Frauenfussball in Berlin: Grün-Weiß kassiert Niederlage gegen Lichtenberg 47. Zweiter Dreier für Friedrichshagen
BSV GW Neukölln – Lichtenberg 47 1:2 (0:0)
Ob er ein Foto zur rasenperlen-Zusammenschau beisteuern könne? „Nä! Wir sind bedient“, sagte Helge Kapheim, Neuköllner Trainer und Zeuge eines Berlin-Liga-Spiels der schlechteren Sorte. „Die waren schlecht und wir waren schlecht“, wetterte er nach der 1:2-Schlappe gegen Lichtenberg 47. Die Gäste hätten ausschließlich mit langen Bällen auf Leonie Meyer agiert, die dann wohl auch an beiden Gegentreffern beteiligt gewesen sei. Den Rückstand durch Elisa Gronau (53.) konnte Neukölln durch einen verwandelten Elfmeter von Laura Lück noch egalisieren (69.), das 1:2 durch Amelie Skiba (84.) nicht mehr. Obwohl Lück nur kurze Zeit später schon wieder am Punkt stand, Emely Schlendermann war in der Box gelegt worden.

„Sie hat sich für dieselbe Ecke entschieden, leider die Torhüterin auch“, so Kapheim, der im Vergleich zum Stern-Spiel auf zwei Positionen umstellen musste – Nele Becker und Seline Arslan mussten passen. Nicht nur deshalb war der Coach genervt. Weil der heimische Platz erst Ende November fertig ist, tingelt Neukölln zu seinen Heimspielen jetzt durch den Bezirk. „Heimvorteil? Haben wir sicher nicht“, so Kapheim. Seine Rechnung: „Gegen Viktoria Mitte und FFC müssen jetzt Dreier her, ehe es gegen Bero geht. Ich wollte ja gar nicht direkt oben mitmischen, aber mit Sorge nach unten schauen auch nicht.“ maz
FFC Berlin 2004 – FC Inter 0:9 (0:6)
FFC-Trainerin Janine Köhler berichtete von einem rabenschwarzen Tag ihrer Torhüterin, die auch harmlosere Schüsse aus der zweiten Reihe passieren ließ. Bis zur Pause hatten die Schönebergerinnen dem Aufsteiger schon ein halbes Dutzend Eier ins Nest gelegt. „Und dann muss man sagen, dass Inter das auch sehr, sehr gut macht. Oli (Inters Trainer Oliver Thomaschewski) muss da nicht viel coachen.“

„Die sind wirklich sehr gut eingespielt. Da haben wir einfach nicht das Potenzial, um das auszugleichen“, so Köhler. Jetzt seien sicher ein paar Streicheleinheiten für ihre Spielerinnen fällig. Besonders deprimiert wirkte sie dabei nicht. „Das ist eine Entwicklung bei uns. Und die sieht sicher nicht so aus, dass wir Inter im Rückspiel schlagen, sondern eben nur mit 0:2 verlieren. Das muss allen klar sein.“ maz
SV Askania – Friedrichshagener SV 0:2 (0:0)
In der ersten Halbzeit machten die Gäste das Spiel, ohne zwingende Chancen zu kreiieren. „Und wir hatten unsere Momente, aber auch keine klaren Möglichkeiten“, bilanzierte Askanias Trainer Philipp du Bois. Eine Standardsituation – Freistoß in den Strafraum und Kopfball Kristin Bertelsmann, die knapp vor der Torhüterin an den Ball kam – brachte die Gastgeberinnen in den Rückstand (59.). „Clever gemacht auf der einen Seite, trotzdem ein dummes Gegentor“, ärgerte sich du Bois. Ein Fehler von Torhüterin Leah Kurz besiegelte dann die Niederlage. Ein lang geplanter Ball von halbrechts neben ihrem Kasten verkümmerte und landete bei Ronja Kessel, die das unfreiwillige Zuspiel direkt in die verwaiste Kiste bugsierte (84.).

„Das ist vielleicht die Erfahrung, die uns noch fehlt“, sagte Askanias Coach, der enttäuscht war. „Weil wir schon vergangene Wochenende gegen Lichtenberg gewinnen müssen und heute auch mehr drinnen gewesen wäre.“ Für die nächsten Spiele wünsche er sich ein Quäntchen mehr Glück, aber auch mehr Selbstbewusstsein und Mut seiner Mannschaft. „Und ein bisschen abgezockter müssen wir auch noch werden.“ maz
Moabiter FSV – FC Viktoria 1889 U20 2:5 (2:2)
Der Aufsteiger verkaufte auf dem Nebenplatz des Poststadions seine Haut teuer gegen das Farmteam des Zweitligisten. Kurios war die Nachspielzeit der ersten Hälfte. Nach Elisabeth Feß` Blitztor für Moabit (2.) und dem Ausgleich von Gabriella Kelly-Niemack (35.) markierte Layla El Khanji die Führung für den Favoriten (47.). Als Emely Jäger nur eine Minute später egalisierte, dachte Moabit sicher schon an eine gute Ausgangsposition für die zweite Schicht. Doch Norah Krehnke erzielte noch vor dem Pfiff die erneute Führung für Himmelblau (49.). Nach Wiederanpfiff stellten Kelly-Niemack und Kuni Steinbock auf 2:5.

Moabits Co-Coach Martin Meyer zeigte sich zufrieden. „Mit einer größeren Torhüterin anstatt einer Feldspielerin hätten wir das Spiel knapper gestaltet. Wir sind zufrieden, weil wir gut mitgehalten haben. Man muss aber auch sagen, dass die jungen Viki-Spielerinnen ab der 70. Minute auch ihre läuferischen Vorteile ausgespielt haben.“ maz
BW Berolina Mitte – SFC Stern 1900 2:0 (1:0)
„Wir hätten heute noch drei Stunden spielen können und hätten kein Tor gemacht. Berolina war heute nicht nur griffiger als wir, sondern auf jeder einzelnen Position besser besetzt“, murrte Stern-Coach Roman Rießler nach Abpfiff. Und so falsch lag er damit nicht: Bero machte nahezu durchgängig das Spiel und hatte Feldvorteile, auch wenn in der ersten halben Stunde noch keine wirklich großen Chancen dabei herausspringen sollten. Auch der 1:0-Führungstreffer war keine wirkliche Torchance, zeigte aber auf, wo Bero seine Vorteile hatte: Engels setzte im Mittelfeld energisch nach und holte einen Zweikampf, startete bis zur Grundlinie durch und zog den Ball von dieser vors Tor, wo Herber den Ball nicht gut traf und dieser zum 1:0 über die Linie hoppelte (16.). In den Minuten vor der Pause kam Stern etwas besser in die Partie, ohne eigene Chancen zu kreieren.

Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Stern machte einfache Fehler, Bero presste hoch und erzwang sich Chancen: Badem trifft aus dem Gewühl im Sechzehner heraus nur die Latte (52.), der traumhafte Fernschuss von Engels aus knapp 25 Meter halblinker Position klatscht ans Lattenkreuz (60.) – Bero hätte den Sack längst zumachen können. Das machte dann Arzum Eren, die ihren Fuß in einen weiten, flach getretenen Freistoß hielt und so auf 2:0 (74.) stellte. Bero-Trainer Frank Krug war nach Abpfiff entsprechend zufrieden: „Stern hat nicht so hoch gepresst, wie wir das erwartet haben. Das kam uns zugute und wir hatten genug Zeit, selbst aufzubauen. In der 2.Hälfte haben wir dann selbst höher gepresst und Stern zu Fehlern gezwungen.“ DaKü
Titelbild: Friedrichshagener SV

