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Stern unter Druck

Vorverlegte Partie am Mittwochabend ist das Spiel der Woche: Nach dem Bero-Coup will Inter weiter das Treiben an der Tabellenspitze stören.

Wenn der Tabellenführer anreist, sind die Rollen meist klar verteilt. Doch vor der vorgezogenen Partie der Berlin-Liga Frauen zwischen dem FC Inter und dem SFC Stern 1900 lohnt ein zweiter Blick. Inter hat am vergangenen Wochenende mit dem 1:0-Erfolg bei Berolina Mitte spürbar in den Titelkampf eingegriffen – und sich selbst zugleich als unangenehmer Gegner in Stellung gebracht.

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Anstoß ist am Mittwoch, 25. März, um 19:45 Uhr auf dem Kunstrasen an der Ella-Barowsky-Straße. Für die Schönebergerinnen ist es binnen weniger Tage das zweite Spiel gegen ein Schwergewicht – und erneut die Chance, den Favoriten zu ärgern. Die Partie wurde vorgezogen – Osterferien halt –, ursprünglich war sie für das kommende Wochenende angesetzt.

„Die Karten sind klar verteilt“, sagt Inter-Coach Oliver Thomaschewski. Stern komme als Tabellenführer „mit einem fetten Polster“ und sei „absoluter Favorit“. Entsprechend ordnet er die Ausgangslage nüchtern ein. Inter selbst sieht er auf Kurs: Platz fünf, Anschluss nach oben, Distanz nach unten – vor allem aber Entwicklung als zentrales Thema.

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Im Hinspiel unterlag Inter 0:2, blieb ohne eigenen Treffer. Genau dort setzt Thomaschewski an: „Wir wollen es diesmal schaffen, gegen Stern ein Tor zu machen und bestmöglich zu verteidigen.“ Dass sein Team auch mit Rückständen umgehen kann, sieht er als eine der Stärken. Ebenso die Effizienz: „Wir brauchen nicht viele Chancen für ein Tor.“ Ein reines Abwehrbollwerk wird Inter dennoch nicht aufziehen. „Wir werden uns nicht hinten reinstellen, sondern auch selbst Akzente setzen“, betont der Trainer. Der Plan: die eigene Box stabil halten, situativ mitspielen – und im Idealfall einen Punkt auf dem Ella behalten. „Das wäre ein großer Erfolg für uns.“

Stern mit Plan gegen kompakte Gastgeberinnen

Sterns Trainer Roman Rießler hat Inter beim Auftritt in Mitte genau beobachtet – und sieht seine Eindrücke aus dem Hinspiel bestätigt. Vor allem die disziplinierte Defensivarbeit sei auffällig gewesen. Entsprechend richtet sich der Fokus auf Lösungen im eigenen Ballbesitz.

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Rießler fordert Variabilität im Angriff: sein Team soll sowohl die Tiefe attackieren als auch das Spiel breit halten, um Inter auseinanderzuziehen. Entscheidend werde sein, die Räume zwischen den Ketten zu finden und konsequent zu besetzen. Gegen den Ball setzt er auf ein griffiges Gegenpressing – auch, weil Inter über Qualität im Umschalten verfügt. Gerade Lena Hegnal und Lena Ghebreselasie würden „nicht lange brauchen, um vor der Kiste aufzutauchen“. Zudem hebt Rießler Julia Marinowski als Schlüsselfigur des Inter-Spiels hervor.

Es ist angerichtet

Für Stern geht es darum, die Tabellenführung zu untermauern und an die dominante Vorstellung aus dem Hinspiel anzuknüpfen. Das 2:0 fiel damals zwar nicht spektakulär aus, spiegelte aber die Kräfteverhältnisse wider. Nun wartet ein Gegner, der Selbstvertrauen getankt hat – und gezeigt hat, dass er Topteams ärgern kann. Ob Inter erneut zum Faktor im Titelrennen wird oder Stern seine Rolle bestätigt, entscheidet sich am Mittwochabend unter Flutlicht.


Fotos: Matthias Vogel