Kapheim-Elf bekommt vorzeitig sieben Ostereier ins Nest +++ Pankow mit Anlaufschwierigkeiten +++ Bero schielt schon aufs Topspiel +++ Hansa rückt direktem Konkurrenten auf die Pelle
FSV Hansa 07 – SV Lichtenberg 47 5:2 (3:2): Früher Doppelpack ebnet Hansa den Weg
Der FSV Hansa 07 hat seine Aufgabe in der Berlin-Liga der Frauen souverän gelöst und den SV Lichtenberg 47 mit 5:2 bezwungen. Die Grundlage legte das Team von Trainer Philipp Pawelzik bereits in der Anfangsphase.

Lea Berndorf brachte Hansa früh auf Kurs. In der 9. Minute traf die Torjägerin zur Führung, nur zwei Minuten später legte sie nach: Einen Pass in den Rückraum verwertete sie aus kurzer Distanz zum 2:0. „Von Anfang an haben wir Lichtenberg im Griff gehabt“, sagte Pawelzik. Die Vorentscheidung fiel noch vor der Pause. In der 29. Minute schickte Kapitänin Sophia Ostner Klara Burchard mit einem feinen Steckpass auf die Reise. Zunächst scheiterte sie an Torhüterin Lara Risch, im Nachsetzen traf sie jedoch zum 3:0. Lichtenbergs Anschlusstreffer kurz vor dem Seitenwechsel sorgte laut Pawelzik zwar für „ein bisschen Unruhe“, änderte aber nichts an der klaren Statik der Partie.

Bereits ab der 22. Minute musste sich Hansa defensiv auf eine neue Komponente einstellen: Elisa Gronau war früh eingewechselt worden und brachte mit ihrer Schnelligkeit zusätzliche Gefahr über lange Bälle ins Spiel. Wirklich durchschlagen konnte sich das zunächst nicht. Nach dem Seitenwechsel zog Hansa das Tempo wieder an. In der 52. Minute köpfte Innenverteidigerin Annelie Stötefalke nach einer Ecke am kurzen Pfosten zum 4:1 ein – sie überzeugte insgesamt mit einer sehr starken Leistung. Nur eine Minute später erhöhte Sonja Laukemper nach Vorarbeit von Berndorf auf 5:1. Erst münzte Lichtenberg die frühe Umstellung in Zählbares: In der 65. Minute traf Gronau zum 5:2.
Am Ende blieb es bei einem ungefährdeten Erfolg für Hansa, der aus Sicht von Pawelzik sogar noch höher hätte ausfallen können. „Ich bin zufrieden“, sagte der Trainer nach einer Partie, die früh in klare Bahnen gelenkt wurde. Lichtenberg liegt auf Platz 8, Hansa rangiert nun nur noch mit einem Punkt Rückstand dahinter.
Borussia Pankow – Türkiyemspor U23 3:0 (1:0): Arbeitssieg nach der Pause
Borussia Pankow hat sich im Heimspiel der Berlin-Liga mit 3:0 (1:0) gegen die U23 von Türkiyemspor Berlin durchgesetzt – nach zähem Beginn und klarer Steigerung im zweiten Durchgang.

Die Gastgeberinnen brauchten gut 20 bis 25 Minuten, um in die Partie zu finden. „Wir haben uns ein bisschen von der Unruhe auf der gegnerischen Bank anstecken lassen“, sagte Trainerin Josi Ruß. Erst danach gewann Pankow an Kontrolle – und kam folgerichtig zur Führung: In der 32. Minute steckte Charlotte Lemke stark durch, Sarah Schrader blieb vor dem Tor ruhig und schob überlegt ein. Kurz darauf hätte Sina Krüger erhöhen können, legte nach Alleingang jedoch quer auf Lemke – deren Treffer wegen Abseits nicht zählte.
In der Kabine fand Ruß deutliche Worte, sie zeigte sich nämlich mit dem Auftritt bis dahin unzufrieden: zu viele Passfehler, zu wenig angenommene Zweikämpfe. Zudem stellte sie um und beorderte Lena Pflanz weiter nach vorne – auch als Reaktion auf die körperlich robuste Abwehrspielerin Abigail Adewole bei Türkiyemspor. Die Maßnahme griff: Pflanz setzte sich besser durch und traf prompt kurz nach Wiederbeginn. In der 49. Minute erhöhte sie nach Vorarbeit von Lemke auf 2:0. Den Schlusspunkt setzte Michelle Juras in der Schlussminute nach Querpass von Pflanz.

