Viktoria U20 schlägt im Rasenperlen Spiel der Woche Borussia Pankow 2:0 (1:0) – eine extrem starke erste Hälfte legt den Grundstein
Die U20 des FC Viktoria 1889 hat das Topspiel der Berlin-Liga gegen Borussia Pankow mit 2:0 gewonnen. Grundlage des Erfolgs war eine spielerisch klare erste Halbzeit mit zahlreichen Chancen. Nach der Pause steigerte sich Pankow, kam mehrfach gefährlich auf, doch Viktoria verteidigte stabil und profitierte von einer herausragenden Torhüterin. Die Treffer erzielten Lea Hahn (22.) und Leni Steinweg (75.).

Das Spiel begann zunächst durchaus mit guten Möglichkeiten auf beiden Seiten. Pankows Charlotte Lemke tauchte früh in der Tiefe auf, brachte den Ball aus halbrechter Position jedoch nicht druckvoll genug aufs Tor. Kurz darauf hatte Kunigunde Steinbock die erste große Gelegenheit für Viktoria, als ein Pressschlag mit der Torhüterin ihr direkt vor die Füße sprang, sie den Ball aber neben das Tor setzte.

Viktoria gewann anschließend die Kontrolle. Layla El Khanji zwang die Pankower Torhüterin Toni Wicke nach einem scharf angesetzten Freistoß zu einer Glanzparade. Wenig später wurde Marie Valentin mit einem Pass durch die Schnittstelle freigespielt, scheiterte zunächst an der Torhüterin und brachte den abgewehrten Ball mit einer Flanke erneut vors Tor, wo Steinbock den Abschluss über die Latte setzte.
Führung nach Ecke
Die Szene zum 1:0 begann mit einer guten Pankower Standardsituation: Die Ecke von Carolin Roeseler klärte Ronja Grubba per Kopf vor die Füße von Angelina Säwe, deren Abschluss Viki-Torhüterin Lena Orywall sicher hielt. Fast im direkten Gegenzug nutzte Viktoria den nächsten Eckball. Lea Hahn trat den Ball scharf auf den kurzen Pfosten, dort wurde er leicht abgefälscht und überraschte die Pankower Torhüterin – der Ball rutschte ins Tor. „Was für ein Kacktor!“, stöhnte Pankows Trainerin Josi Ruß nach dem Spiel.

Nur eine Minute später musste Vikis Innenverteidigern Ronja Grubba verletzt raus. El Khanji rutschte auf ihren Posten, Vicdan Yavas wurde ins Zentrum eingewechselt. Auf die Statik des Spiels hatte das keinen Einfluss.
Viktoria setzte nämlich nach. Steinbock tauchte mehrfach alleine vor dem Tor auf, einmal musste Lucie Ruß nach bereits umspielter Keeperin zur Ecke klären. Ein Chancengewitter in himmelblau. Pankow setzte punktuelle Akzente, am deutlichsten beim Außenpfostentreffer von Säwe nach einer Kombination der Schrader-Schwestern und einem Freistoß von Franzi Klausch, der knapp rechts am Tor vorbeirauschte.
Pankow wird stärker – Orywall verhindert den Ausgleich spektakulär
Nach der Pause verschoben sich die Kräfte ein wenig. Pankow gewann mehr Zweikämpfe und kam mit Charlotte Lemkes Steckpass auf Sophia Schrader zur ersten guten Gelegenheit, die Lea Hahn im Vollsprint entschärfte.
Als Franzi Klausch dann zum zweiten Mal zum Freistoß antrat, war Pankow haarscharf an der Wende dran. Der Ball flog aus 25 Metern hart und präzise in Richtung rechtem Giebel – doch Orywall kratzte ihn mit einer unfassbaren Parade aus dem Tor. „Ich wollte unbedingt den Ausgleich verhindern“, kommentierte die Torhüterin nach dem Spiel ihre Wahnsinnstat. Katharina Wenck setzte wenig später einen Aufsetzer aus etwa 16 Metern über die Latte. Viktoria musste nun tiefer verteidigen, tat das aber gut, weil geschlossen.

Die Vorentscheidung fiel eine Viertelstunde vor Schluss. Zunächst scheiterte erneut die umtriebige und kaum zu stoppende Steinbock aus guter Position an Wicke – eine von einem halben Dutzend Großtaten von Pankows Schlussfrau. Der zweite Ball kam wieder zu ihr, sie legte von weit außen auf die eingewechselte Lauryn Bossert zurück. Die zog nach innen und mit dem linken Fuß ab. Erneut blieb Wicke Siegerin, doch am zweiten Pfosten kam Leni Steinweg angesaust und staubte wuchtete den Abpraller in die Maschen. Pankows Trainerin Josi Ruß ärgerte der Treffer maßlos: „Das war abseits.“

Ruß weiter: „Wenn Sophia kurz darauf die Kiste noch macht, wäre die Schlussphase noch einmal interessant geworden.“ Mit Sophia meinte sie die jüngere der beiden Schrader-Schwestern, die fast direkt im Anschluss an das 2:0 der Viktoria-Hintermannschaft die Kugel aus dem Spielaufbau stibitzte und alleine auf Orywall zulief. Sie schloss dann aber zu zaghaft oder zu früh, je nach dem, ab. Viktoria-Keeperin fing ihren Schuss jedenfalls ohne Mühe ab.
Bosserts Kabinettstückchen
Fast im Gegenzug hatte Bossert ihren zweiten Auftritt. Auf die Reise geschickt und unter hohem Druck von hinten, gabelte sie den Ball kurz auf, ließ ihre Gegenspielerin ins Leere laufen und überhob Wicke gefühlvoll – der Pfosten rettete für die Borussia aber: „Akrobat schön!“
Darien Hoffmann zeigte sich sehr zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. „Die erste Hälfte war einfach richtig gut. Und als wir in der zweiten Hälfte unter Druck gerieten, haben sich die Mädels allesamt gegen einen Treffer gestemmt. Richtig stark, habe ich ihnen auch so gesagt.“ Ruß bezeichnete den Sieg als verdient, auch wenn ihrer Meinung nach durchaus mehr möglich gewesen wäre. Gleichzeitig äußerte sie deutliche Kritik am Schiedsrichtergespann. „Aus Pankower Sicht war das bodenlos.“
Mit dem Sieg hat Viktorias Ausbildungsteam den Anschluss an die Spitzengruppe gehalten. Es ist enger geworden am Gipfel – und spannender.
Fotos: Matthias Vogel (5)
Titelbild: Kunigunde Steinbock im Duell mit Angelina Säwe (r.).

