Der SFC Stern 1900 schlägt Tabellenführer Berolina Mitte in der Berlin-Liga der Frauen mit 2:1 – das Siegtor fällt in der Nachspielzeit.
Das Topspiel zwischen Herausforderer SFC Stern 1900 und Tabellenführer Berolina Mitte beginnt nervös. Beide Mannschaften tasten sich ab, die Partie ist hektisch und fahrig, klare Aktionen sind zunächst selten. In der 14. Minute hat Berolina die erste Riesenchance. Ein Rückpass im Stern-Aufbau misslingt, Charlotte Wagner geht dazwischen und steht plötzlich allein vor Torhüterin Toni Haertel. Die Stern-Torhüterin bleibt lange stehen und pariert. Kurz darauf die große Möglichkeit für Stern. Nach einer Ecke von Jennifer Kandetzki kommt Sophie Roll zentral zum Kopfball, setzt den Ball aber knapp über das Tor.

In der 38. Minute fällt die Führung für Stern. Der Angriff läuft über die rechte Seite. Maggie Lorenz spielt den Ball in den Strafraum, Diana Steinmeyer kommt zu Fall, bevor sie den Ball erreichen kann. Die Schiedsrichterin entscheidet auf Elfmeter. Proteste von Berolina bleiben aus. Jennifer Kandetzki verwandelt sicher zum 1:0. Kurz vor der Pause hat Stern die nächste große Chance. Maggie Lorenz wird auf die Reise geschickt, läuft allein auf das Tor zu, wird noch leicht eingeholt und schließt schließlich etwas überhastet ab.



Nach der Pause erhöht Berolina zunächst den Druck. Die Gäste haben nun mehr vom Spiel. Gerade als Stern sich fängt, fällt der Ausgleich per Freistoß. Von der linken Strafraumspitze aus hebt Emma Lamprecht den Ball sehenswert unter das Dach des Sterner Kastens. Sterns Coach Roman Rießler konstatierte nach der Partie: „Das müssen wir anders lösen. Wir erobern den Ball und bekommen ihn nicht weg.“


Das Spiel lebt nun vor allem von der Spannung. Stern hat postwendend die große Gelegenheit, als Aldijana Ibrisevic durch ist, aber nur den Pfosten trifft. Auch nach einer Ecke wird es noch einmal gefährlich. Jennifer Kandetzki kommt zum Abschluss, schießt jedoch zu zentral. Für Berolina-Torhüterin Charlotte Schneider ist das kein Problem. Auf der Gegenseite zischen zwei weitere gefährliche Lamprecht-Freistöße durch die Steglitzer Box, dazu gibt es im Wechsel Eckbälle, bei denen die Fans der jeweils verteidigenden Truppe den Atem anhalten muss.

Als Stern mal wieder dran ist und Roxi Nowak das Spielgerät nach innen bringt, ist es soweit: Arzum Eren wehrt per Kopf zentral ab, in 18 Metern Entfernung jagt Diana Steinmeyer den Ball direkt mit der Innenseite unter die Latte. Charlotte Schneider, wieder einmal ohne Fehl und Tadel, ist machtlos. Steinmeyer erklärte später: „Ich habe mir gestern Abend noch gedacht, wenn ich zu so einer Gelegenheit komme, nehme ich ihn diesmal nicht an, weil mir dann immer die Zeit fehlt. Also habe ich ihn direkt genommen.“ Zwei Bero-Eckbälle später ist klar, ihr Traumtor war der Lucky Punch für Stern und die Liftkarte für das oberste Geschoss der Berlin-Liga.

Berolina-Trainer Frank Krug zeigte sich trotz der Niederlage mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Einen Punkt hätte er allerdings gerne mitgenommen. In der Schlussphase habe seine Mannschaft „vielleicht ein bisschen zu viel gewollt“, sagte er. Seine Spielführerin Shari Dittrich sagte:„Stern war in der ersten Halbzeit besser, die zweite gehörte uns. Wir haben Umstellungen vornehmen müssen, ein paar Spielerinnen waren angeschlagen. Dazu hatten wir glaube ich etwas schwere Beine vom Pokal am Donnerstag. Aber es liegen noch einige Spiele vor uns und ich bin nach wie vor guter Dinge.“
Sterns Trainer Roman Rießler fasste das Resultat so zusammen: „Die Spielerinnen waren sehr nervös in der vergangenen Trainingswoche, davon hat man heute nichts gemerkt. Ich freue mich sehr für sie. Der Gegner war erwartet stark, heute hatten wir das bessere Ende für uns.“
Fotos: Matthias Vogel

