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Reality-Check Friedrichshagener SV: Abzüge nur in der B-Note

Alles okay am Müggelsee – nur ein Wunsch ist noch offen

Die Frauen des Friedrichshagener SV haben bislang nicht viel verkehrt gemacht. „Einfach Spiele gewinnen und das in einem Rahmen, in dem sich alle wohlfühlen“, lautete das Credo von Chef-Coach Lisa Römer sowie ihren beiden Co-Trainern Manuel Römer und Dustin Lefevre. Das klingt locker flockig, aber natürlich sollten auch möglichst schnell möglichst viele Punkte auf das Konto geschaufelt werden. „Die Klasse halten eben, der Rest ist Bonus für uns“, sagt Lefevre heute.

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Letizia Gattner (r.) im Duell mit Hansas Sonja Laukemper, am Ende behielten die Gäste mit 1:0 die Oberhand. Foto: Friedrichshagener SV

Damit sieht es ganz gut aus. 17 Zähler stehen auf der Habenseite. 24 Mal mussten die Gegner den Ball aus ihren Netzen fischen, 29 Mal klingelte es im eigenen Kasten. Macht Platz 9, bis zum ersten Abstiegsplatz liegen 14 Punkte – eine kleine Welt.

Starker Saisonbeginn des FSV

Bis zum vierten Spieltag stand das Team sogar auf dem Platz an der Sonne. Das Pflichtprogramm wurde zunächst konsequent und erfolgreich abgespult – der FFC (4:0), Askania (2:0) und Moabit (4:0) wurden besiegt -, dazu brachte der FSV einen Punkt aus Lichterfelde mit, dank eines Last-Minute-Treffers durch Lilli Zellmer zum 4:4 bei der starken U20 des FC Viktoria – ein bisschen Kür war also auch dabei.

Dennoch blieb man am Nordufer des Müggelsees im Bezirk Treptow-Köpenick auf dem Teppich. Und das war gut so. Der November hätte den FSV eh dorthin zurückgeholt. Der Reihe nach wurden die Schwergewichte der Liga vorstellig und ließen den Friedrichshagenerinnen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. „Wir wussten ja, was kommt. Aber trotzdem geht die Stimmung natürlich erst einmal in den Keller. Großartig gemacht hat das aber so grundsätzlich nichts mit uns. Und was nach späterer Analyse blieb: ein sehr guter Start in die Saison“, sagt Lefevre.

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Was das Trainer-Trio viel mehr wurmte als die Abfuhren gegen Bero, Stern oder Pankow, waren die denkbar knappen und aus Sicht des FSV unnötigen Pleiten in Lichtenberg (2:3) und zuhause gegen Hansa 07 (0:1). Sie sind der Grund, warum ein Wunsch, den man zwar nicht öffentlich machte, der aber im Hinterkopf fest verankert ist, nicht in Erfüllung gehen könnte. „Wir wollten uns schon verbessern im Vergleich zur Vorsaison“, sagt Lefevres. Da belegte der FSV den 7. Platz. Hätte es diese „nicht eingeplanten Niederlagen“ (Lefevre) nicht gesetzt, man wäre bereits voll auf Kurs – es stünde Platz 6 zu Buche.

So gibt es eben Abzüge in der B-Note für den bislang soliden Auftritt, was aber niemanden in weiß und grün aus der Ruhe bringt. „Die Rückrunde ist lang. Wir wollen die Mannschaften in unserer Nähe schlagen. Und dann holen wir die drei Teams vor uns vielleicht noch ein“, erklärt der Co-Trainer.

Der Rahmen passt: Die Mannschaft bleibt zusammen

„Der Rahmen, in dem sich alle wohlfühlen“, scheint übrigens passend gezimmert worden zu sein. Der FSV verzeichnet zur Winterpause keine Weggänge. Dafür einen Zugang. Vom FC Inter kommt die 23-jährige Außenverteidigerin Gina-Maria Ziegelt.

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Mit Gattner die derzeit treffsicherste FSV’lerin: Sarah Weihmann (r.), vier Tore.

Apropos Personal: Der Verein kann sich jetzt schon einmal nach einem neuen Headcoach umsehen. Lisa Römer hört nach der Saison auf, wohl aus beruflichen Gründen. Bis dahin sollen aber erst noch weiter „einfach Spiele gewonnen werden“. Am besten gleich zum Start der Rückrunde – beim FFC Berlin 2004 (Sonntag, 22. Februar, 13 Uhr.).


Fotos: Matthias Vogel