Khanna-Elf scheitert gegen effektive 47erinnen +++ Spitzenquartett voll auf Kurs +++ Inter müht sich zum Sieg
Moabiter FSV – Lichtenberg 47 1:5 (1:2): Gut gespielt, hoch verloren
Das Ergebnis wirkt deutlich, doch aus Moabiter Sicht erzählt es nur einen Teil der Geschichte. Der Moabiter FSV verlor sein Berlin-Liga-Heimspiel gegen den SV Lichtenberg 47 mit 1:5 (1:2). Trainer Martin Meyer sprach anschließend von einem „völlig merkwürdigen“ Resultat. „In dieser Höhe spiegelt es überhaupt nicht wider, wie das Spiel gelaufen ist“, sagte Meyer. Tatsächlich erspielte sich Moabit immer wieder gute Möglichkeiten und hätte die Partie nach Ansicht des Trainers auch für sich entscheiden können. Vor allem über die rechte Seite wurde es gefährlich: Linda Goyk brach mehrfach durch und brachte scharfe Hereingaben in den Strafraum, die jedoch keinen Abnehmer fanden. Ein Schuss von ihr aus halbrechter Position setzte zudem auf der Latte auf.

Während Moabit Chancen liegen ließ, zeigte sich Lichtenberg äußerst effizient. „Jede kleine Nachlässigkeit von uns wurde konsequent bestraft“, sagte Meyer und gratulierte dem gegnerischen Trainer Martin Biermann zu einer „äußerst effektiven Vorstellung“. Zwei Chancen, zwei Tore (4., 36.) – Lichtenberg lag in Front. Weil Luise van der Linde aber dann doch noch eine der vielen Moabiter Chancen nutzte (39.), lagen die Gäste zur Pause nur mit 2:1 vorne und die Hoffnung lebte. Nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst ein ähnliches Bild. Moabit kam mit zwei guten Möglichkeiten aus der Kabine, nutzte sie jedoch nicht – im Gegenzug fiel das 1:3. „Dann kippt natürlich das Spiel zu unseren Ungunsten“, erklärte Meyer. In der Schlussphase legte Lichtenberg noch zwei Treffer durch Lara Pflicke nach (68., 79.).
Trotz der klaren Niederlage zeigten sich Meyer und sein gleichberechtigter Trainerkollege Vishal Khanna mit Auftritt und Spielweise ihrer Mannschaft zufrieden. Besonders Jule Klandt und Kiara Lohmann überzeugten im Zentrum, indem sie das Spiel immer wieder mit Ball am Fuß nach vorne trugen.

Der Matchplan ging dabei grundsätzlich auf: Moabit versuchte im Spielaufbau Überzahl in der eigenen Hälfte zu schaffen und das Spiel von dort über außen nach vorne zu tragen, ergänzt durch gelegentliche Diagonalbälle. „Das hat gut funktioniert“, sagte Meyer. Letztlich fehlte jedoch die Effizienz vor dem Tor – und mit zunehmender Spieldauer machte sich auch der dünne Kader bemerkbar. Eine Wende blieb deshalb aus. maz
BSV Grün-Weiss Neukölln – Borussia Pankow 0:2 (0:0): Pankow hat den längeren Atem
Der Neuköllner Kunstrasen an der Johannisthaler Chaussee zählt bei gegnerischen Teams generell nicht gerade zu den Favourite Spots in der Liga und so manch Spitzenteam hat hier auch schon Federn gelassen. So war Pankow durchaus gewarnt, es nicht allzu locker angehen zu lassen beim Tabellen-Zehnten. Die Neuköllnerinnen hingegen haben weiterhin mit personellen Problemen zu kämpfen. „Wir haben aktuell viele Ausfälle, heute mussten drei Spielerinnen aus der Zweiten aushelfen, damit wir überhaupt Wechsler haben.“ sagte Trainer Helge Kapheim.

So lag das Hauptaugenmerk der Neuköllnerinnen erstmal auf der Defensive. Das machte Grün-Weiss dann aber recht gut, denn Pankow hatte zwar mehr Ballbesitz und allgemein mehr vom Spiel, aber kaum Aktionen im Neuköllner Strafraum. Auf der anderen Seite konnte Grün-Weiss aber auch kaum Nadelstiche setzen und so hatte die erste Halbzeit viel Mittelfeld-Kampf zu bieten und kaum Torraumszenen.

