Hertha II und Stern trennen sich 0:0 +++ Kim Ruoff knipst viermal gegen Inter +++ Askania bricht beim FSV völlig ein +++ Li47 hält sich erneut wacker gegen ein Top-Team.
Vier Tore von Ruoff: Hansa feiert klaren Heimsieg
Die FSV Hansa 07 hat ihren starken Saisonstart fortgesetzt und den FC Internationale Berlin mit 5:0 (1:0) bezwungen. Überragende Spielerin war Kim-Lucia Ruoff, die vier Treffer erzielte. Rosa Diehl steuerte das fünfte Tor bei. Ganz so deutlich, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war die Angelegenheit für Hansa allerdings nicht von Beginn an.
„Inter kann schon kicken“, betonte Hansa-Trainer Philipp Pawelzik. Der Gegner war zwar lediglich mit zwölf Spielerinnen angereist, erwies sich aber keineswegs als Laufkundschaft. Pawelzik räumte deshalb auch ein, dass der Sieg am Ende vielleicht um ein oder zwei Tore zu hoch ausgefallen sei.
Umso wichtiger war das 1:0 nach einer halben Stunde. Ruoff, die zunächst in der Doppelspitze und später auf der Acht spielte, kam halbrechts im Strafraum an den Ball und zog entschlossen ab. Ihr strammer Schuss schlug in der langen Ecke ein – der Dosenöffner für Hansa.
Nach der Pause stellte Pawelzik von einer Dreier- auf eine Viererkette um und veränderte damit auch den Spielaufbau. Vor allem auf den Außenbahnen wollte Hansa doppelt besetzt sein. Die Anpassung ging auf. „Das war eine sichere zweite Halbzeit“, sagte der Trainer.
Und dann begann die Ruoff-Show endgültig. Nach einer Ecke köpfte sie in der 54. Minute zum 2:0 ein. Auch beim 3:0 nach 72 Minuten war sie nach einem Standard und anschließendem Tohuwabohu im Strafraum zur Stelle. Nur Rosa Diehl unterbrach den Torlauf ihrer Mitspielerin: Ihr Freistoß flog in der 78. Minute an Freund und Feind vorbei zum 4:0 ins Netz.
Den Schlusspunkt setzte wieder Ruoff. In der 89. Minute kam sie über die rechte Seite und vollendete mit rechts zum 5:0. Vier Tore in einer Partie – eine Leistung, die auch Pawelzik ausdrücklich hervorhob.
Für Hansa ist der klare Erfolg ein weiteres Zeichen dafür, wie gut die Mannschaft bislang durch die Saison kommt. Ein 5:0 gegen Internationale wäre in der vergangenen Spielzeit noch eine kleine Sensation gewesen. Diesmal hatte Hansa die Partie spätestens nach der Pause sicher im Griff – und mit Kim-Lucia Ruoff eine Spielerin, die nahezu jede Gelegenheit nutzte.
Stern hat im Topspiel die besseren Chancen
Keine Tore im Spitzenspiel: Aufsteiger Hertha BSC II und der amtierende Berliner Meister SFC Stern 1900 trennten sich 0:0. Vor allem in der ersten Hälfte wäre für Stern sogar mehr drin gewesen.

Die Gäste erwischten den deutlich besseren Start und bestimmten die ersten 20 bis 25 Minuten. Stern kam dabei zu zwei guten Möglichkeiten. Einmal ging der Ball knapp vorbei, ein weiteres Mal verhinderte Herthas Torhüterin Sarah Hornschuch den Rückstand. Die junge Hertha-Mannschaft brauchte eine Weile, um sich auf die Intensität und Physis des Meisters einzustellen.

Danach wurde die Partie ausgeglichener. Hertha hatte vor der Pause ebenfalls ein, zwei gefährliche Situationen, bei denen nach Hereingaben von außen am zweiten Pfosten nur knapp eine Abnehmerin fehlte. Insgesamt lagen die besseren Möglichkeiten der ersten Hälfte aber auf Seiten von Stern.
Intensives Spiel auf Augenhöhe
Nach der Pause neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Viel spielte sich zwischen den Strafräumen ab, klare Torchancen wurden zur Ausnahme. Dafür wurde intensiv um jeden Ball und jeden Meter gekämpft. Gerade Hertha zeigte dabei, dass der starke Saisonstart des Aufsteigers kein Zufall ist und hielt gegen den Meister auch körperlich dagegen.

Am Ende stand ein 0:0, das über die gesamten 90 Minuten in Ordnung ging. Stern dürfte angesichts der besseren Chancen vor der Pause etwas mehr mit dem Ergebnis hadern. Hertha wiederum bestand einen echten Härtetest gegen einen Gegner, der in den vergangenen Jahren die Berlin-Liga geprägt hat.
Vier Tore in fünf Minuten: Friedrichshagen überrollt Askania
Lange tat sich der Friedrichshagener SV gegen den SV Askania Coepenick schwer, dann ging es plötzlich ganz schnell: Mit vier Treffern zwischen der 41. und 45. Minute stellte der FSV noch vor der Pause auf 4:0 und gewann am Ende deutlich mit 8:0 (4:0).

