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Spiel der Woche: Viktoria dreht das Spiel gegen Friedrichshagen

Später Treffer von Emma Karl entscheidet ein intensives Berlin-Liga-Duell auf Augenhöhe.

Die U23 des FC Viktoria 1889 Berlin hat im Spiel der Woche gegen den Friedrichshagener SV das bessere Ende für sich. Beim 2:1 (0:0) lieferten sich beide Mannschaften eine intensive Partie mit wechselnden starken Phasen und Chancen auf beiden Seiten. Friedrichshagen ging unmittelbar nach der Pause durch Sandra Weihmann in Führung, doch Viktoria antwortete: Layla El Khanji glich per Elfmeter aus, Emma Karl sorgte in der 85. Minute für die Entscheidung.

Friedrichshagen presst, Viktoria wackelt

Gerade einmal zwei Minuten sind gespielt, da brennt es erstmals im Viktoria-Strafraum. Friedrichshagen läuft hoch an und zwingt die Gastgeberinnen im Spielaufbau zum Fehler. Torhüterin Luisa Kaiser entscheidet sich für die kurze Lösung, der FSV fängt den Ball ab. Sandra Weihmann kommt gleich zweimal zum Abschluss, scheitert aber an Kaiser.

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Auch die anschließende Ecke hat es in sich. Alina Lindemann geht im Strafraum zu Boden, der Pfiff bleibt aus. Eine zumindest diskutable Szene, bei der es einen Kontakt gegeben hat.

In der 13. Minute leistet sich Kaiser den nächsten Fehlpass. Ihr Ball mit links landet direkt bei Letizia Gattner, die sieht, dass das Tor verwaist ist, und sofort abzieht. Der Ball fliegt drüber – Glück für Viktoria.

Viktoria übernimmt

Danach verändert sich das Bild. Viktoria findet zunehmend Lösungen gegen das hohe Anlaufen und wird selbst gefährlich. Nach einer Ecke in der 16. Minute kann Ronja Kessel den Ball nur zum langen Pfosten verlängern. Dort nimmt Layla El Khanji ihn an und schließt ab, trifft ihn aber nicht richtig. Alina Lindemann klärt praktisch auf der Linie.

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Lea Hahn im Duell mit FSV-Außen Stella Kränig.

Vier Minuten später die nächste Großchance: Emma Karl wird mit einem Steilpass auf die Reise geschickt, kreuzt vor ihrer Gegenspielerin und hat nur noch Kessel vor sich. Karl geht weiter ins Dribbling, spielt die Situation aber nicht sauber zu Ende. Lindemann kommt zurück und klärt in letzter Sekunde.

Viktoria hat die Partie jetzt im Griff. In der 27. Minute setzt sich Leni Steinweg nach gutem Zuspiel von Deborah Chmieleski stark gegen Lindemann durch, ihr Abschluss streicht knapp am rechten oberen Eck vorbei. Kurz vor der Pause schlägt Emma Karl einen tollen Diagonalball auf Chmieleski, doch Kessel ist aufmerksam und fängt den Ball rechtzeitig ab.

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Letizia Gattner geht an Leni Steinweg (l.) vorbei.

„Wir brauchten ein bisschen, um reinzukommen, weil sie etwas verändert gespielt haben, als wir es erwartet hatten“, sagte Viktoria-Trainer Darien Hoffmann. Danach habe seine Mannschaft „sehr gute Kontrolle“ gehabt und sich die klareren Chancen erspielt.

Friedrichshagen schlägt nach der Pause zu

Doch wie zu Beginn der Partie ist Friedrichshagen auch nach dem Seitenwechsel sofort da. Stella Kränig kommt in der 46. Minute mit Tempo über die rechte Seite und spielt den Ball scharf nach innen. Am zweiten Pfosten rauscht Sandra Weihmann heran und jagt ihn zum 1:0 ins Netz.

