Nils Tobela hätte nachträglich gerne Mäuschen gespielt und der Ansprache seines Lichtenberger Trainerkollegen Martin Biermann in der Halbzeitpause gelauscht. „Die muss überragend gewesen sein“, sagte er anerkennend. Denn Lichtenberg sei wie verwandelt aus der Kabine gekommen.

Lange dauerte es nicht, bis sich der plötzliche Formwechsel auch in Zählbares niederschlug. In der 56. und 59. Minute holten die 47erinnen zum Doppelschlag aus. Celine Hellriegel traf per Freistoß flach an der Mauer vorbei zum Ausgleich, Elisa Gronau traf zum 1:2. Die schöne Führung von Amra Zenuni aus der 25. Minute war dahin, die überlegene erste Hälfte der Viktoria vergessen, inklusive der dicken Möglichkeit zum 2:0, als Zenuni die Lichtenberger Torhüterin umkurvte und den Ball auf das verwaiste Tor schob, eine Gästespielerin ihn aber noch von der Linie kratzte.

Den Gastgeberinnen hätten die ersten Punkte gut getan, Tobela gab sich dennoch zuversichtlich für die nächsten Wochen: „Klar, wir haben uns heute mehr erhofft. Aber man hat gemerkt, dass unsere Stammelf langsam aber sicher wieder komplett ist. Das ist schon ein Unterschied.“