Zwar ließ Pankow keine klare Torchance der Gäste zu, doch Ruß betonte, dass Türkiyemspor durchaus gefährlich in der Hälfte auftauchte. Kein rauschender Sieg also für den Top-Verfolger, aber ein souveräner – und vor allem einer, bei dem für dessen Trainerin am Ende das Wichtigste stimmt: die drei Punkte.
FFC Berlin 2004 – Moabiter FSV: Kein Zugang zur Anlage – Spiel abgesagt
Die Heimspiele des FFC Berlin 2004 sind am Sonntag kurzfristig ausgefallen. Sowohl die Partie der zweiten Mannschaft als auch das Spiel der ersten Frauen gegen den Moabiter FSV konnten nicht stattfinden.
Trainerin Janine Köhler nennt den ungewöhnlichen Grund: Trotz vorliegender Überlassungserklärung des Sportamtes blieb der Zugang zur Sportstätte am Blumberger Damm verwehrt. Die zuständige Fremdfirma für die Schließanlage stellte keinen Sport- oder Platzwart, zudem war kein Bereitschaftsdienst erreichbar. Ein Aufschließen der Anlage war somit nicht möglich.
Neben der Begegnung der ersten Mannschaft fiel auch das Spiel der zweiten Frauen aus. Für beide Partien sollen nun Ersatztermine gefunden werden.
Berolina Mitte – SV Askania Coepenick 3:1 (2:1): Bero im Schongang zum Sieg
Berolina Mitte hat seine Pflichtaufgabe erfüllt und den SV Askania Coepenick mit 3:1 geschlagen. Nach den Niederlagen gegen Stern und Inter hielt das Team von Frank Krug damit Kontakt zur Tabellenspitze – und nutzte die Partie zugleich, um mit Blick auf das Top-Spiel gegen Viktorias U20 am Osterwochenende Kräfte zu sparen.
Krug rotierte also kräftig durch, schonte angeschlagene Spielerinnen und testete Umstellungen: Zehra Badem und Mathilde Tiramani in der Innenverteidigung, Emma Daskalov mit viel Spielzeit, im Tor stand mit Emma Haverkamp eine Keeperin aus den zweiten Frauen. Am Spielverlauf änderte das nichts – Bero war klar überlegen.

Früh fiel die Führung: Tiramani hob den Ball über die letzte Kette, Finja Bruns nahm stark mit und schob zum 1:0 ein (10.). Kurz darauf erhöhte Eva Borndörfer nach Vorlage von Silvia Engels auf 2:0. Nach rund einer Stunde traf Tiramani selbst per Distanzschuss zum 3:0. Der Gegentreffer resultierte aus einem Fehler: Haverkamp spielte Jennifer Hösselbarth den Ball bei der Spieleröffnung direkt in die Füße – 3:1. Mehr als ein Schönheitsfehler war das nicht.
Krug sprach von „einer souveränen Vorstellung“. Zwar habe durch die vielen Wechsel in der zweiten Hälfte der Spielfluss etwas gelitten, „aber wir sind zufrieden“. Zugleich zollte er den Gästen aus Köpenick im zweiten Spiel nach Gregor Seemann Respekt: „Die spielen mit, die stellen sich nicht hinten rein. Für mich sind sie eine Bereicherung für die Liga.“ Entscheidend blieben die drei Punkte – und die gezielte Vorbereitung auf das kommende Spitzenspiel.
BSV Grün-Weiß Neukölln – Friedrichshagener SV 2:7 (1:3): Sieben Gegentore, viele Gründe: Neukölln bricht ein
Neukölln hielt mit, kam auch zu Chancen, scheiterte jedoch immer wieder an der eigenen Abschlussschwäche. „Wir treffen das Tor nicht, wir treffen den Ball nicht – und die hauen ihn einfach rein“, sagte Trainer Helge Kapheim nach der deftigen Niederlage. Ein möglicher Ausgleich zum 1:1 wurde wegen einer angeblichen Abseitsstellung abgepfiffen – für ihn eine strittige Szene, die aber nicht als Ausrede taugt.

Schwerer wog die personelle und strukturelle Lage: Mit Leona Schulz stand eine Feldspielerin im Tor, dazu kamen geringe Trainingsbeteiligung, angeschlagene Spielerinnen und Improvisation in der Aufstellung. „Wenn man nicht trainiert, kann man auch keine Spiele gewinnen“, so Kapheim, der auch den Einsatz angeschlagener Spielerinnen im Nachhinein kritisch sah. Am Ende bleibt ein deutliches Ergebnis, das aus Sicht des Trainers zwar „ein bisschen zu hoch“ ausfiel, die Kräfteverhältnisse jedoch klar widerspiegelt.

Ein Treffer von Romina Schmalbein (29.) und ein Eigentor sorgten für Neuköllner Ergebniskosmetik, für die Effizienz auf FSV-Seite waren Leni Hänel (7., 14., 47., 90.), Letizia Gattner (21.) und Sarah Weihmann (67., 78.) verantwortlich.
Viktoria Mitte – U20 FC Viktoria 1889: Viktoria Mitte sagt ab
Die Berlin-Liga-Partie der Frauen zwischen Viktoria Mitte und der U20 des FC Viktoria 1889 ist kurzfristig abgesagt worden. Hintergrund ist die angespannte personelle Lage beim Team von Trainer Nils Tobela. Nach dem Spiel gegen Neukölln musste Viktoria Mitte zwei weitere Verletzte hinnehmen, hinzu kommen mehrere Langzeit-Ausfälle. In der Summe standen Tobela maximal neun Spielerinnen zur Verfügung – zu wenig für einen regulären Spielbetrieb auf diesem Niveau. „Ungünstig, aber so ist es nun mal jetzt“, sagte Tobela. Es mache auch keinen Sinn, die Mannschaft mit Spielerinnen aus der Bezirksliga-Vertretung aufzufüllen, um gegen ein Top-Team der Berlin-Liga anzutreten.

