Der Berliner Pokalsieger unterliegt Regionalligist ATS Buntentor in der DFB-Pokal-Qualifikation mit 0:3 – und nimmt trotz des Ausscheidens reichlich Positives aus einem besonderen Wochenende mit.
Der Traum von der ersten Hauptrunde ist vorbei, die Reise nach Bremen soll für die Frauen von Blau-Weiß Berolina Mitte aber nicht die letzte dieser Art gewesen sein. Beim 0:3 (0:2) gegen ATS Buntentor bekam der Berliner Pokalsieger zunächst die Erfahrung und körperliche Robustheit des Regionalligisten zu spüren. Nach der Pause zeigte Bero jedoch, dass es mithalten kann – und machte aus der Pokalreise trotz Niederlage ein Erlebnis, das Lust auf mehr geweckt hat.

125 Zuschauer trotzten am Sonntag der Bremer Hitze, darunter zahlreiche mitgereiste Bero-Fans, die mit Trommel für ordentlich Stimmung sorgten. „Eine großartige Atmosphäre“, fand auch Buntentors Trainer Arne Schriefer.

Auf dem Platz gehörte die erste Hälfte den Gastgeberinnen. Berolina wirkte befangen, die Zuordnung beim Anlaufen funktionierte nicht wie gewünscht und an die Körperlichkeit des Regionalligisten musste sich der Berliner Vizemeister erst gewöhnen. „Der Druck war in der ersten Halbzeit einfach zu hoch“, sagte Bero-Trainer Frank Krug. Schriefer hatte einen ähnlichen Eindruck: Berolina habe nicht frei aufgespielt. In einem Ligaspiel, glaubte er, hätte die Partie durchaus anders aussehen können.

Buntentor nutzte vor allem seine Standards. In der 19. Minute bekam Bero eine Ecke nicht geklärt, Verena Volkmer spitzelte den Ball schließlich zum 1:0 über die Linie. Auch dem zweiten Treffer ging eine Ecke voraus. Volkmer kam zum Kopfball, Raya Schüler parierte. Beim anschließenden Abwurf rutschte der jungen Bero-Torhüterin der Ball jedoch aus der Hand und trudelte zum 2:0 ins eigene Tor (34.).

Ein bitterer Moment für Schüler, die ansonsten überragend hielt. Vorwürfe gab es entsprechend keine. Schon in der Pause fing die Mannschaft ihre enttäuschte Torhüterin auf. Dass ausgerechnet Standards den Unterschied machten, ärgerte Krug dennoch. Bero wusste um diese Stärke Buntentors und hatte sie eigens trainiert. „Das ist Mist“, sagte der Trainer.

Nach der Pause zeigte sich Berolina deutlich verbessert. Krug veränderte die Zuordnung beim Anlaufen, seine Mannschaft nahm die körperliche Spielweise besser an und gestaltete die Begegnung zunehmend ausgeglichen.

Zwar sorgte Buntentor bereits in der 54. Minute für die Entscheidung. Nach einer Hereingabe von Farina Meyer und Kuddelmuddel im Fünfmeterraum drückte Lauren Zago den Ball mit dem Bauch zum 3:0 über die Linie. Danach hatte aber auch Bero seine Möglichkeiten. Silvia Engels zog knapp am Tor vorbei. Emma Lamprecht lief frei auf das Tor zu und traf, wurde jedoch wegen Abseits zurückgepfiffen – eine Entscheidung, an der Krug „große Zweifel“ hatte. Und über rechts kam Eva Borndörfer in aussichtsreiche Position, entschied sich aus spitzem Winkel für den Abschluss, anstatt auf die besser postierte Arzum Eren im Zentrum zu passen.
Schriefer sprach am Ende von einem verdienten Sieg, räumte aber ein, dass keiner der drei Treffer zwingend fallen musste. Mit strukturierteren Angriffen hätte sich auch Buntentor noch klarere Möglichkeiten erspielen können. Hochzufrieden war der Trainer dennoch. Der Gegner der Bremerinnen in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals steht auch schon fest: der 1. FC Nürnberg kommt Nun darf sein Team voman die Weser. „Ein Highlight“, freut sich der Verein auf seinem Instagram-Kanal.

Auch bei Berolina wich die Enttäuschung schnell dem Stolz auf das Wochenende. „Wir haben hier ein Bonbon erhalten“, sagte Krug. Die Erfahrung werde seiner Mannschaft auf ihrem weiteren Weg helfen. Und sie hat offenbar Appetit auf mehr gemacht: Bero will zurück auf eine solche Bühne und dürfte entsprechend motiviert in den Berliner Polytan-Pokal gehen.

Zum Erlebnis gehörten allerdings nicht nur DFB-Pokal, Hitze und die lautstarken Fans. Auch die Klimaanlage im Mannschaftsbus gab ihren Geist auf. Eine zusätzliche Herausforderung an einem ohnehin strapaziösen Wochenende. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Im Bus wurde auf dem Weg nach Berlin längst wieder gefeiert. „Da war ordentlich Bambule“, berichtete Krug. Gegen Mitternacht erreichte die Mannschaft schließlich wieder die Hauptstadt.
Raus mit Applaus also. Der DFB-Pokal ist für Berolina Mitte vorbei. Die Lust auf die nächste Pokalreise ist dafür umso größer.
Titelbild: Tobias Weilandt
