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Konflikt um Nachwuchs-Einsatz bei Askania eskaliert

Verein stellt Trainer Gregor Seemann frei

Beim SV Askania Coepenick hat der Verein die Zusammenarbeit mit Gregor Seemann, Trainer der abstiegsbedrohten Berlin-Liga-Frauen, beendet. Die Entscheidung fiel am Dienstag vor einer Woche und ist bereits der zweite Einschnitt auf der Trainerbank, nachdem zuvor Philipp du Bois nach dem achten Spieltag zurückgetreten war.

„Die Entscheidung ist das Ergebnis einer Gesamtbetrachtung der sportlichen und strukturellen Situation“, erklärt sportlicher Leiter René Milczynski. Unterschiedliche Auffassungen in Ausrichtung und Zusammenarbeit hätten eine Fortsetzung erschwert, obwohl Seemann engagiert und professionell gearbeitet habe.

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Gregor Seemann ist nicht mehr Trainer der Askania-Frauen. Foto: Matthias Vogel

Der Konflikt entzündete sich vor allem an der angespannten Personalsituation. Seemann hatte bereits im November Verstärkung aus der B-Jugend gefordert. Nach seinen Angaben blieb eine Entscheidung aus, trotz mehrfacher Hinweise. Er kritisierte die Entscheidungsfindung deutlich und sah sich bei der Frage des Einsatzes von B-Juniorinnen hingehalten. Die Trennung bezeichnete er als „schlechtes Manöver“. Spielerinnen aus dem Nachwuchs – teils mit Ausbildung bei Union – hätten aus seiner Sicht insbesondere im Zentrum Stabilität gebracht.

Kurzfristig übernehmen nun Milczynski selbst und Seemanns Co-Trainer Marco Cappa gemeinsam die Verantwortung. Parallel arbeitet der Verein an einer nachhaltigen Lösung für die neue Saison. Dass unter der neuen Konstellation am vergangenen Wochenende nun plötzlich doch mehrere B-Juniorinnen zum Einsatz kamen, ist für Seemann nicht nachvollziehbar – und verleiht der Entwicklung aus seiner Sicht eine zusätzliche Brisanz.

Milczynski sagte diesbezüglich: Die Einbindung von B-Juniorinnen sei Teil der Vereinsphilosophie, aber abhängig von Belastung, Personallage und Abstimmung zwischen den Teams. Gerade diese Abstimmungen seien bisher nicht optimal gewesen. Nach weiteren Gesprächen habe sich die Situation verändert, sodass am Wochenende mehrere Juniorinnen eingesetzt wurden. Prompt mit positivem Effekt – Askania trotzte der favorisierten U23 von Türkiyemspor vor heimischer Kulisse ein 1:1 ab.