„Wir wussten, dass sie auf dem Flügel enormes Tempo mitbringen“, sagte Hoffmann. Genau dieses Duell habe seine Mannschaft verloren. Umso zufriedener war er mit der Reaktion: „Sie sind unfassbar cool geblieben, haben selber an sich geglaubt.“

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Verantwortung übernommen – Ausgleich erzielt: Vikis Kapitänin Layla El Khanji.

Viktoria antwortet schnell. In der 53. Minute wird Chmieleski im Strafraum heftig zu Fall gebracht. Zunächst bleibt der Pfiff aus, nach einem Hinweis seines Assistenten entscheidet der Schiedsrichter doch auf Strafstoß. El Khanji übernimmt Verantwortung und schießt aus ihrer Sicht rechts halbhoch. Kessel ist noch mit den Fingerspitzen dran, kann das 1:1 aber nicht verhindern. Für Chmieleski geht es nach dem Foul nicht weiter, Anastasia Buryakin kommt für sie.

Über den Strafstoß gingen die Einschätzungen auseinander. Friedrichshagens Trainer Roman Kassarnig bezeichnete ihn als „sehr fragwürdig“ und verwies darauf, dass die Entscheidung erst nach längerer Rücksprache gefallen sei.

Direkte Ecke zählt nicht

Viktoria bleibt dran. In der 62. Minute dreht Lea Hahn einen Eckball direkt ins Friedrichshagener Tor. Der Jubel währt allerdings nur kurz: Der Schiedsrichter erkennt den Treffer wegen eines Fouls an Torhüterin Kessel nicht an.

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Viktorias Coach Darien Hoffmann (r.).

Doch auch Friedrichshagen bleibt gefährlich. Fünf Minuten später kommt Kränig über rechts zum Abschluss und zielt auf das lange Eck. Der Ball geht knapp links am Viktoria-Tor vorbei – eine große Gelegenheit zur erneuten Führung.

Karl dreht das Spiel

Die Partie bleibt bis in die Schlussphase völlig offen. Dann schlägt Viktoria zu. Buryakin spielt in der 85. Minute einen guten Ball in die Tiefe, Friedrichshagens Hanna Dommel schlägt beim Klärungsversuch über den Ball. Emma Karl nutzt die Gelegenheit, setzt sich gegen ihre Gegenspielerin durch und schiebt zum 2:1 ein.

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Gleich macht Emma Karl (l.) das 2:1 für Himmelblau.

Friedrichshagen wirft anschließend noch einmal alles nach vorn. Eine letzte Ecke findet tatsächlich eine Abnehmerin, die den Ball jedoch über die Latte setzt. Kurz darauf ist Schluss – und bei Viktoria wird der späte Sieg ausgiebig gefeiert.

Zwei Trainer, zwei Sichtweisen

Wie eng die Partie war, zeigen auch die unterschiedlichen Bewertungen der Trainer. Hoffmann sah leichte Vorteile bei seiner Mannschaft und hielt den Sieg deshalb für verdient. Gleichzeitig hob er die Qualität des Gegners hervor. Vor allem Friedrichshagens Offensive sei „wirklich brutal“, seine Mannschaft habe sie aber weitgehend gut in Schach gehalten.

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Kassarnig sah es anders. Für ihn war es „ein Spiel auf Augenhöhe“, in dem beide Mannschaften ihre Phasen und Möglichkeiten hatten. „Sieger hätte es, glaube ich, keinen geben dürfen“, sagte der FSV-Trainer. Ein Unentschieden wäre aus seiner Sicht das gerechtere Ergebnis gewesen.

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Hätte ein Remis als gerecht empfunden: FSV-Coach Roman Kassarnig.

Am Ende entschieden Kleinigkeiten ein Spiel, das lange in beide Richtungen kippen konnte. Viktoria nutzte seine späte Gelegenheit und feierte den zweiten Saisonsieg, Friedrichshagen musste nach zuvor drei Siegen erstmals Punkte liegen lassen.


Fotos: Matthias Vogel