Leonie Meyer vom SV Lichtenberg 47 ist nach ihrer Gala-Vorstellung gegen Moabit Rasenperle der Woche
Leonie Meyer hat beim 6:1 des SV Lichtenberg 47 gegen den Moabiter FSV eine außergewöhnliche Rolle gespielt. Die 26-Jährige war an vier Treffern direkt beteiligt und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Partie im Verlauf der zweiten Halbzeit klar zugunsten von Lichtenberg ausschlug.

Meyer bereitete den Führungstreffer vor und erzielte anschließend drei Tore selbst. Sie traf zum 2:0, markierte nach der Pause in einer Phase zunehmenden Drucks der Gäste das 3:1 nach einer Ecke und verwandelte einen Foulelfmeter zum 5:1. Ihre Aktionen fielen in Spielphasen, in denen Lichtenberg Struktur und Ruhe benötigte. „Ich glaub, ich stand heute recht gut“, kommentierte sie ihre Leistung. „Das war ihr Spiel“, sagte ihr Trainer Martin Biermann nach dem Sieg, der Lichtenberg zum Mittelfeld der Berlin-Liga aufschließen ließ und auf dem 8. Platz überwintern lässt. „Aber nicht nur wegen ihren Toren. Es ist, wie sie das Spiel liest.“
Zur zweiten Halbzeit musste Trainer Martin Biermann auf die Spielweise des Moabiter FSV reagieren, der zunehmend mit langen Bällen agierte und sich anschickte, den Ausgleich zu erzielen. Meyer, die normalerweise als Stürmerin spielt, rückte ins zentrale Mittelfeld auf die Sechserposition. Dort sollte sie vor allem zweite Bälle gewinnen und dem Spiel im Zentrum mehr Zugriff verleihen.



Die Umstellung griff. Meyer führte und gewann viele Zweikämpfe, brachte Ordnung ins Spiel und verteilte die Bälle über kurze Pässe genauso wie längere Diagonalbälle. Biermann lobte nach der Partie ihre Übersicht und ihre Bedeutung für die Stabilität der Mannschaft. Meyer selbst benennt ihr Spielverständnis als ihre größte Stärke; die Rolle im Zentrum sei ungewohnt, aber nicht neu gewesen.
Bei Werder spielte Leonie Meyer mit Nationalspielerin Giovanna Hoffmann zusammen
Ausgebildet wurde Meyer beim Heeslinger SC, ein kleiner Verein in einem Mini-Dorf in Niedersachsen, wo sie aufwuchs und bis zur U15 spielte. Anschließend wechselte sie zu Werder Bremen in die U17-Bundesliga. Das prägendste Erlebnis dieser Zeit war für sie das Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen Turbine Potsdam auf dem legendären Platz 11 am Weserstadion. „Da darf man eher selten drauf. Und das Spiel und das ganze Drumherum hat so viel Spaß gemacht“, sagt Meyer rückblickend. Der besondere Rahmen, die Atmosphäre und die vielen Zuschauer seien außergewöhnlich gewesen.

Auf dem Weg ins Finale traf Meyer im Halbfinale gegen den damaligen FFC Frankfurt selbst. In der Bremer U17 spielte sie zudem gemeinsam mit Giovanna Hoffmann, die heute Nationalspielerin ist. Hoffmann fehlte im damaligen Endspiel verletzungsbedingt – aus Meyers Sicht der wohl entscheidende Grund für die Niederlage. Für sie war die Zeit bei den Hanseaten der engste Kontakt zum Profifußball. Darauf hatte es Leonie Meyer nie abgesehen. „Das war schon ganz cool, die Auswärtsfahrten mit den Hotelübernachtungen und so. Aber für mich stand immer der Spaß im Vordergrund.“
Der Wechsel vor vier Jahren zum SV Lichtenberg 47? Ein absoluter Glücksgriff!
Nach einer weiteren Station beim Post SV Dresden führte Meyers Weg schließlich nach Berlin zum SV Lichtenberg 47. „Ein absoluter Glücksgriff“, sagt sie. Sie habe sich dort von Beginn an sehr wohlgefühlt. Besonders schätzt sie die Entwicklung des Vereins, zuletzt auch die Entscheidung, der Frauen- und Mädchenabteilung einen eigenen Platz zur Verfügung zu stellen. Das habe ihre Bindung an Lichtenberg noch einmal verstärkt.

Für die Rückrunde wünscht sich Leonie Meyer, dass es mit der Mannschaft genauso viel Spaß macht wie in der Hinrunde. Sportlich hofft sie, in der Tabelle noch die eine oder andere Mannschaft zu überflügeln und das ein oder andere Top-Team ärgern zu können.
Fotos: SV Lichtenberg/privat