Nach rund einer Stunde sollte es dann zu den entscheidenden Szenen kommen: Mit Leona Schulz, Laura Lück und Aylin Jüterbock mussten bei Neuköllner binnen drei Minuten gleich drei Spielerinnen angeschlagen vom Feld und konnten nur bedingt gleichwertig ersetzt werden. Und zu allem Überfluss traf Sarah Schrader sehenswert von der Strafraumgrenze zum 1:0 für die Gäste (61.). „Von da an wussten wir, dass wir nur noch schwer für Entlastung sorgen können“, resignierte Kapheim ein wenig.
In der Tat hatte Pankow nun deutliches Übergewicht und die Partie unter Kontrolle – Grün Weiss kam kaum noch aus der eigenen Hälfte. In der Nachspielzeit machten die Gäste dann schließlich den Sack zu und Katharina Wenk traf zum 0:2 (90.+1). „Am Ende geht das schon in Ordnung und ist nicht unverdient“, wusste Kapheim das 0:2 letztlich aber einzuordnen, gab aber auch gleich zu bedenken: „Durch die neuen Verletzen weiß ich noch gar nicht, wen ich jetzt im Pokal aufstellen soll.“ DaKü
Stern meistert Pflichtaufgabe souverän
FFC Berlin – SFC Stern 1900 0:10 (0:3):
Wirklich gerechnet hat beim FFC vermutlich niemand damit, dass ausgerechnet gegen Stern 1900 ein Erfolgserlebnis Balsam für die geschundene Seele bringt. Dennoch machte es der FFC seinen Möglichkeiten entsprechend vor allem in der ersten Halbzeit gut. Natürlich waren die Sterne das klar tonangebende Team und ließen einige gute Gelegenheiten liegen.

Dennoch verteidigte der FFC vielbeinig und konnte einige Situation gut bereinigen. Tore fielen aber dennoch: Nach 20 Minuten brach Luise Wille den Bann und traf zum 0:1, gefolgt von Alina Lindemanns Treffer nur fünf Minuten später. Sofie Roll erhöhte schließlich auf 0:3 (36.).

Der Druck der Gäste wurde nach dem Wechsel wie erwartet größer und die Konzentration der FFC-Defensive ließ mit zunehmnder Spielzit nach. So fielen weitere Tore zwangsläufig. Winter-Neuzugang Corinna Statz erhöhte schnell auf 0:4 (48.). Stern lief an, hatte nun aber eine längere Phase ohne nennenswerte Erfolge, ehe der FFC in der Schlussphase einbrach: Steinmeyers Dreierpack binnen 20 Minuten, dazu weitere Treffer von Statz, Lindemann und Roxi Nowak schrauben das Ergebnis schließlich auf ein nie gefährdetes 0:10.
FFC-Trainerin Janine Köhler sagte nach dem Abpfiff: „Ich bin mit den ersten 45 Minuten super zufrieden. Kompakter Mannschaftsverbund und in Iga Ilczuk eine grandiose Torhüterin. In der zweiten Halbzeit haben wir Federn gelassen und verloren nach dem hohem Aufwand richtig viel Energie, so dass sich größere Räume geöffnet haben und unnötige individuelle Fehler zu den Gegentoren führten. Die mutigen Ansätze sind trotzallem zu wenig, um mitspielen zu können. Da ist noch viel Luft nach oben.“ DaKü
Viktoria Mitte – FC Inter 1:3 (0:0): Eine Stunde auf Augenhöhe
Lange hielt der Außenseiter stark dagegen, am Ende setzte sich der FC Inter in der Berlin-Liga der Frauen bei Viktoria Mitte mit 3:1 durch. Rund eine Stunde stand die Partie auf des Messers Schneide.
Trainer Nils Tobela sprach von einer sehr guten ersten Halbzeit seiner Mannschaft. Drei hundertprozentige Chancen erspielte sich Viktoria Mitte, doch entweder fehlte die Präzision oder Inters Torhüterin Lamis Tiehen parierte stark. Besonders spektakulär: ein Fernschuss von Nora Wiegers, der bereits auf dem Weg in den Winkel war, ehe Tiehen mit einer Flugeinlage rettete. „Die war gefühlt fünf Sekunden in der Luft“, kommentierte Tobela die Monsterparade. Auch Friederike Pechmann scheiterte an der Schlussfrau der Schönebergerinnen.

Inter hatte zwar mehr Ballbesitz, fand gegen den tiefen Block der Gastgeberinnen aber lange kein Mittel. Viktoria setzte dagegen auf schnelle Konter – und wurde nach der Pause belohnt. In der 51. Minute fing Mitte einen langen Ball ab, Wiegers gewann das Sprintduell und traf aus spitzem Winkel durch die Beine der Torhüterin zum 1:0. Die Antwort der Gäste folgte jedoch schnell. Janine Adrian erhielt in der 59. Minute einen Steckpass und verwandelte frei vor dem Tor zum Ausgleich – „Eiskalt in die Ecke“, berichtete Tobela. Danach übernahm Inter zunehmend die Kontrolle. „Da ist uns irgendwann die Puste ausgegangen“, sagte Tobela – auch, weil sein Team im Gegensatz zum Gegner kaum Wechseloptionen hatte.
Tobela: Viki-Start schockt Inter
So drehte Inter die Partie in der Schlussphase: Julia Kaiser traf zur Führung (65.), ehe Adrian in der 80. Minute mit ihrem zweiten Treffer den 3:1-Endstand herstellte. Trotz der Niederlage zog Tobela Positives aus der Partie. Vor allem, dass seine Mannschaft eine Stunde lang ohne Gegentor blieb und den Favoriten früh unter Druck setzte. „Ich glaube, unser Auftritt in den ersten 20 bis 25 Minuten hat Inter durchaus geschockt.“ Diese Ansätze will Viktoria nun ins nächste Spiel gegen Pankow mitnehmen.
Berolina Mitte – Türkiyemspor Berlin U23 8:0 (5:0): Pflichtaufgabe souverän erledigt
Berolina Mitte bleibt in der Berlin-Liga der Frauen voll auf Kurs. Der Tabellenführer gewann gegen die U23 von Türkiyemspor Berlin klar mit 8:0. Bereits zur Pause war die Partie beim Stand von 5:0 praktisch entschieden. Im Vergleich zum engen Hinspiel kurz vor der Winterpause, das Berolina erst in der Schlusssekunde mit 2:1 gewann, war diesmal wenig Gegenwehr zu spüren. Das lag auch daran, dass bei Türkiyemspor inzwischen mehrere Spielerinnen in der Regionalliga-Mannschaft eingesetzt werden und der Kader der zweiten Mannschaft stark verjüngt wurde.

