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Stern will’s ziehen – Inter will’s wissen

Verteidigen die Steglitzer Fußballerinnen den Platz an der Sonne oder rückt das vordere Tabellendrittel noch enger zusammen? Nach dem Rasenperlen Spiel der Woche wird man es wissen

Manchmal genügt ein Satz, um die Lage zu sortieren. Bei Stern 1900 lautet er: „Wir wollen dieses Spiel ziehen – und wir müssen es auch.“ Punkt. Mehr braucht Trainer Roman Rießler nicht, um den Anspruch des Tabellenführers zu umreißen. Ganz zu seiner Zufriedenheit ging die Vorbereitung auf die wichtige Partie gegen das Top-Team aus dem Nachbarbezirk nicht über die Bühne. Xenia Zeinert, derzeit Führende der Torschützenliste der Liga, stand während der Woche nur einmal auf dem Trainingsplatz. Sie könnte erstmal auf der Bank Platz nehmen. Amelie Großgebauer, zuletzt in starker Form, fehlt komplett. Ihre Rolle dürfte Roxana Nowak übernehmen.

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Derzeit in der Form ihres bisherigen Lebens: Sterns Außen Diana Steinmeyer. Foto: Ralf Seedorff

„Dafür freut es mich sehr, dass Aldijana Ibrisevic in Lichtenberg durchspielen konnte“, sagt Rießler. Und auch Hannah Schmitz ist nach einer hartnäckigen Verletzung wieder im Kader. Um noch eine Option mehr zu haben, wird erneut Frida Roeth aus der Zweiten „ausgeborgt“. Am Grundprinzip ändert die Personalsituation nichts: Stern will den Ball, will Kontrolle – und will den Gegner so beschäftigen, dass dieser kaum zum Luftholen kommt.

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Lena Hegnal markierte letzte Woche gegen Türkiyemspor das 1:0 für Inter – im letzten Moment. Foto: Matthias Vogel

Inter hat Rießler in dieser Spielzeit noch nicht direkt, sehr wohl aber aus der Ferne beobachtet. „Nach den Berichten der vergangenen Wochen setzen sie auf Umschaltmomente, lassen den Gegner auch mal machen und versuchen dann, über die schnellen Außenbahnspielerinnen und Stürmerin Lena Hegnal zum Erfolg zu kommen. Wir müssen also im Gegenpressing höllisch aufpassen, um Bälle in die Tiefe zu verhindern, beziehungsweise auf eine gute Tiefenstaffelung zu achten.“

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Roxy Nowak wird vermutlich Amelie Großgebauer in der letzten Sterner Reihe vertreten. Foto: Ralf Seedorff

Inter-Coach Oliver Thomaschewski spart sich jede Romantik: „Die Favoritenrolle ist klar an Stern vergeben.“ Aber dass sein Team Schwergewichte kann, habe es ja schon bewiesen. Gegen Pankow wurde gepunktet, Berolina Mitte bekam zumindest Probleme. Thomaschewskis Rezept für Sonntag klingt simpel, ist aber anspruchsvoll: kompakte Ordnung, gezieltes Pressing, mutige Dribblings in den Momenten, in denen Stern den Ball riskant führt. „Wir haben die Spielerinnen dazu und die haben Bock darauf“, so der Trainer.

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In Spitzenspielen ist Inters Spielführerin Julia Marinowski besonders gefragt. Foto: Matthias Vogel

Wie bei Stern auch konnten in der vergangenen Woche laut Thomaschewski nicht alle Spielerinnen zu 100 Prozent trainieren, aber bis auf Außenverteidigerin Ivonne Jatz sind alle an Bord. Das Ziel formuliert der Inter-Coach so: „Wir wollen natürlich mindestens einen Punkt und dafür werden wir alles geben.“ Rießler macht keinen Hehl daraus, weiterhin von der Tabellenspitze der Berlin-Liga grüßen zu wollen. Und von Thomaschewski und Inter weiß man auch, dass ihnen die Verfolgerrolle nicht genügt. Spannende Vorzeichen für das Match auf dem Sterner. Anpfiff ist um 10.45 Uhr.