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Türkiyemspor im Wechselbad der Gefühle

Unglaublich: Solmaz-Truppe hat nach drei Spielen ein Torverhältnis von 22:8 und sechs Punkte auf dem Konto. Stern wacht auf, Bero entscheidet Elefantentreffen für sich

Türkiyemspor Berlin U23 – Askania Koepenick 7:0 (4:0): Wippig darf den Ball behalten

Die junge Zweitvertretung des Regionalligisten Türkiyemspor muss sich in der Anfangsphase der Berlin-Liga-Saison vorkommen wie in einem Cocktailshaker. 15:1 gegen Viktoria Mitte, 1:7 bei der FSV Hansa 07 und nun der Kantersieg gegen Aufsteiger Askania.

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Fotos: @loredana.zafi

Trainerin Sinem Solmaz war zufrieden. „Das war schon sehr deutlich. Wir waren über die meiste Zeit am Drücker. Askania war aber ab und an durchaus gefährlich. Einmal mussten wir den Ball von der Linie kratzen.“ Der Sieg freilich war nie gefährdet und das lag auch an Sarah Wippig. Die Angreiferin der Kreuzbergerinnen gab den Dosenöffner (7.) und steuerte später noch zwei weitere Treffer bei (26., 79.). „Sie kam heute von der 10 und kann sehr gut antizipieren. Das macht sie so gefährlich“, lobte Solmaz.

Die weiteren Treffer in der ersten Hälfte erzielten Ida Ochmann (11.) und Ciara Sadk (35.), während der zweiten Schicht schnürte Nika von Brühl noch einen Doppelpack (70., 86.). Solmaz hätte sich noch mehr Ruhe vor dem Kasten der Gäste gewünscht, einige sehr gute Torgelegenheiten blieben liegen. „Aber auch so war das nach der Niederlage bei Hansa Balsam auf die Seele.“


SFC Stern 1900 – FSV Hansa 07 8:1 (5:0): Steinmeyer dreht auf

Das hat sich die FSV Hansa 07 nach ihrem tollen Sieg gegen Türkiyemspor sicher etwas anders vorgestellt. Sterns Dominanz brach Mitte der ersten Halbzeit blitzartig über den Tabellenführer herein. Xenia Zeinert, Maggi Lorenz und wieder Zeinert sorgten von der 20. bis zur 22. Minute für die frühe Vorentscheidung. Diana Steinmeyer erhöhte noch vor der Pause auf 4:0, damit und mit ihrer zweiten Bude (77.) krönte sie ihre überragende Vorstellung an diesem Tag. „Das war heute wirklich eine Eins mit Sternchen“, lobte Trainer Roman Rießler. „Ich glaube, sie war an fast allen Toren beteiligt.“

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Diana Steinmeyer (l., gelbes Trikot) war von Hansas Defensive nicht in den Griff zu bekommen. Foto: Ralf Seedorff

Überhaupt war der Trainer der Steglitzerinnen hoch zufrieden, was man nach dem Auftritt seiner Elf bei Bero am vergangenen Wochenende nicht behaupten konnte. „Das war wie aus einem Guss. Besonders gut gefallen hat mir heute das Kurzpassspiel. Das sah alles wirklich nach Fußball aus.“

Sofie Roll (46.), nochmal Zeinert (61.) und Alina Cibusch (70.) trugen sich noch in die Liste der Torschützinnen ein. Rießler sprach zudem von einer Handvoll liegen gelassener Topchancen. Hansas Ehrentreffer durch Heidi Schüler (86.) sei auf herzliche Einladung seiner Abwehrreihe erfolgt.


Lichtenberg 47 – FC Viktoria 1889 U20 1:4 (0:3): Chancen nicht genutzt – Quittung bekommen

Lichtenbergs Trainer Martin Biermann attestierte den Gästen aus Lichterfelde durchaus einen starken Auftritt. „Schnell sind die. Und sie haben eine krasse Attitüde“, sagte er nach der 1:4-Pleite. Aber den Spielverlauf spiegele das Ergebnis nur bedingt wieder. „Wir hatten aus meiner Sicht ein Chancenplus, machen aber zu wenig daraus.“

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Foto: @blue_eye2001

Nach einer halben Stunde stellte Deborah Chmieleski auf 0:1. Nach einem Eigentor von Anna Ohnesorge (40.) und Kuni Steinbock (44.) war der Drops zur Pause eigentlich schon gelutscht. Als der Sieg nach dem 1:3 (84.) durch Alina Mai noch einmal ins Wanken hätte geraten können, legte Viki durch Chmieleski zum Endstand nach (89.).

Laut Biermann hätte alleine die umtriebige Mai noch ein, zwei Tore mehr machen können. Es blieb bei dem einen, allerdings sehr sehenswerten. Mit dem Ball am Fuß zog sie an der Strafraumgrenze von links nach rechts, behielt dann die Ruhe und versenkte die Kugel links unten im Netz.

