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Nix Neues im Südwesten

Stern filetiert Viktoria Mitte, auch die anderen Top-Teams geben sich keine Blöße +++ Erwachsener FC Inter +++ Kreative Kreuzberger U23

SV Lichtenberg 47 – Borussia Pankow 0:4 (0:2): Pankow siegt souverän, vergibt aber zu viele Chancen

Es war am Ende deutlich leichter für den Favoriten als erwartet. Die Lichtenbergerinnen, in der Hinrunde für so manchen Gegner ein zäher Sparringspartner, kamen gegen die hoch anlaufenden Gäste nur selten in gute Positionen. Diese hatte Pankow – insbesondere vor dem Seitenwechsel – mehr als genug. Doch sowohl Sophia Schrader als auch Angelina Säwe ließen mehrfach gute Gelegenheiten im Eins gegen eins liegen und scheiterten immer wieder an der überragenden Lara Risch im Tor der Lichtenbergerinnen.

Pankow hatte noch vor dem ersten Treffer einen Schock zu verdauen, als Kapitänin Anna Zick sich im Zweikampf am Fuß verletzte und früh ausgewechselt werden musste (20.). Den Offensivdrang der Gäste indes störte das kaum und Charlotte Lemke traf wenig später zum hochverdienten 0:1 (23.). Rückkehrerin Lena Pflanz stellte kurz vor der Pause auf 0:2 (43.).

Lichtenberg kam defensiv verbessert aus der Kabine – allerdings auf Kosten eigener Angriffe, die es nun kaum noch gab. Mit langen Bällen versuchten die 47erinnen nun, aus einer gesicherten Defensive heraus Nadelstiche zu setzen, doch Pankow ließ nur wenig zu. Die Gäste behielten die Kontrolle, wenn auch mit weniger Chancen als noch vor der Pause. In der Schlussphase ließ die Konzentration bei Lichtenberg dann nach und Borussia kam noch zu zwei weiteren Toren durch Lemke (77.) und schlussendlich Sarah Schrader, die den 0:4-Endstand markierte (87.).

Trainerin Josi Ruß war dann auch nicht unzufrieden: „Das war für den Auftakt in Ordnung, auch wenn wir hier natürlich deutlich mehr Tore schießen müssen. Die Torfrau von Lichtenberg war richtig stark. Jetzt hoffen wir, dass Zicks Verletzung nichts Schlimmeres ist, das sah nicht gut aus.“

„Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Mit Blick auf die winterlichen Herausforderungen in der Vorbereitung hat unser Team klasse gespielt“, sagte Lichtenbergs Coach Martin Biermann. „Ich denke Pankow hat sich das etwas leichter vorgestellt. Nach hinten raus war es die Luft, die uns gefehlt hat und die individuelle Klasse von den Stürmerinnen von Pankow.“ DaKü


SFC Stern 1900 – RW Viktoria Mitte 12:0 (6:0): Viel Dominanz zum Rückrundenauftakt

Stern kommt nach der langen Winterpause gut aus den Startlöchern und siegt souverän – aber auch erwartet klar – gegen Kellerkind Viktoria Mitte mit 12:0. Trainer Roman Rießler war mit seinem Team daher auch durchaus zufrieden. „Wir haben eine Viertelstunde gebraucht und hatten dann Mitte der zweiten Hälfte nochmal eine kurze Phase ohne Treffer, ohne jedoch unsere Dominanz zu verlieren.“

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Diana Steinmeyer machte ein großartiges Spiel, nicht nur wegen ihres Hattricks. Foto: Matthias Vogel

Und diese Dominanz brachte zwangsläufig immer wieder gefährliche Situation hervor, die die stärkste Offensive der Liga auch in Abwesenheit ihrer 17-fachen Torschützin Xenia Zeinert nutzte: bereits zur Pause war das halbe Dutzend voll nachdem Aldijana Ibrisevic, Diana Steinmeyer und Maggi Lorenz jeweils mit einem Doppelpack glänzen konnten. Und die gleichen drei Spielerinnen waren es auch, die direkt nach Wiederbeginn innerhalb von nur acht Minuten alles endgültig klarmachten und nach nur 53 Minuten bereits auf 9:0 stellten.

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Foto: Matthias Vogel

Zweistellig sollte es dann in der vom Trainer angesprochenen Phase vorerst nicht werden, ehe Stern dann in der Schlussphase doch noch das Dutzend voll machte: Elena Gabler und Katharina Herber trafen, ehe Ibrisevic mit ihrem vierten Treffer den 12:0-Schlusspunkt setzte. DaKü


FC Viktoria 1889 Berlin U20 – FSV Hansa 07 5:0 (2:0): Klarer Sieg für himmelblau

Die U20 des FC Viktoria 1889 hat ihre Pflichtaufgabe gegen die FSV Hansa 07 souverän gelöst. 5:0 hieß es am Ende – ein ungefährdeter Sieg, der Trainer Darien Hoffmann dennoch nicht rundum zufriedenstellte. Von Beginn an bestimmte Viktoria das Geschehen. Bereits in der 11. Minute fiel das 1:0: Nach einer kurzen Eckvariante traf Layla El Khanji zur verdienten Führung. Die Gastgeberinnen blieben überlegen, ließen jedoch in der Anfangsphase mehrere hochkarätige Chancen ungenutzt. „Wir müssen so ein Spiel früher entscheiden“, monierte Hoffmann später.

