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Rasenperlen-Teamcheck: Türkiyemspor Berlin U23

Wenn von unten immer etwas nachkommt – und auch nachkommen muss.

Bei Türkiyemspor muss in diesem Sommer ein Rädchen ins andere greifen. Der gesamte Aderlass in Kreuzberg ist enorm. Spielerinnen aus der U23 werden in der Regionalliga gebraucht, dahinter rücken neue Kräfte nach. Der neue Trainer Mert Maska muss deshalb nicht nur eine Mannschaft formen, sondern auch dafür sorgen, dass die Verbindung zwischen Nachwuchs und Erster funktioniert.

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Kurz & knapp

Trainer: Mert Maska
Ziel: Schnell zusammenfinden, Spielerinnen weiterentwickeln und möglichst viele an die 1. Frauen heranführen.
Zugänge: Yasemin Kastelli, Tanyi Lange, Lotti Bergmann, Lucia Oest Fernandez (Dritte) sowie Chiara Ferreira (HSC BW Tündern) und Elinor Reininger (reaktiviert, Bero).
Abgänge: Tuana Özkara (Delay Sports), Abigail Adewole (Hertha BSC II), Samreen Nishat (Berolina), Ida Ochmann und Paula Behrends (Studium).

Teamcheck

In der vergangenen Saison war Maska noch Co-Trainer von Trainerin Sinem Solmaz, die nun die 1. Mannschaft übernimmt. Insgesamt ist er zufrieden mit dem Abschneiden. Türkiyemspor erreichte das Halbfinale des Berliner Pokals und steigerte sich im Laufe des Jahres vor allem offensiv. Gleichzeitig gab es immer wieder Spiele, in denen die Chancenverwertung nicht stimmte oder die Mannschaft nach längeren Pausen erst wieder ihren Rhythmus finden musste.

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Nun verändert sich der Kader erneut deutlich. Mit Özkara, Adewole und Nishat gehen drei Spielerinnen zu anderen Berliner Vereinen, Ochmann und Behrends zieht es zum Studium nach Leipzig.

Aufgefüllt wird zum einen aus den eigenen Reihen. Yasemin Kastelli, Tanyi Lange und Lotti Bergmann kommen aus der dritten Mannschaft und kennen die U23 bereits. Lucia Oest Fernandez war schon gegen Ende der vergangenen Saison dazugestoßen.

Von außen kommen Chiara Ferreira und Elinor Reininger hinzu. Ferreira wechselt von Schwalbe Tündern nach Berlin, Reininger kehrt nach einer Fußballpause auf den Platz zurück und war zuvor bereits für Berolina aktiv.

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Besonders interessant wird aber, was dahinter passiert. Spielerinnen aus der neuen A-Jugend sollen immer wieder die Chance bekommen, erste Erfahrungen im Frauenbereich zu sammeln. Genau das wird auch nötig sein, denn die U23 hat selbst Spielerinnen an die Regionalliga-Mannschaft abgegeben.

Ein festes Tabellenziel nennt Mert Maska deshalb nicht. Erst einmal soll aus den vielen Veränderungen wieder ein funktionierendes Team entstehen. Auch bei der Frage nach den Favoriten der Liga hält er sich zurück. Entscheidend seien für ihn eher Tagesform, Einstellung und Kleinigkeiten – und jede Aufgabe mit der gleichen Intensität anzugehen, unabhängig vom Gegner.

Perlentaucher

Mert Maska ist 22 Jahre alt und seit dreieinhalb Jahren Trainer bei Türkiyemspor. Zum Verein kam er über ein FSJ, bis vor Kurzem betreute er zusätzlich die E-Mädchen. Dass er Trainer wurde, ergab sich eher zufällig. Nach einem Schlüsselbeinbruch durfte er selbst mehrere Wochen keinen Sport treiben und stieg stattdessen bei einer Jungenmannschaft ein. Dabei entdeckte er seine Leidenschaft für die Arbeit an der Seitenlinie.

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Mert Maska hat in dieser Saison eine sehr anspruchsvolle Aufgabe zu erledigen.

Am Frauenfußball begeistert ihn vor allem die Lernbereitschaft. Neue Inhalte würden schnell aufgenommen und häufig schon nach wenigen Einheiten umgesetzt.

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Seine Philosophie fasst Maska in drei Begriffen zusammen: entwicklungsorientiert, mutig, leidenschaftlich. Das soll man auch seiner Mannschaft ansehen. Sie soll unabhängig vom Spielstand konzentriert bleiben und immer weitermachen. Von ihm dürfen die Spielerinnen dafür Ehrlichkeit, Vertrauen und Unterstützung erwarten. Respekt, Zusammenhalt, Disziplin und Verantwortung sind für ihn die Grundlage.

Im Blick

Mert Maska möchte bewusst keine einzelne Spielerin hervorheben. Durch die Veränderungen im Kader sieht er für viele die Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen. Besonders spannend wird sein, welche Talente aus der A-Jugend sich schneller als erwartet im Frauenbereich festspielen.

Rasenperlen-Einordnung

Bei Türkiyemspor geht es in dieser Saison um eine ziemlich anspruchsvolle Balance. Die Erste braucht Spielerinnen aus der U23, die U23 wiederum muss ihre Lücken mit Kräften aus der Dritten, externen Zugängen und Talenten aus der A-Jugend schließen. Eine absolute Zerreißprobe für den gesamten Verein.

Denn es kann schnell dünn werden, wenn Verletzungen oder weitere Ausfälle dazukommen. Alleine, wie die Kreuzbergerinnen die gewaltige Abwanderungswelle überhaupt abfedern können, ist faszinierend. Gelänge es Türkiyemspor nun auch noch, sich sowohl in der Regionalliga als auch in der Berlin-Liga zu behaupten, wäre das eine mehr als beachtliche Leistung – und ein untrüglicher Beleg für die Qualität der Nachwuchsarbeit. Einfach wird es nicht.


Fotos: Loredana Zafisambondaoki