Acht Teams kämpfen im Polytan-Pokal um den Einzug in die Runde der letzten Vier – mit Außenseitergeschichten, Berlin-Liga-Duellen und einem echten Topspiel zwischen Blau-Weiss Hohenneuendorf und Berolina Mitte.
Den Auftakt machten am Mittwochabend der Bezirksligist Lichtenrader BC und der Berlin-Ligist Viktoria Mitte. Die Partie endete 0:4 (Bericht folgt). Der Favorit bog früh auf die Siegerstraße ein und steht nun im Halbfinale des Pokals.
Das sagten die Trainer vor dem Spiel
Steve Eke (Trainer Lichtenrader BC):
„Na klar, auf dem Papier ist das ein Klassenunterschied, aber wir wollen möglichst früh die Sache klarmachen, vor allen Dingen, weil wir zu Hause spielen. Die Qualität dazu haben wir, aber ob das klappt, wird man sehen. Wir haben nicht vor, uns dem Gegner anzupassen. Für uns ist der Pokal ein großer Ansporn. Und wir halten den Gegner wirklich für machbar. Ein gutes Abschneiden im Pokal sorgt auch für positives Feedback.“

Nils Tobela (Trainer Viktoria Mitte):
„Für uns ist der Pokal etwas ganz Besonderes. Meistens sind die Spiele unter Flutlicht, da herrscht eine besondere Atmosphäre. Das macht irre Spaß. Wir wollen zeigen, dass wir der Berlin-Ligist sind, unser Spiel aufziehen und dominant auftreten – mit hundert Prozent Zweikampf, Willen und Teamgeist. Wir dürfen den Lichtenrader BC aber nicht unterschätzen. Wir kennen die Mannschaft, das ist eine sehr dynamische, junge Truppe und die will natürlich auch unbedingt ins Halbfinale. Deshalb müssen wir dagegenhalten – vor allem als Team. Das wird heute entscheidend sein.“
Berlin-Liga-Duell im Pokal: Neukölln empfängt Hansa. (Anpfiff Donnerstag, 19.15 Uhr)
Im Viertelfinale des Polytan-Pokal kommt es auch zu einem direkten Duell zweier Teams aus der Berlin-Liga. Der BSV Grün-Weiß Neukölln empfängt die FSV Hansa 07. Neukölln hat auf dem Weg ins Viertelfinale bereits zweimal gegen ambitionierte Bezirksligisten bestanden. In der ersten Hauptrunde setzte sich die Mannschaft mit 4:2 gegen Hertha Zehlendorf durch, im Achtelfinale folgte ein knappes 1:0 gegen Eintracht Spandau. Der Pokal liegt dem Team also durchaus – auch wenn die Saison bislang stark von personellen Problemen geprägt ist.
Die Gäste aus Kreuzberg gehen hoch motiviert in die Partie. Trainer Philipp Pawelzik hatte zu Saisonbeginn mit einem Augenzwinkern sogar einmal vom möglichen Triple gesprochen. Nachdem der Street Cup bereits gewonnen wurde, hoffte man auch auf die Meisterschaft und den Pokal, sagte er. In der Liga hängen die Trauben allerdings deutlich höher, im Pokal bietet sich nun aber weiterhin die Chance auf einen Erfolg.
Stimmen zum Spiel:

Helge Kapheim (Trainer BSV Grün-Weiß Neukölln):
„Wir werden mit Ach und Krach eine Mannschaft zusammenbekommen. Und weil bei uns am Wochenende gegen Borussia Pankow fünfmal die Axt zugeschlagen hat. Pankow konnte überhaupt nichts dafür. Wir sind ohnehin mit angeschlagenen Spielerinnen ins Spiel gegangen. Jetzt fehlen uns weitere fünf. Wie gesagt, wir hoffen, dass wir ein Team zusammenbekommen und dann darauf, dass wir für eine Überraschung sorgen können und auf unserem eigenen Platz eine Runde weiterkommen. Aber das wird eng.“ Foto: Matthias Vogel
Philipp Pawelzik (Trainer FSV Hansa 07):
„Bei uns können die Fans Spielspaß und Spannung erwarten – und am Ende hoffentlich das Halbfinale.“

Pankow träumt vom nächsten Pokalcoup. (Anpfiff Donnerstag, 19 Uhr)
Im Viertelfinale des Polytan-Pokal trifft der Berlin-Ligist Borussia Pankow auf den Regionalligisten Türkiyemspor Berlin. Die Partie ist auch deshalb spannend, weil sich die personelle Situation bei den Gästen im Winter stark verändert hat. Nahezu ein Dutzend Spielerinnen verließ den Verein, sodass Türkiyemspor inzwischen verstärkt auf Akteurinnen aus der zweiten Mannschaft setzen muss. Wie stabil sich der Regionalligist unter diesen Vorzeichen präsentiert, wird sich nun im Pokal zeigen.
Pankow hat dagegen in diesem Wettbewerb bereits bewiesen, dass die Mannschaft solche Spiele kann. In der vergangenen Saison erreichte der Klub sogar das Pokalfinale, unterlag dort dem Zweitligisten Viktoria Berlin. Dennoch durfte Borussia Pankow anschließend im DFB-Pokal antreten, scheiterte dort allerdings früh an Hannover 96. Entsprechend groß ist nun der Wunsch, auch in diesem Jahr wieder weit zu kommen.
Was die Coaches sagen:

Josi Ruß (Trainerin Borussia Pankow):
„Wir sind ganz ordentlich besetzt. Wir haben definitiv einen Ausfall, ansonsten können wir aus dem Vollen schöpfen. Wir haben uns den Gegner angesehen und das klare Ziel ist, diese Runde zu überstehen. Ich denke, wer den besseren Tag erwischt, wird gewinnen. Wir sehen uns auf jeden Fall nicht schlechter aufgestellt als Türkiyemspor. Ob es reicht, wird man dann sehen. Wir haben einen Plan, wir haben uns intensiv vorbereitet und wenn man sieht, wer noch im Wettbewerb ist, möchte man einfach ins Pokalfinale.“ Foto: Matthias Vogel
Amadou Konde (Trainer Türkiyemspor Berlin):
„Wir nehmen den Pokal sehr, sehr ernst und natürlich auch Pankow als Gegner. Die Mannschaft stand letztes Jahr im Finale des Pokals und ist auch in der Berlin-Liga vorne dabei, hat sich dazu im Winter ordentlich verstärkt. Das wird keine leichte Partie. Dass wir uns gegen Berlin-Ligisten schwer tun, haben wir in der letzten Runde gegen Stern 1900 gesehen. Wir wollen eine Runde weiter, haben leider aber einige angeschlagene Spielerinnen. Unsere Torhüterin Kevser Gündogdu fällt weiterhin aus. Dazu haben wir vom Wochenende angeschlagene Spielerinnen mit Angelina Lübcke, Meliah Hartmann und Josi Schwarz. Wir wissen, dass wir auf dem Papier Favorit sind, aber im Pokal gibt es das in diesem Jahr eigentlich nicht. Ich erwarte ein enges Spiel und hoffe auf das bessere Ende für uns.“ Foto: Matthias Vogel

Der Kracher im Viertelfinale: Berolina Mitte empfängt Hohen Neuendorf. (Anpfiff Donnerstag, 19.30 Uhr)
Zum Abschluss der Vorberichte zum Viertelfinale im Polytan-Pokal kommt es zu einem besonders reizvollen Duell. Der Regionalligist Blau-Weiß Hohen Neuendorf trifft auf den aktuellen Tabellenführer der Berlin-Liga, Berolina Mitte. Für beide Teams steht eine richtungsweisende Woche an. Hohen Neuendorf steckt im Abstiegskampf der Regionalliga und muss am Wochenende in einem Sechs-Punkte-Spiel gegen Turbine Potsdam II dringend punkten. Auch bei Berolina Mitte ist die Woche von großer Bedeutung geprägt. Neben dem Pokal steht am Wochenende das Spitzenspiel der Berlin-Liga gegen den ärgsten Verfolger SFC Stern 1900 an – eine Partie, die im Meisterschaftsrennen enorme Bedeutung haben könnte.
Die Prognosen der Trainer:

Christian Liedtke (Trainer SV Blau-Weiss Hohenneuendorf):
„Bero ist aktuell wohl der schwerste Gegner aus der Berlin-Liga. Sie haben einen sehr starken Kader, von dem ich einige Spielerinnen auch gerne bei uns gesehen hätte. Ich glaube, die Chancen liegen bei 50:50. Der Heimvorteil spricht für Bero, für uns natürlich die höhere Klasse. Am Ende wollen wir einfach ein Tor mehr erzielen.“ Foto: SV Blau-Weiss Hohen Neuendorf
Frank Krug (Trainer Berolina Mitte):
„Wir freuen uns riesig darauf und haben uns gut vorbereitet. Beide Teams kennen sich gut aus der vergangenen Saison, wobei sich Hohenneuendorf im Winter noch einmal gut verstärkt hat. Aber auch wir haben Spielerinnen dazu bekommen. Beide Mannschaften haben einen ähnlichen Spielstil. Diesmal sind wir auf jeden Fall der Underdog, was auch mal ganz schön ist. Ich rechne mit einem Spiel mit offenem Visier, in dem alles möglich ist. In den letzten beiden Aufeinandertreffen gab es ein Unentschieden. Dieses Mal wird es auf jeden Fall einen Sieger geben und wir arbeiten daran, dass wir das sind.“ Foto: Matthias Vogel