„Das Spiel hatte ein bisschen zwei Seiten“, sagte Trainer Roman Kassarnig. Fast 40 Minuten lang bereitete Askania den Gastgeberinnen mit langen Bällen Probleme. Friedrichshagen kombinierte zwar nach vorne, fand nach Ballverlusten aber nicht immer sofort die richtige Antwort.
Dann kam der Dosenöffner. Nach einer starken Kombination mit Emma Braun erzielte Sandra Weihmann in der 41. Minute das 1:0. Danach ging es Schlag auf Schlag: Alina Lindemann erhöhte auf 2:0 (42.), Gina-Maria Ziegelt traf zum 3:0 (44.), Emma Braun machte mit dem 4:0 (45.) den Viererpack innerhalb von fünf Minuten perfekt. Zwei der Treffer fielen nach Eckbällen.

Besonders sehenswert war Ziegelts 3:0. Aus rund 30 Metern zog sie ansatzlos ab und jagte den Ball in den rechten Winkel. Kassarnig brachte es anschließend auf den Punkt: „Das war ein Tor, Marke: Schießt du nur einmal im Leben.“
Nach der Pause konnte Askania kaum noch dagegenhalten. Lindemann traf erneut (49.), Braun machte ebenfalls ihren Doppelpack perfekt (52.). Josefine Prahl erhöhte auf 7:0 (80.), ehe Ziegelt mit ihrem zweiten Treffer den 8:0-Endstand herstellte (89.).

Für Kassarnig stachen neben Doppeltorschützin Ziegelt vor allem Braun und deren Auftritt heraus. Die Offensivspielerin habe mit ihren zwei Toren und einer „wahnsinnig starken Leistung“ gezeigt, „wie viel Bock sie hat“.
Viktoria U23 lässt Lichtenberg kaum Luft
Der FC Viktoria 1889 Berlin U23 hat beim SV Lichtenberg 47 einen ungefährdeten 3:0-Sieg (2:0) eingefahren. Die Gastgeberinnen konzentrierten sich lange auf die Defensive, konnten Viktoria aber nicht dauerhaft vom eigenen Tor fernhalten.

„Wir waren mit Verteidigen beschäftigt, muss man ehrlich sagen“, bilanzierte Lichtenbergs Trainer Sascha Roschig. Seine Mannschaft versuchte es im 4-4-2 und wollte Viktoria damit das Leben möglichst schwer machen. Das funktionierte zunächst, ehe ein individueller Fehler das 0:1 einleitete. Nach einem Diagonalball und dem anschließenden Pass hinter die Kette traf Leni Steinweg in der 39. Minute.
Kurz vor der Pause folgte ein echtes Ausrufezeichen. Lea Hahn nahm sich aus rund 25 Metern ein Herz und setzte den Ball zum 0:2 in den Winkel (44.). Roschig vermisste bei seiner Mannschaft in dieser Phase vor allem den Mut, den sie zuvor gegen Stern und Pankow gezeigt hatte.

Nach der Pause schob Lichtenberg früher nach vorne und kam zumindest zu einigen eigenen Abschlüssen. Viktoria blieb allerdings klar tonangebend und traf mehrfach Pfosten oder Latte. „Der zwölfte Spieler war gestern der Pfosten oder die Latte“, sagte Roschig. „Da hatten wir das ein oder andere Mal Glück.“
In der 74. Minute sorgte Medisja Iljazi mit dem 0:3 für die Entscheidung. Zwei verletzungsbedingte Wechsel machten Lichtenbergs Aufgabe zusätzlich schwer.

Für Roschig war Viktoria der verdiente Sieger. Trotzdem nahm er auch Positives mit: „Es war eines unserer schwersten Spiele. Und doch können wir stolz sein.“ Gerade im Vergleich zur vergangenen Saison habe seine Mannschaft einen Schritt gemacht und einen starken Gegner trotz dessen Überlegenheit bei drei Gegentreffern gehalten. Fotos: @klangbildberlin
Berolina lässt bei Türkiyemspor nichts anbrennen
Berolina Mitte hat bei der U23 von Türkiyemspor Berlin einen ungefährdeten 4:0-Sieg (1:0) eingefahren. Die Gastgeberinnen hatten zwar gerade in der Anfangsphase Möglichkeiten, die Partie in eine andere Richtung zu lenken, ließen vor dem Tor aber die nötige Konsequenz vermissen.

Bero zeigte sich dagegen abgeklärter. Selma Krug brachte die Gäste in der 20. Minute in Führung. Gegen die eingespielte Mannschaft von Trainer Frank Krug tat sich die junge Türkiyemspor-Elf anschließend zunehmend schwer, die klaren Abläufe der Gäste zu verteidigen.

Unmittelbar nach der Pause erhöhte Amelie Schlüter auf 2:0 (47.). Spätestens als Selma Krug mit ihrem zweiten Treffer das 3:0 erzielte (55.), war die Partie entschieden. Maiken Ueberschär sorgte in der 73. Minute für den 4:0-Endstand.

Türkiyemspor-Trainer Mert Maska sah bei seiner jungen Mannschaft vor allem einen Entwicklungsprozess. Viele Spielerinnen müssten sich erst aneinander gewöhnen, Sicherheit bekommen und als Team zusammenwachsen. Entscheidend sei deshalb Geduld. Gleichzeitig machte die Partie deutlich, wo aktuell noch der Unterschied zu einem eingespielten Gegner wie Berolina liegt: Während Türkiyemspor seine Möglichkeiten zu Beginn nicht nutzte, spielte Bero die Partie anschließend souverän herunter. Fotos: Martin Böhrer
Titelbild: @klangbildberlin