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Vikis Doppeltorschützin Lea Hahn (l.). Foto: Jessika Ekinci

Kurz vor der Pause erhöhte Lea Hahn auf 2:0 (45.) – direkt verwandelte Ecke, präzise getreten, ohne weitere Berührung im Strafraum. Nach dem Seitenwechsel sorgte Viktoria schnell für klare Verhältnisse. Emily Zill traf in der 49. Minute zum 3:0, Lea Hahn legte in der 60. Minute mit ihrem zweiten Treffer nach. Den Schlusspunkt setzte Leni Steinweg in der 88. Minute.

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Freude in himmelblau: Layla El Khanji (v. l.), Gabby Kelly-Niemack und Deborah Chmieleski. Foto: Jessika Ekinci

Von Hansa kam über weite Strecken wenig aus dem Spiel heraus. Einige Standards in der zweiten Halbzeit sorgten für kurze Aufmerksamkeit, echte Gefahr entstand kaum. So bleibt ein deutlicher Sieg und eine erledigte Pflichtaufgabe. Im Ergebnis souverän, im Anspruch aus Sicht des Trainers mit Luft nach oben. maz


Friedrichshagener SV – Berolina Mitte 2:4 (1:2): FSV ärgert den Spitzenreiter

Eine 2:4-Niederlage kann nüchtern betrachtet klar wirken. In Friedrichshagen klang sie am Sonntag eher wie ein Achtungserfolg. Gegen Tabellenführer Berolina Mitte bot der FSV eine leidenschaftliche Leistung und brachte den Favoriten phasenweise ins Wanken. „Wir wollten sie ärgern“, sagte Co-Trainer Dustin Lefevre – und genau das gelang früh. Sarah Weihmann nutzte eine der ersten Offensivaktionen zur 1:0-Führung (5.). Bero-Trainer Frank Krug reagierte bereits nach einer halben Stunde mit einem Doppelwechsel. Für Lefevre erstes Zeichen dafür, dass der Plan des Außenseiters aufging.

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Dickes Lob vom Gastgeber: Beros Mittelfeld-Ass Zehra Badem, hier gegen FSV-Torschützin Sarah Weihmann, lieferte eine überragende Partie ab. Foto: Laura Thill

Doch Qualität setzt sich nicht ohne Grund durch. In der 39. Minute glich Emma Lamprecht aus, kurz vor der Pause drehte Silvia Engels (45.) die Partie. Mit dem 1:2 ging es in die Kabinen – ein Spielstand, der das Kräfteverhältnis nicht vollständig widerspiegelte. Beide Teams hätten mehr Treffer erzielen können. Ronja Kessel im FSV-Tor entschärfte mehrere Eins-gegen-eins-Situationen stark, agierte aufmerksam auch außerhalb ihres Strafraums. Auf der Gegenseite war Berolinas Torhüterin Emma Haverkamp ebenfalls nicht nur einmal verlangt.

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Foto: Laura Thill

Direkt nach Wiederbeginn erhöhte Finja Bruns (49.) auf 3:1. Friedrichshagen ließ sich davon nicht entmutigen. In der 63. Minute zog Letizia Gattner aus rund 30 Metern ab – ein Distanzschuss, der sich über die Torhüterin hinweg ins Netz senkte. Und ein Tor, das der Partie noch einmal Spannung verlieh. Berolina blieb jedoch stabil. Charlotte Wagner stellte in der 71. Minute den Zwei-Tore-Abstand wieder her und sorgte für die Vorentscheidung. In der Folge verteidigte der Spitzenreiter abgeklärt.

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Torschützinnen unter sich: Beros Silvia Engels (l.) und Letizia Gattner. Foto: Laura Thill

Lefevre sprach nach Abpfiff von ein, zwei individuellen Fehlern bei den Gegentoren, zeigte sich aber insgesamt zufrieden. Neuzugang Gina Ziegelt absolvierte ihr erstes Pflichtspiel, Julia Arendt kehrte nach langer Verletzung über die volle Distanz zurück. Unterm Strich steht eine Niederlage – aber auch die Erkenntnis, dass der Tabellenführer sich strecken musste, um die drei Punkte mitzunehmen. maz


Türkiyemspor Berlin U23 – FFC Berlin 2004 4:0 (1:0): Gastgeberinnen setzen Ideen konsequent um

Die U23 von Türkiyemspor Berlin hat ihr Heimspiel gegen den FFC Berlin mit 4:0 gewonnen. Zur Pause stand es 1:0. Für Trainerin Sinem Solmaz war es ein Sieg, der vor allem die Entwicklung ihrer Mannschaft widerspiegelte. Im Vorfeld seien zahlreiche Spielsituationen besprochen worden, erklärte Solmaz. Ziel sei es gewesen, diese Ideen konsequent umzusetzen. Bis vors Tor gelang das immer wieder, doch wie so oft fehlte zunächst die Effizienz – oder die stark parierende FFC-Torhüterin stand im Weg.