Angesichts der Qualität von Viki ist die Niederlage für Lichtenberg sicherlich zu verschmerzen: „Trotzdem tut so ein 1:4 weh, besonders wenn man seine Chancen nicht genutzt hat“, sagte Biermann.


FC Inter – Berolina Mitte 2:5 (1:3): Elefantentreffen mit klarem Ausgang

Noch früh in der Saison, aber schon ein Duell der Schwergewichte: Inter gegen Berolina Mitte. Am Ende setzte sich Bero mit 5:2 durch. Inter-Trainer Oliver Tomaschewski musste seine Elf stark umbauen: Top-Stürmerin Marta Stodulska, Marie Weidt und die komplette Innenverteidigung fielen aus. Dennoch hielt Inter gut dagegen, glich die frühe Führung der Gäste durch Finja Bruns (8.) zwischenzeitlich aus. Eva Sturm hatte sich ein Herz gefasst und von der Strafraumkante abgezogen. Der Ball schlug im langen Giebel des Bero-Kastens ein.

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Foto: @lightsxtime

Die Schlüsselszene sah Tomaschewski beim 1:2: Nach einem Einwurf schaltete Bero am schnellsten, Arzum Eren vollendete, während Inters Viererkette noch unsortiert war. „Der erneute Rückstand kurz nach dem Ausgleich, das war ein emotionaler Tiefschlag.“ Von da an verschärfte Mitte das Tempo, ließ Inter kaum mehr ins Spiel kommen und setzte kurz vor und nach der Pause durch Zehra Badem und erneut Bruns die entscheidenden Treffer zum 1:4.

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Foto: @lightsxtime

Linda Hegnal erzielte am Ende nach einem schönen Spielzug der Schönebergerinnen noch das 2:5 (86.), zuvor hatte ein Eigentor von Linda Trockel Bero auf 1:5 enteilen lassen (73.). Tomaschewski resümierte: „Eine halbe Stunde haben wir das offen gestalten können, dann hat Bero angezogen. Unterm Strich ein verdienter Sieg.“ Mehr sei an diesem Tag nicht drin gewesen. Der Blick des Coaches ging schon wieder nach vorn: „Im Rückspiel wollen wir Revanche nehmen.“


BSV GW Neukölln – Viktoria Mitte 5:0 (4:0): Drei Punkte für die Kapheim-Elf – und ein Aufreger

Nach einer Viertelstunde war der Spieltag für Neuköllns Angreiferin Aylin-Kimberley Jüterbock schon wieder vorbei. Und was für ein ereignisreicher. 20 Sekunden dauerte es, bis die schnelle Stürmerin auf die Reise geschickt wurde und die Führung für Grün-Weiß erzielte. In der 14. Minute dann wurde sie vom Platz gestellt, weil sie ihre Gegenspielerin beleidigte.

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Foto: BSV GW Neukölln

Das brachte ihren Coach Helge Kapheim auf die Zinne: „Die Viktoria-Spielerin hatte ihr zuvor einen Nackenklatscher gegeben vor den Augen des Linienrichters. Er hat nichts gesehen. Auch die Schiedsrichterin hat es nicht gesehen. Wir haben es auf Video. Irrsinn, was natürlich keine Rechtfertigung  sein darf.“

Gut für Kapheims Nerven: Seine Mannschaft ließ sich auch in Unterzahl nicht die Butter vom Brot nehmen, schoss bis zum Seitenwechsel durch zwei Kisten von Nele Becker (7., 42.) und Romina Schmalbein eine komfortable Führung heraus. Eine Viertelstunde vor Schluss markierte Laura Lück das 5:0. Kapheim: „Wenn wir vollzählig geblieben wären, wäre es zweistellig geworden.“


Borussia Pankow – FFC Berlin 2004 9:1 (3:0): Warmschießen für das Topspiel

Borussia Pankow hat sich in der Berlin-Liga der Frauen souverän durchgesetzt und Aufsteiger FFC Berlin 2004 mit 9:1 besiegt. Von Beginn an dominierten die Borussinnen das Geschehen, legten schon in Halbzeit eins den Grundstein und schraubten das Ergebnis nach der Pause in luftige Höhen.

Sarah Schrader avancierte zur überragenden Spielerin des Tages: Die 18-Jährige traf in der 9., 37. und 90. Minute und war nach Aussage von Trainerin Josie Ruß auch an sämtlichen weiteren Toren beteiligt. Für die sorgten Lucie-Maria Ruß (28.), Charlotte Lemke (47., 54., 86.), Marlene Schmitt (68.) und Ina Vonderlind (83.).

Den Gästen aus Marzahn gelang in der 57. Minute durch Sara Rossi immerhin der Ehrentreffer – das erste Tor des FFC in dieser Berlin-Liga-Saison, gefeiert wie ein kleiner Sieg. „Eine gute Einheit und ein wichtiger Schub fürs Selbstvertrauen“, bilanzierte Ruß, die schon den Blick auf das kommende Topspiel gegen Berolina Mitte richtet.