Der Plan von Trainer Frank Krug ging jedenfalls von Beginn an auf. Berolina presste hoch, hielt das Zentrum dicht und kam früh zu Chancen. Mathilde Zeuzem erzielte die Führung, wenig später erhöhte Maiken Ueberschär in der 14. Minute auf 2:0. Noch vor der Pause schraubten Silvia Engels, Arzum Erwn und Charlotte Wagner das Ergebnis auf 5:0. Nach dem Seitenwechsel wechselte Krug angesichts der kommenden Belastung mehrfach durch. Spielerinnen wie beispielsweise Winter-Neuzugang Emilia Eberle erhielten ihre Einsatzzeit. „Sie haben alle ihre Sache gut gemacht, aber der Spielfluss war dadurch ein bisschen raus“, sagte der Trainer, ohne dass sich das wesentlich bemerkbar machte.
Arzum Eren und Silvia Engels seit Wochen und Monaten in Topform
Denn in der zweiten Hälfte traf Berolina weitere dreimal: Arzum Eren (77.), Zehra Badem (82.) und Kim Nenninger (90.) stellten den 8:0-Endstand her. Krug hob vor allem Engels und Eren hervor, die in der Offensive für viel Betrieb sorgten und auch gegen den Ball sehr aktiv arbeiteten. Insgesamt sprach er von einer „prima Leistung“ seines Teams.
Nun richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Aufgaben. Am Donnerstag wartet im Pokal das schwere Spiel gegen den Regionalligisten Hohen Neuendorf, ehe am Wochenende in der Liga das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Stern 1900 folgt. „Wir werden jetzt erstmal regenerieren, damit wir in beiden Partien auf der Höhe sind“, sagte Krug. „Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich.“
SV Askania Köpenick – FC Viktoria 1889 Berlin U20 1:3 (0:2): Früher Doppelschlag ebnet Viktoria den Weg
Die U20 des FC Viktoria 1889 hat sich beim SV Askania Köpenick mit 3:1 durchgesetzt. Zwei schnelle Treffer in der Anfangsphase stellten früh die Weichen für die Gäste. Viktoria begann schwungvoll und ging bereits in der 16. Minute in Führung. Ein langer Ball hebelte die hoch stehende Askania-Abwehr aus, Lea Hahn setzte sich durch und legte quer auf Deborah Chmieleski, die nur noch einschieben musste. Drei Minuten später erhöhte die Top-Torjägerin der Liga (jetzt 19 Treffer) auf 2:0: Nach Einwurf und Flanke landete der Abpraller erneut bei ihr, sie setzte sich im Strafraum durch und traf zum zweiten Mal.
Danach stabilisierte sich Askania. Trainer Gregor Seemann ließ sein Team kompakt stehen und auf lange Bälle setzen – ein Ansatz, mit dessen Umsetzung er zufrieden war. Wirklich gefährlich wurde Viktoria erst wieder kurz nach der Pause. Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte Gabby Kelly-Niemack an den zweiten Pfosten, wo Lea Hahn zum 3:0 einköpfte. Ganz abschütteln konnte Viktoria die Gastgeberinnen dennoch nicht. In der 80. Minute traf Sophie Hentschel per Freistoß zum 1:3-Endstand – ein wuchtiger Versuch unter die Latte, nachdem Viktorias Torhüterin Lena Orywall zuvor zwei ähnlich starke Freistöße entschärft hatte.
Überschattet wurde die Partie aus Askania-Sicht von der Verletzung von Nelly Kockejai, die nach einem Kopfballduell unglücklich umknickte. Für das ohnehin personell stark geschwächte Team ein weiterer Rückschlag im Abstiegskampf. Zudem gab es unterschiedliche Ansichten über die Zweikampfführung. Seemann kritisierte eine aus seiner Sicht zu harte Gangart der Gäste, während Viktoria-Trainer Darien Hoffmann die Partie als körperlich, aber keineswegs unfair bewertete.