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Ida Ochmann (am Ball) war an nahezu allen Treffern von Türkiyemspor beteiligt. Archivbild: Matthias Vogel

Defensiv blieb Türkiyemspor stabil. Früh prallte ein Gästeschuss an die Latte, ein weiterer Abschluss blieb ungefährlich. Ansonsten kontrollierte die U23 das Spiel. Die Führung fiel in der 39. Minute: Ida Ochmann setzte sich durch und vollendete nach einer starken Aktion zum 1:0. Auch das 2:0 ging auf ihr Konto. In der 67. Minute war sie erneut zur Stelle – diesmal nach einem konsequent über die Außen vorgetragenen Angriff.

In der Schlussphase zahlte sich das permanente Anlaufen endgültig aus. Katarina Gordienko erhöhte in der 84. Minute nach energischem Nachsetzen, Rosalia Kullick fixierte in der 89. Minute den 4:0-Endstand – ebenfalls nach einer Szene, in der Türkiyemspor mehrfach nachfasste, bis der Ball im Netz lag.

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Wieder stark: Katarina Gordienko ist eine der großen Konstanten der Kreuzberge U23 in dieser Spielzeit. Archivbild: Matthias Vogel

Ochmann, die im rechten Mittelfeld begann und später in den Sturm rückte, war an nahezu allen Treffern beteiligt. Auch Tuana Özkara prägte das Offensivspiel, traf im Sturm und auf der Zehn zahlreiche richtige Entscheidungen und scheiterte mit einem Kopfball sowie einem Volley jeweils nur knapp.

„Rein fußballerisch war das eine gute Leistung, auf der wir aufbauen können“, bilanzierte Solmaz. Die Chancenverwertung bleibe ausbaufähig. Das Ergebnis ist deutlich – das Entwicklungspotenzial ebenfalls. maz


FC Inter – BSV GW Neukölln 4:1 (1:1): Starke Antwort nach frühem Schock

„Bis auf die ersten 15 Minuten bin ich zufrieden“, sagte Inter-Trainer Oliver Thomaschewski nach dem 4:1-Erfolg gegen Grün-Weiß Neukölln. Der Beginn hatte seine Mannschaft kalt erwischt. Bereits in der dritten Minute lief Neukölln hoch an – anders als im Hinspiel, als die Mannschaft von Helge Kapheim extrem tief gestanden hatte. Eine Inter-Innenverteidigerin trat über den Ball, Nele Becker war frei durch und schob zur frühen Führung ein.

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Erst Sand im Getriebe, dann wie aus einem Guss: Die Inter-Frauen. Foto: Laura Timme

Inter brauchte eine kurze Phase der Neuordnung, fand dann aber besser ins Spiel. In der 11. Minute glich Cindy Hagen aus. Der Angriff lief über die linke Seite, Hagen zog aus 16, 17 Metern ab, der Ball senkte sich unhaltbar über Torhüterin Lisa Schrama hinweg ins Netz. Ein technisch anspruchsvoller Treffer – und das Signal zur Wende. Nun übernahm Inter die Kontrolle. „Spielerisch war das eine wirklich gute Leistung“, bilanzierte Thomaschewski – gerade vor dem Hintergrund, dass man sich im Hinspiel deutlich schwerer getan hatte.

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Lena Hegnal (l.) erzielte das 3:1, Saisontreffer Nummer 13. Foto: Laura Timme

Die Führung erzielte Julia Kaiser in der 55. Minute. Der Treffer entstand über die rechte Seite – strukturiert vorgetragen, konsequent abgeschlossen. In der 63. Minute erhöhte Top-Torschützin Lena Heegnall auf 3:1. Das 4:1 durch Janine Adrian ähnelte dem 2:1: erneut ein Angriff über die rechte Seite, erneut sauber ausgespielt und verwertet.

Erfreulich aus Sicht des Trainers war zudem der Einstand von Neuzugang Marlene Schmidt, die nach ihrer Einwechslung defensiv einen sehr guten Eindruck hinterließ. Unterm Strich steht nach einer sehr erwachsenen Inter-Vorstellung ein verdienter Sieg. maz


Titelfoto: Laura Timme